Ubisoft
Ubisoft kippt den Launcher-Zwang - vorerst in nur einem Spiel
Prince of Persia: The Lost Crown startet auf Steam ohne Ubisoft Connect - weitere Titel sollen folgen

- Ubisoft testet auf Steam ein neues Tool namens Ubisoft Connect Services
- Cross-Progression, Cross-Play, Spielerschutz, Challenges und Rewards laufen künftig ohne den Ubisoft Connect PC Launcher
- Den Anfang macht Prince of Persia: The Lost Crown, weitere Ubisoft-Spiele sollen schrittweise folgen
- Ubisoft bezeichnet die Umstellung ausdrücklich als erste Version und Testphase
Ubisoft räumt auf dem PC eine der unbeliebtesten Hürden der vergangenen Jahre ab - zumindest testweise. In unscheinbaren Patch Notes zu Prince of Persia: The Lost Crown kündigt der Publisher auf Steam ein neues Werkzeug namens Ubisoft Connect Services an. Es bringt die gewohnten Online-Funktionen ins Spiel, ohne dass der hauseigene Ubisoft Connect PC Launcher installiert oder gestartet werden muss. Wer das Metroidvania künftig über Steam öffnet, bleibt also in Steam.
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1 Spiel
Prince of Persia: The Lost Crown macht den Anfang
0 Launcher
Ubisoft Connect muss weder installiert noch gestartet sein
Was das neue Steam-Tool übernimmt
Der Launcher war bislang mehr als eine lästige Zwischenstation: An ihm hingen sämtliche Konto-gebundenen Funktionen. Genau die soll das neue Steam-Tool nun direkt übernehmen. Ubisoft nennt in seiner Ankündigung explizit:
- Cross-Progression zwischen Plattformen
- Cross-Play
- Funktionen zum Spielerschutz
- Challenges und Belohnungen
Die Aufzählung ist ausdrücklich nicht abschliessend formuliert - weitere Dienste sollen im Lauf der Zeit dazukommen. Ubisoft selbst hält sich mit grossen Versprechen zurück und beschreibt den Schritt als Anfang, nicht als fertiges Produkt.
Beginnend mit Prince of Persia: The Lost Crown testen wir ein neues Steam-Tool namens Ubisoft Connect Services, das Ubisoft-Spielfunktionen wie Cross-Progression, Cross-Play, Spielerschutz, Challenges und Belohnungen und weitere erhält.
Ein Bruch mit jahrelanger PC-Praxis
Der doppelte Launcher gehört zum PC-Alltag wie der Ladebildschirm: Man kauft ein Spiel bei Valve, startet es dort - und landet erst einmal im Programm eines anderen Konzerns, inklusive zweitem Login. Ubisoft ist damit nicht allein, EA fährt eine vergleichbare Strategie. Für die Kundschaft bedeutet das seit Jahren zusätzliche Fehlerquellen, Update-Fenster und Pop-ups, die niemand angefordert hat. Dass ausgerechnet Ubisoft diese Schicht nun freiwillig abträgt, ist bemerkenswert - denn der eigene Launcher war stets auch ein Kanal für Storefront, Abo-Werbung und Kundenbindung.
Wichtig ist die Einschränkung: Es handelt sich um eine erste Version in einem einzigen Spiel. Ubisoft spricht ausdrücklich von einem Test und davon, das System schrittweise weiterzuentwickeln.
Diese erste Version ist ein erster Schritt hin zu einem reibungsloseren und schlankeren Startvorgang auf Steam. Wir werden Ubisoft Connect Services im Lauf der Zeit weiter verbessern, mit dem Ziel, die Funktionen und Dienste zu liefern, die Spielerinnen und Spieler nutzen und erwarten, und dabei das Steam-Erlebnis so nahtlos wie möglich zu gestalten.
Die Community feiert - und teilt aus
Auf Reddit fällt die Reaktion eindeutig positiv aus, mischt sich aber mit Spott. Der meistbewertete Kommentar zur Ankündigung lautet sinngemäss: «Man stelle sich vor, wie viel sie verlieren mussten, um sich einzugestehen, dass das nötig war.» Eine andere Wortmeldung bringt die Erwartungshaltung auf den Punkt: «Endlich. Bringt das jetzt für alle älteren Titel, und ich kaufe wieder Ubisoft-Spiele.» Genau darauf zielt der Publisher offenbar ab - laut Ankündigung sollen die Ubisoft Connect Services schrittweise auf weitere Ubisoft-Spiele auf Steam ausgerollt werden. Welche Titel wann folgen und ob auch der Backkatalog profitiert, lässt Ubisoft bislang offen.
Einordnung
Für sich genommen sind ein paar Zeilen Patch Notes zu einem zwei Jahre alten Metroidvania keine Schlagzeile. Der Kontext macht sie zu einer: Ubisoft nimmt eine Struktur zurück, die die PC-Spielerschaft seit Jahren kritisiert, und tut das an einem Titel mit überschaubarem Risiko. Das riecht nach kontrolliertem Testlauf, bei dem sich zeigen soll, ob Cross-Progression und Anti-Cheat auch ohne eigenen Client zuverlässig laufen. Funktioniert das, ist der Weg für grössere Marken frei - und der Druck auf andere Publisher mit Pflicht-Launcher wächst. Bis dahin gilt: Ein Spiel ist befreit, alle anderen warten noch.
Wer Ubisoft-Spiele über Steam kauft, kämpft seit Jahren mit einem zweiten Login, Pop-ups und einem Launcher, der beim Start dazwischenfunkt. Fällt diese Schicht weg, verschwindet eine der grössten Reibungsquellen beim PC-Gaming - und der Druck auf andere Publisher mit eigenem Launcher-Zwang steigt spürbar.
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