NEWSPCPlayStationXbox

GTA 6 für 80 Dollar

Take-Two-Chef nennt Preis ein Schnäppchen

Strauss Zelnick verteidigt den Aufschlag gegenüber dem Branchenstandard und erklärt, warum nicht jedes Take-Two-Spiel teurer wird

Republic of Pixels Redaktion07. August 2026 · 17:35 Uhr2 Min. Lesezeit
GTA 6 für 80 Dollar: Take-Two-Chef nennt Preis ein Schnäppchen
Bild: GamesRadar

KURZFASSUNG

  • Die Standard Edition von GTA 6 kostet 80 statt der bisher üblichen 70 US-Dollar, die Ultimate Edition 100 Dollar.
  • Take-Two-CEO Strauss Zelnick begründet den Aufschlag mit gestiegenem Wertversprechen, nicht mit Gewinnmaximierung.
  • NBA 2K27 und Mafia: The Old Country bleiben bei 70 respektive 50 Dollar – die Preisgestaltung erfolgt laut Zelnick von Fall zu Fall.
  • Laut Zelnick seien die Vorbestellungen für GTA 6 «exceptional», eine endgültige Bilanz ziehe man aber erst nach dem Release am 19. November.

Take-Two-CEO Strauss Zelnick hat sich erneut zur Preisgestaltung von GTA 6 geäussert und den Aufpreis gegenüber dem bisherigen Branchenstandard verteidigt. In einem Investoren-Q&A im Anschluss an die Quartalszahlen des Unternehmens sowie in einem separaten Interview mit IGN erklärte er, die Standard Edition für 80 US-Dollar sei angesichts dessen, was Rockstar Games liefere, ein «unglaubliches Schnäppchen».

Die Diskussion um den Preis begleitet GTA 6 bereits seit der Öffnung der Vorbestellungen im Juni. Statt der bislang üblichen 70 Dollar für ein AAA-Konsolenspiel verlangt Rockstar für die Standard Edition 80 Dollar, die Ultimate Edition mit zusätzlichen Inhalten wie einer exklusiven Mission und zusätzlichen Läden kostet 100 Dollar. Verschärft wurde die Debatte zusätzlich durch Rockstars Entscheidung, auf eine physische Disc-Version zu verzichten.

Preisgestaltung «von Fall zu Fall»

Dass GTA 6 teurer ist als der bisherige Standard, bedeutet laut Zelnick jedoch nicht, dass künftig alle Titel des Verlags automatisch 80 Dollar kosten. Als Beispiel nennt er NBA 2K27, das im September zum gewohnten Preis von 70 Dollar erscheint, sowie Mafia: The Old Country, das 2K für 50 Dollar veröffentlicht hat. Die Preisgestaltung sei «very much case by case», so Zelnick gegenüber IGN.

Wertversprechen statt Höchstpreis

Zur Begründung des GTA-6-Preises verweist Zelnick auf die tatsächlichen Produktionskosten moderner AAA-Spiele im Verhältnis zu deren Verkaufspreis. Er argumentiert, dass die Preise seit Jahren nicht mit der Inflation Schritt gehalten hätten, während die realen Kosten eines AAA-Spiels heute deutlich niedriger seien als vor 20 Jahren.

Die Wahrheit ist, dass die realen Kosten eines AAA-Videospiels heute wesentlich niedriger sind als vor 20 Jahren. Die Preisgestaltung hat mit der Inflation nicht Schritt gehalten. Und unser Ziel ist es, unseren Kundinnen und Kunden weiterhin mehr zu bieten, als sie erwarten.
Strauss Zelnick, CEO Take-Two, gegenüber IGN
Unser Ziel ist es nicht, den Preis zu maximieren.
Strauss Zelnick, CEO Take-Two

Als Beleg für die Strategie, langfristig Wert statt kurzfristigen Höchstpreis zu liefern, nennt Zelnick GTA Online: 13 Jahre nach dessen Launch verzeichne der Online-Modus weiterhin zeitweise rekordverdächtige Nutzerzahlen. Genau dieses Engagement sei das eigentliche Ziel des Unternehmens, nicht die Maximierung des Verkaufspreises.

Zu den bisherigen Vorbestellungen äusserte sich Zelnick zurückhaltend positiv: Diese seien «exceptional», eine abschliessende Bewertung wolle man aber erst nach dem tatsächlichen Verkaufsstart vornehmen, da Vorbestellungen storniert werden könnten. Analystenschätzungen gehen davon aus, dass GTA 6 allein in der ersten Woche nach Release bis zu fünf Milliarden Dollar einspielen könnte.

Ob sich die Preisstrategie auszahlt, dürfte sich spätestens mit dem für den 19. November angesetzten Release zeigen. Bis dahin bleibt die Diskussion um Wert und Kosten von GTA 6 einer der zentralen Streitpunkte im Vorfeld des Launches.

WARUM DAS WICHTIG IST

Die Preisdebatte um GTA 6 gilt als Testfall für künftige AAA-Preise in der gesamten Branche. Zelnicks Argumentation, wonach reale Produktionskosten die Preise seit Jahren übersteigen, dürfte auch die Preisgestaltung anderer Publisher beeinflussen.

QUELLEN (2)
TEILEN

Kommentare

Kommentare werden geladen …

Ähnliche Artikel