Take-Two-Chef Zelnick
Teurere Konsolen schaden niemandem – aber auch dem Konzern nicht
Strauss Zelnick sieht steigende Hardwarepreise kritisch, rechnet aber nicht mit Auswirkungen auf GTA 6 und Co

KURZFASSUNG
- Take-Two-CEO Strauss Zelnick nennt steigende Hardwarepreise in einem Investorengespräch ein Problem für die gesamte Branche.
- PS5, Xbox und Nintendo-Konsolen wurden dieses Jahr allesamt teurer, ausgelöst unter anderem durch eine KI-getriebene Speicherchip-Krise.
- Laut Zelnick machte PC vor 20 Jahren nur 1 bis 2 Prozent der Verkäufe eines Take-Two-Spiels aus, heute sind es 40 bis 50 Prozent.
- Zelnick geht davon aus, dass Cloud-Streaming in wenigen Jahren die Bedeutung von Hardwarepreisen weiter relativieren wird.
Wenige Monate vor dem Release von GTA 6 hat sich Take-Two-CEO Strauss Zelnick zur aktuellen Preisentwicklung bei Spielkonsolen geäussert. In einem Investorengespräch bezeichnete er steigende Hardwarekosten als Problem für die gesamte Branche, betonte aber gleichzeitig, dass sein Unternehmen davon kaum betroffen sei.
40–50%
PC-Anteil an den Verkäufen eines Take-Two-Multiplattform-Titels heute
1–2%
PC-Anteil bei Konsolen-Releases mit PC-Version vor rund 20 Jahren
Teure Chips, teure Konsolen
Hintergrund der Aussagen ist eine anhaltende Krise bei Speicherchips, die durch den KI-Boom ausgelöst wurde und mittlerweile mehrere Technologiebranchen erfasst hat. Sony, Microsoft und Nintendo haben ihre Konsolenpreise im laufenden Jahr allesamt angehoben. Zelnick machte deutlich, dass er diese Entwicklung nicht positiv bewertet.
“Die steigenden Hardwarekosten sind keine gute Sache, das würden wir nicht bestreiten.”
Kein Gegenwind für Take-Two
Trotz dieser Einschätzung rechnet Zelnick nicht damit, dass höhere Konsolenpreise das Geschäft von Take-Two bremsen. Er verweist darauf, dass die eigenen Spiele gefragt seien und ein niedrigerer Hardwarepreis zwar wünschenswert wäre, weil dadurch mehr Geräte im Umlauf wären, ein Nachteil für den Konzern aber nicht entstehe.
“Ich glaube nicht, dass uns das ausbremsen wird, weil wir Erlebnisse liefern, die Menschen wollen. Ein niedrigerer Hardwarepreis wäre trotzdem gut, denn dann gäbe es mehr Geräte in den Händen der Leute. Ich kann das also nicht als Vorteil bezeichnen, aber ebenso sehen wir es nicht als Gegenwind.”
PC wird zur zweiten Säule
Ein Grund für Zelnicks Gelassenheit liegt in der wachsenden Bedeutung des PC-Markts. Laut dem CEO machte PC vor rund 20 Jahren bei einem Konsolen-Release mit gleichzeitigem PC-Launch nur 1 bis 2 Prozent der Verkäufe aus. Heute liege dieser Anteil bei einem Multiplattform-Titel von Take-Two bei 40 bis 50 Prozent – mit weiter steigender Tendenz, wie Zelnick erklärte. Er begründet dies unter anderem damit, dass PCs sich zunehmend als leistungsfähige Spielmaschinen etabliert hätten. Darüber hinaus geht Zelnick davon aus, dass Cloud-Streaming von Spielen in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen und die Diskussion um Hardwarepreise zusätzlich relativieren wird, sollten sich Konsolen aus Sicht der Kundschaft zu weit von erschwinglichen Preisen entfernen.
Für die Branche insgesamt bleibt die Entwicklung ein zweischneidiges Schwert: Während grosse Publisher wie Take-Two dank breiter Plattformstrategie offenbar wenig zu befürchten haben, könnten steigende Einstiegspreise gerade für neue oder preisbewusste Spielerinnen und Spieler die Hürde zum Konsolenkauf weiter erhöhen.
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Für Spielerinnen und Spieler zeigt die Aussage, wie stark sich grosse Publisher inzwischen von der Preisentwicklung bei Konsolen abkoppeln können. Wer auf PC setzt, dürfte für Take-Two-Titel wie GTA 6 künftig noch stärker im Fokus stehen als klassische Konsolenkäuferschaft.
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