Steam
Steam verdient 15 Milliarden - die Blockbuster sind kaum daran schuld
Forza Horizon 6 führt die Neuerscheinungen an, doch die sechs stärksten Releases machen nur 6,6 Prozent des Steam-Umsatzes aus

- Steam hat 2026 laut Alinea Analytics bislang rund 15 Milliarden US-Dollar (ca. 12,8 Milliarden Euro) umgesetzt.
- Erfolgreichste Neuerscheinung ist Forza Horizon 6 mit geschätzten 210,5 Millionen Dollar, dahinter Crimson Desert und Resident Evil Requiem.
- Die sechs stärksten Neustarts kommen zusammen auf rund eine Milliarde Dollar - nur 6,6 Prozent des Gesamtumsatzes.
- Bei den neuen Marken hängt fast alles an Crimson Desert: Ohne den Titel fällt deren Anteil von 63 auf 39 Prozent.
Valves Kassen füllen sich 2026 schneller als je zuvor: Laut einer Auswertung des Analysehauses Alinea Analytics hat Steam in diesem Jahr bereits rund 15 Milliarden US-Dollar eingespielt, umgerechnet etwa 12,8 Milliarden Euro. Die Summe bildet den Anteil ab, der Valve aus dem Verkauf von Spielen, DLCs und Software auf der Plattform zugerechnet wird. Offizielle Zahlen sind das nicht - Valve schweigt zu seinen Finanzen traditionell, die Werte beruhen auf Schätzungen und Hochrechnungen.
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15 Mrd. $
Steam-Umsatz 2026 bislang laut Alinea Analytics
210,5 Mio. $
Forza Horizon 6 als stärkste Neuerscheinung des Jahres
6,6 %
Anteil der sechs erfolgreichsten Neustarts am Gesamtumsatz
Drei Neustarts, ein Fotofinish
An der Spitze der Neuerscheinungen steht Forza Horizon 6. Das Open-World-Rennspiel soll geschätzte 210,5 Millionen US-Dollar Umsatz für Valve generiert haben - ein Wert, der angesichts der langen Xbox-Vergangenheit der Reihe auf dem PC-Markt bemerkenswert ist. Der Abstand nach hinten ist allerdings winzig.
- Forza Horizon 6 - rund 210,5 Millionen US-Dollar
- Crimson Desert - rund 203,3 Millionen US-Dollar
- Resident Evil Requiem - rund 200,9 Millionen US-Dollar
Keine zehn Millionen Dollar trennen Platz eins von Platz drei. Bemerkenswert ist vor allem der zweite Rang: Crimson Desert ist eine komplett neue Marke und behauptet sich damit direkt zwischen zwei etablierten Serien mit jahrzehntelanger Fangeschichte. Auch Meccha Chameleon schafft es als frische IP in die Top 6 des Jahres.
Die grossen Namen bewegen erstaunlich wenig
Die spannendste Zahl der Analyse steckt aber nicht in der Rangliste, sondern im Verhältnis. Alinea-Analyst Rhys Elliott rechnet vor, dass die sechs umsatzstärksten Neuerscheinungen zusammen lediglich rund eine Milliarde US-Dollar zu den 15 Milliarden beitragen. Das sind 6,6 Prozent. Selbst wenn man den Blick auf die 100 erfolgreichsten Neustarts des Jahres ausweitet, kommen nur 2,4 Milliarden Dollar zusammen - 15,9 Prozent des bisherigen Gesamtumsatzes.
Anders formuliert: Mehr als vier von fünf auf Steam ausgegebenen Dollar fliessen nicht in die Neuheiten dieses Jahres, sondern in alles andere - Dauerbrenner, laufende Live-Service-Titel, Zusatzinhalte, Software und den riesigen Katalog älterer Spiele. Wer sich fragt, warum Publisher inzwischen jedes Spiel mit Saisons, Battle Passes und DLC-Fahrplänen ausstatten, findet hier eine sehr nüchterne Antwort.
Neue Marken: Ein Erfolg trägt die ganze Statistik
Auf den ersten Blick liest sich 2026 wie ein gutes Jahr für frische Ideen. Doch die Daten verzerren das Bild. Crimson Desert allein steht mit seinen 203 Millionen Dollar für 18 Prozent der Umsätze, die auf neue Marken entfallen. Nimmt man den Titel aus der Rechnung, stürzt der Anteil neuer IPs von 63 auf 39 Prozent ab. Ein einzelner Ausreisser hält also die gesamte Erfolgsgeschichte der Neustarts zusammen - und wäre er ausgeblieben, sähe die Bilanz für Originalstoffe deutlich magerer aus.
Für Studios, die abseits etablierter Serien arbeiten, ist das eine zweischneidige Botschaft: Der Durchbruch mit einer neuen Marke ist möglich, aber er bleibt die Ausnahme - und er muss gross ausfallen, um überhaupt statistisch sichtbar zu werden.
Das Jahr hat seine schwersten Geschütze noch nicht abgefeuert
Die 15 Milliarden sind eine Zwischenbilanz, kein Jahresabschluss. Erst vergangene Woche erschienen mit Onimusha: Way of the Sword und The Blood of Dawnwalker zwei Titel, die sich rasch als Erfolge herausstellten. Später im Jahr stehen zudem Gears of War: E-Day, Call of Duty: Modern Warfare 4 und Phantom Blade Zero an - Kaliber, die die Rangliste der Neuerscheinungen noch einmal kräftig durcheinanderwirbeln dürften. Ob sie am prozentualen Gesamtbild etwas ändern, ist eine andere Frage.
Einordnung
Steam wächst nicht wegen einzelner Blockbuster, sondern trotz ihrer geringen Bedeutung für das Gesamtvolumen. Die Plattform lebt von Breite, Langlebigkeit und ständigen Zusatzverkäufen - eine Struktur, die Valve als Betreiber deutlich krisensicherer macht als jedes einzelne Studio. Für die Spielerschaft heisst das vor allem: Der Katalog bleibt das eigentliche Kapital von Steam. Und alle Zahlen dieser Analyse sind Schätzungen Dritter, keine bestätigten Angaben von Valve.
Die Zahlen zeigen, wo das Geld auf der grössten PC-Plattform wirklich landet: nicht bei den grossen Neustarts, sondern bei Dauerbrennern, DLCs und Katalogtiteln. Das prägt, welche Spiele Publisher künftig finanzieren - und wie gross das Risiko für komplett neue Marken bleibt.
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