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The Legend of Zelda: Ocarina of Time

«Miyamotos Liebe zum Puppentheater» - Veteran deutet Links neues Gesicht

Takaya Imamura war über 30 Jahre bei Nintendo und hat eine Erklärung für die spitzen Nasen und grossen Augen im Ocarina of Time Remake

Republic of Pixels Redaktion10. September 2026 · 16:04 Uhr3 Min. Lesezeit
«Miyamotos Liebe zum Puppentheater» - Veteran deutet Links neues Gesicht
Bild: IGN
Kurzfassung
  • Der Zelda Direct dieser Woche zeigte erstmals Gameplay des Ocarina of Time Remakes - der Artstyle spaltet die Fangemeinde
  • Nintendo-Veteran Takaya Imamura vermutet auf X, dass sich in Links Modell Shigeru Miyamotos Liebe zum Puppentheater spiegelt
  • Imamura stellt in einem Folgepost klar, dass es sich nur um seine persönliche Spekulation handelt
  • Miyamotos Puppen-Faible ist belegt: Star-Fox-Werbung 1993, Muppet-Auftritt bei der E3 2015 mit der Jim Henson Company

Der Zelda Direct dieser Woche hat endlich Gameplay zum Remake von The Legend of Zelda: Ocarina of Time gezeigt - und damit eine Debatte losgetreten, die seit Tagen nicht abreisst. Nicht die Spielszenen stehen im Zentrum, sondern die Gesichter: spitze Nasen, überproportional grosse Augen, eine glatte, fast plastische Oberfläche. Besonders Link polarisiert. Ein langjähriger Nintendo-Entwickler hat nun eine Erklärung angeboten, woher dieser Look kommen könnte.

EXTERNER INHALT VON X

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1998

Jahr, in dem das Original für das N64 erschien

30+ Jahre

war Takaya Imamura bei Nintendo beschäftigt

2015

E3-Auftritt Nintendos mit echten Muppet-Puppen

Ein Veteran mit Zelda-Vergangenheit meldet sich

Takaya Imamura äusserte sich auf Twitter/X zur Optik der neuen Modelle. Seine Vermutung: Hinter dem Design stecke Shigeru Miyamotos bekannte Vorliebe für Puppentheater, im Japanischen «Ningyogeki».

Was ich beim Anblick dieses Charaktermodells (von Link) gespürt habe, ist, dass sich Miyamoto-sans Liebe zu Puppenspielen (Ningyogeki) auch hier stark widerspiegelt!
Takaya Imamura auf X

Imamuras Wort hat Gewicht: Er arbeitete über drei Jahrzehnte bei Nintendo, prägte die Reihen Star Fox und F-Zero und war Art Director von The Legend of Zelda: Majora's Mask - also des direkten Nachfolgers von Ocarina of Time. Wichtig ist aber die Einschränkung, die er selbst in einem Folgepost nachschob: Es handelt sich um seine persönliche Spekulation, nicht um Insiderwissen über die Entwicklung des Remakes.

Wovon genau ist hier die Rede?

Puppenspiel hat in Japan eine lange und breite Tradition, die weit über das klassische Bunraku-Theater hinausgeht. Vor allem in den 1960er- und 70er-Jahren produzierten japanische Sender zahlreiche Puppenserien; das Archiv des öffentlichen Senders NHK listet unter der Genre-Kategorie «Ningyogeki» Ausschnitte von den 1950er-Jahren bis in die Gegenwart. Dazu kamen Importe wie Gerry Andersons «Thunderbirds», die in Japan eine dauerhafte Fangemeinde fanden und den Anime beeinflussten.

In der Community kursieren inzwischen präzisere Vergleiche. Genannt werden unter anderem die NHK-Puppenserie «Shin Sanjushi» (2009-2010), eine Adaption der Drei Musketiere, sowie eine Puppenfassung von Sherlock Holmes aus dem Jahr 2014. Die Puppen für die Musketier-Serie stammten vom renommierten japanischen Puppenbauer Studio Nova - demselben Studio, das die physischen Figuren fertigte, aus denen die Charaktermodelle von Dragon Quest 7 Reimagined entstanden. Andere Stimmen sehen in den grossen, glasigen Augen und den markanten Gesichtszügen eher Anklänge an den Fantasy-Klassiker «The Dark Crystal» von 1982 und dessen jüngeres Netflix-Prequel.

Miyamoto und die Puppen: keine neue Geschichte

Wer Nintendo länger verfolgt, kennt diese Verbindung. Belege dafür lassen sich quer durch die Firmengeschichte finden:

  • Die Star-Fox-Charaktere erinnern stilistisch stark an die Muppets - für die TV-Kampagne zum ersten Serienteil 1993 wurden sogar echte Puppen eingesetzt
  • Bei der E3-Präsentation 2015 arbeitete Nintendo mit der Jim Henson Company zusammen und verwandelte Miyamoto, den damaligen Nintendo-America-Chef Reggie Fils-Aimé und den verstorbenen Firmenpräsidenten Satoru Iwata in Muppet-artige Puppen
  • Puppenästhetik taucht seit Jahren immer wieder in Nintendos Serien und Marketing auf

Fils-Aimé erklärte damals gegenüber IGN, wie es zu dieser Zusammenarbeit kam - und lieferte damit unfreiwillig ein Argument für Imamuras These.

Eines der Dinge, die er erzählte, war, dass er in seiner Jugend Puppen gebaut hat. Das führte zu einer Reihe von Brainstormings und schliesslich zu unserer kleinen Zusammenarbeit mit den Henson Studios und der Erschaffung der Nintendo-Muppets. Es war eine sehr unterhaltsame Kooperation.
Reggie Fils-Aimé, damaliger Präsident von Nintendo of America, gegenüber IGN

Einordnung

Bestätigt ist damit nichts: Nintendo selbst hat sich zur gestalterischen Herleitung der neuen Modelle nicht geäussert, und Imamura spricht ausdrücklich als Beobachter, nicht als Beteiligter. Plausibel bleibt seine Deutung trotzdem, weil sie zwei Dinge zusammenbringt, die belegt sind - Miyamotos Faible für Puppen und die auffällige Materialität der neuen Figuren. Ein Remake eines so verehrten Klassikers wie Ocarina of Time konnte ohnehin nie allen gefallen. Ob die marionettenhaften Gesichter zu Hyrule passen oder als Fremdkörper wirken, entscheidet sich für viele erst, wenn das Spiel in Bewegung vor ihnen liegt.

Warum das wichtig ist

Das Ocarina of Time Remake ist eines der grössten Nintendo-Projekte der kommenden Zeit, und die Optik entscheidet für viele darüber, ob sie zugreifen. Wer versteht, aus welcher Tradition der Puppenstuben-Look stammt, bewertet die Designentscheidung anders als beim ersten Trailer-Schock.

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