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Take-Two bestätigt Milliardenprognose und fast rein digitales Geschäft

Starkes Startquartal, Vorbestellungen ausser Kontrolle und ein Geschäftsmodell, das kaum noch auf physische Datenträger setzt

Republic of Pixels Redaktion07. August 2026 · 16:02 Uhr2 Min. Lesezeit
Take-Two bestätigt Milliardenprognose und fast rein digitales Geschäft
Bild: Eurogamer

KURZFASSUNG

  • Take-Two verzeichnet im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 Nettobuchungen von 1,39 Milliarden Dollar – über der eigenen Prognose
  • Die Jahresprognose von 8,0 bis 8,2 Milliarden Dollar wird bestätigt, getrieben vom Start von GTA 6 am 19. November
  • CEO Strauss Zelnick bestätigt, dass über 90 Prozent des Umsatzes digital erzielt werden
  • Ein unangekündigtes Spiel eines Drittstudios wurde gestrichen, Judas und Project Ethos bleiben ohne Termin in Entwicklung

Take-Two Interactive hat im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 Nettobuchungen von 1,39 Milliarden US-Dollar erzielt und damit die eigene Prognose übertroffen. Der Zeitraum fällt mit dem Start der Vorbestellungen für Grand Theft Auto 6 zusammen, was den Ausschlag für das starke Ergebnis gab. Für das gesamte Geschäftsjahr, das bis Ende März 2027 läuft, bestätigt der Publisher seine Prognose von 8,0 bis 8,2 Milliarden Dollar Nettobuchungen. Im vorangegangenen Geschäftsjahr 2026 lag dieser Wert noch bei 6,7 Milliarden Dollar – ein deutlicher Sprung, der praktisch vollständig auf den bevorstehenden Launch von GTA 6 zurückgeht.

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Digitales Geschäft dominiert praktisch vollständig

Im Earnings Call ging CEO Strauss Zelnick direkt auf Sonys umstrittenen Schritt ein, künftig keine physischen Disc-Spiele mehr herstellen zu lassen. Für Take-Two selbst sei das kaum relevant, da der Vertrieb längst überwiegend digital erfolgt.

Unser Geschäft wird zu weit über 90 % digital vertrieben. Es ist bereits ein digitales Geschäft.
Strauss Zelnick, CEO Take-Two Interactive

Laut Branchenanalyst Daniel Ahmad machten physische Spiele in diesem Quartal nur rund zwei Prozent des Nettoumsatzes aus, im letzten vollständigen Geschäftsjahr waren es drei Prozent. Selbst die physische Version von GTA 6 wird lediglich ein Code in einer Verpackung sein – ein weiteres Zeichen dafür, wie gering die Bedeutung von Datenträgern für den Publisher inzwischen ist.

Vorbestellungen ohne Vergleichswert, aber kein voreiliger Jubel

Zum Stand der Vorbestellungen von GTA 6 äusserte sich Zelnick betont vorsichtig, aber deutlich beeindruckt.

Niemand hat bei Take-Two oder in der Branche jemals so etwas gesehen.
Strauss Zelnick
Wir haben eine aussergewöhnliche Resonanz bei den Vorbestellungen von GTA 6 erhalten. Ich werde nicht verraten, wie viele Einheiten wir verkauft haben oder verkaufen, aber ich würde sagen, dass die Verkaufszahlen beispiellos, erstaunlich und astronomisch sind.
Strauss Zelnick

Konkrete Zahlen nannte Take-Two nicht. Zelnick betonte zudem, dass ausserordentliche Vorbestellungen nicht automatisch auf entsprechende Verkaufszahlen nach dem Launch schliessen lassen.

[Die Vorbestellungen] sind so beispiellos, dass wir einfach nicht wissen, wie sich das in Verkaufszahlen niederschlagen wird [...], und wir glauben einfach nicht daran, den Sieg zu verkünden, bevor er eintritt.
Strauss Zelnick

Weitere Zahlen aus dem Quartalsbericht

  • Das Mobile-Geschäft ging im Quartal um sieben Prozent zurück, was laut Take-Two vor allem am starken Vorjahresvergleich liegt und nicht an strukturellen Problemen
  • Ein unangekündigter Titel eines Drittstudios wurde gestrichen, was eine Wertminderung von 43 Millionen Dollar zur Folge hatte
  • Die Projekte Judas und Project Ethos befinden sich weiterhin in Entwicklung, ein Erscheinungstermin wurde nicht genannt
  • GTA 5 hat sich mittlerweile über 230 Millionen Mal verkauft, Red Dead Redemption 2 kommt auf mehr als 87 Millionen verkaufte Einheiten
  • Die Take-Two-Aktie eröffnete trotz der Zahlen 1,9 Prozent im Minus und lag bei 228,2 Dollar

Die Kombination aus bestätigter Milliardenprognose, fast vollständig digitalem Geschäftsmodell und demonstrativ vorsichtiger Kommunikation zu den Vorbestellungszahlen zeigt, wie stark Take-Two den Erfolg des Geschäftsjahres an einen einzigen Termin knüpft: den 19. November, wenn GTA 6 erscheint. Die Zurückhaltung bei konkreten Verkaufsprognosen dürfte auch damit zusammenhängen, dass der Publisher gegenüber Investoren keine Erwartungen schürt, die sich nach dem Launch als zu optimistisch erweisen könnten.

WARUM DAS WICHTIG IST

Die Zahlen zeigen, wie stark ein einzelner Titel wie GTA 6 die Finanzplanung eines ganzen Konzerns tragen kann und wie weit sich die Branche bereits vom physischen Datenträger entfernt hat. Für Spieler:innen liefert der Call zudem seltene, konkrete Einblicke in Verkaufszahlen von GTA 5 und Red Dead Redemption 2 sowie den Umgang mit den ausserordentlichen Vorbestellungszahlen.

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