PlayStation
Stop Killing Games unterstützt Sammelklage gegen Sonys PlayStation Store
Niederländische Verbraucherschützer werfen Sony eine Monopolstellung beim digitalen Vertrieb vor

KURZFASSUNG
- Stop Killing Games unterstützt eine Sammelklage der niederländischen Organisation Stichting Massaschade & Consument gegen Sony
- Die Klage vertritt rund 1,7 Millionen niederländische PlayStation-Nutzer und läuft seit 2025
- Kernvorwurf: Sony betreibt mit dem PlayStation Store ein Monopol für digitale Spiele auf der Konsole
- Das Thema gewinnt an Brisanz, seit Sony angekündigt hat, physische PS-Discs einzustellen
Die Grassroots-Initiative Stop Killing Games, bekannt für ihren Kampf gegen die Abschaltung von Spiele-Servern ohne Alternativen für Spielerinnen und Spieler, hat sich einer Sammelklage in den Niederlanden angeschlossen. Ziel der Klage ist Sony – konkret der Vorwurf, der PlayStation Store sei eine unfaire Monopolstellung im digitalen Vertrieb von Spielen.
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1,7 Mio.
vertretene niederländische PlayStation-Nutzer:innen in der Sammelklage
seit 2025
in Vorbereitung – die Klage existierte bereits vor Sonys Disc-Entscheidung
Wer steht hinter der Klage
Eingebracht wurde die Klage von der niederländischen Verbraucherschutzorganisation Stichting Massaschade & Consument (SM&C) im Rahmen der Kampagne 'Fair PlayStation'. Die Organisation vertritt nach eigenen Angaben rund 1,7 Millionen PlayStation-Nutzer:innen in den Niederlanden und bereitet den Fall bereits seit 2025 vor. Ursprünglich richtete sich die Kampagne allgemein gegen die geschlossene Vertriebsstruktur der Konsole. Durch Sonys jüngste Ankündigung, physische PS5-Discs künftig einzustellen, rückte das Verfahren jedoch erneut ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit.
Stop Killing Games mischt sich ein
Mit einem Video unter dem Titel 'It's time to sue Sony, join us' machten Stop Killing Games und die Organisation DoesItPlay? ihre Unterstützung für den niederländischen Fall öffentlich. In der Videobeschreibung erklärt Stop Killing Games, welche Rolle die eigene Beteiligung spielen soll.
“Wir setzen unser volles Gewicht hinter den Fall von SM&C vor dem niederländischen Gericht ein.”
“SM&C muss dem Gericht beweisen, dass die Organisation tatsächlich Gamer vertritt und dies nicht nur behauptet. Unsere Unterstützung untermauert das weltweit. Jeder niederländische Spieler, der sich anschliesst, untermauert es direkt.”
Digitales Monopol und Preisdifferenz
Der zentrale rechtliche Vorwurf lautet: Sony ist auf jeder PlayStation-Konsole der einzige Anbieter eines digitalen Stores. Für Konsumentinnen und Konsumenten bedeutet das, dass es keinen Wettbewerb unter Anbietern gibt, sobald sie sich für ein digitales Spiel entscheiden. Verschärft wird dieses Problem, sobald physische Discs komplett wegfallen – dann bleibt der PlayStation Store die einzige Option, ein Spiel überhaupt zu erwerben. Eine aktuelle Analyse aus den Niederlanden, auf die sich die Kläger stützen, zeigt zudem, dass Spiele im stationären Handel nahezu durchgehend günstiger sind als im PlayStation Store. Auf dem PC entschärfen mehrere konkurrierende Stores dieses Problem zumindest teilweise. Ein geschlossenes System wie PlayStation lenkt dagegen sämtliche Käufe zwangsläufig zum hauseigenen Store und schaltet damit praktisch jede externe Konkurrenz aus.
Rückschlag auf EU-Ebene
Der niederländische Fall fällt in eine Phase, in der Stop Killing Games auf europäischer Ebene zuletzt einen Rückschlag hinnehmen musste. Nach mehreren Anhörungen im Europäischen Parlament entschied die Europäische Kommission, die Gesetzgebung nicht dahingehend zu ändern, dass Videospiele nach der Abschaltung von Servern durch Publisher weiterhin spielbar bleiben müssen. Die Unterstützung der niederländischen Verbraucherschutzklage lässt sich daher auch als Versuch lesen, über nationale Gerichtsverfahren Druck aufzubauen, wo europäische Gesetzgebung vorerst ausbleibt.
Ob die Klage vor niederländischen Gerichten Erfolg hat, ist offen. Für die Branche ist der Fall aber ein Testlauf: Sollte ein Gericht die Monopolargumentation gegen einen geschlossenen Konsolen-Store bestätigen, könnte dies Signalwirkung über die Niederlande hinaus entfalten – gerade jetzt, wo Sony den physischen Vertriebsweg schrittweise abbaut und digitale Käufe zur einzigen Option werden.
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WARUM DAS WICHTIG IST
Wenn physische Discs verschwinden, wird der PlayStation Store für viele Spielerinnen und Spieler zur einzigen Bezugsquelle für Spiele – ohne Preisvergleich und ohne Konkurrenz durch Händler. Der Ausgang der Klage könnte zeigen, ob geschlossene Konsolen-Ökosysteme künftig stärker reguliert werden.
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