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Take-Two-CEO erwartet kommerzielles Cloud-Gaming binnen drei Jahren

Strauss Zelnick sieht in Streaming-Diensten eine Antwort auf die steigenden Hardware-Preise

Republic of Pixels Redaktion07. August 2026 · 22:26 Uhr2 Min. Lesezeit
Take-Two-CEO erwartet kommerzielles Cloud-Gaming binnen drei Jahren
Bild: PC Gamer

KURZFASSUNG

  • Take-Two-CEO Strauss Zelnick rechnet damit, dass die Branche innert drei Jahren im 'kommerziellen Streaming-Modus' ankommt
  • Aussage fiel im Rahmen des jüngsten Ergebnis-Calls des Unternehmens, vor dem Hintergrund stark gestiegener Hardware-Preise
  • Zelnick sieht durch Cloud-Gaming eine potenzielle Verzehnfachung der Nutzerbasis, nicht zwingend des Umsatzes
  • Die Aussage trifft auf eine Branche, in der Ownership-Debatten wie Stop Killing Games oder Sonys Disc-Ausstieg für Unruhe sorgen

Während des jüngsten Ergebnis-Calls von Take-Two Interactive hat CEO Strauss Zelnick eine klare zeitliche Einschätzung abgegeben: Die Spielebranche werde sich innert der nächsten drei Jahre im 'kommerziellen Streaming-Modus' befinden. Damit äusserte sich der Chef des Rockstar-Mutterkonzerns so konkret wie selten zuvor über die Zukunft von Cloud-Gaming als kommerziellem Standard.

Hardware-Krise als Auslöser

Zelnicks Aussage steht im Zusammenhang mit den aktuell stark gestiegenen Preisen für Gaming-Hardware, insbesondere Grafikkarten. Er bezeichnete die derzeitige Situation als 'nicht gut', sieht darin für Take-Two aber kein unüberwindbares Problem. Der Grund: Das Unternehmen erwartet, dass Cloud-Streaming schon bald so ausgereift ist, dass auch Geräte, die bisher nicht als Spielemaschinen galten, zu solchen werden.

Das Aufkommen von Streaming steht kurz bevor – im Sinne von etwas mit niedriger Latenz, das für Konsumentinnen und Konsumenten wirklich gut funktioniert. Maschinen, die vorher keine Spielemaschinen waren, werden zu Spielemaschinen.
Strauss Zelnick, CEO von Take-Two Interactive

Mehr Nutzer, aber nicht zwingend mehr Umsatz

Nach Zelnicks Einschätzung könnte eine breitere Verbreitung von Cloud-Gaming die potenzielle Nutzerbasis von Take-Two um das Zehnfache erhöhen. Eine ebenso starke Umsatzsteigerung erwartet er jedoch nicht, da die 'avidesten' Kundinnen und Kunden bereits klassische Gaming-Hardware besitzen. Streaming schaffe seiner Ansicht nach vor allem Gelegenheiten für Titel mit breiter Anziehungskraft, auch ausserhalb der Kernzielgruppe – ein Szenario, das für Blockbuster wie das kommende GTA 6 durchaus relevant wäre.

Ownership-Debatte im Hintergrund

Damit Streaming zum breiten Standard wird, muss die Branche allerdings anhaltende Bedenken rund um Spielebesitz überwinden. Initiativen wie Stop Killing Games sowie die Kritik an Sonys angekündigtem Ausstieg aus der Disc-Produktion zeigen, dass viele Spielerinnen und Spieler eine berechtigte Sorge haben: den Zugang zu Spielen zu verlieren, sobald Streaming- oder Abo-Dienste eingestellt werden. Auch Hideo Kojima hat kürzlich seine Befürchtung geäussert, dass der freie Zugang zu Filmen, Büchern und Musik verloren gehen könnte.

Bemerkenswert ist zudem, dass Zelnick selbst 2020 öffentlich bezweifelte, Abonnements würden die einzige oder primäre Vertriebsform für interaktive Unterhaltung werden. Ubisofts Subscriptions-Direktor Philippe Tremblay äusserte sich 2024 hingegen deutlich pragmatischer und sagte voraus, Spielerinnen und Spieler würden sich daran gewöhnen, ihre Spiele nicht zu besitzen.

Ob sich Zelnicks Dreijahresprognose bewahrheitet, bleibt offen. Fest steht: Solange Hardware-Preise weiter steigen, dürfte der Druck in Richtung Streaming-Modelle zunehmen – unabhängig davon, wie die Debatte um Spielebesitz ausgeht.

WARUM DAS WICHTIG IST

Take-Two ist mit Rockstar und GTA 6 einer der einflussreichsten Publisher der Branche. Wenn dessen Führung offen auf ein Streaming-first-Modell setzt, betrifft das die Frage, wie und ob Spielerinnen und Spieler ihre Spiele künftig noch besitzen.

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