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Polyarc

«Unsere Arbeit ist nun beendet» - Moss-Studio Polyarc schliesst

Zwei Monate nach dem Non-VR-Remake von Moss stellt das Studio aus Seattle nach knapp zwölf Jahren den Betrieb ein

Republic of Pixels Redaktion12. September 2026 · 02:04 Uhr2 Min. Lesezeit
«Unsere Arbeit ist nun beendet» - Moss-Studio Polyarc schliesst
Bild: Insider Gaming
Kurzfassung
  • Polyarc aus Seattle stellt zum 11. September 2026 den Betrieb ein - nach knapp zwölf Jahren
  • Die Ankündigung erfolgte über LinkedIn, zusammen mit einer Liste von 29 Mitarbeitenden für suchende Arbeitgeber
  • Der letzte Release war das Non-VR-Remake Moss: The Forgotten Relic im Juli 2026
  • 2026 haben unter anderem auch Bluepoint Games, Night School und Spiders geschlossen

Polyarc schliesst. Das Studio aus Seattle, bekannt für die VR-Reihe Moss rund um die Maus Quill, hat am 11. September 2026 das Ende seines Betriebs bekannt gegeben. Die Nachricht kam nicht über eine Pressemitteilung oder einen Publisher, sondern über einen Post auf LinkedIn - und traf die Branche entsprechend unvorbereitet. Knapp zwölf Jahre nach der Gründung wird die aktive Entwicklung heruntergefahren.

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12 Jahre

war Polyarc in Seattle aktiv

29

Namen stehen auf der Liste, die das Studio suchenden Arbeitgebern mitgab

Juli 2026

erschien mit Moss: The Forgotten Relic der letzte Titel des Studios

Ein Abschied mit Bewerbungsliste im Anhang

Der Ton des Abschiedspostes ist ungewöhnlich ruhig für eine Nachricht dieser Tragweite. Von Investoren, gescheiterten Finanzierungsrunden oder einem abgesagten Projekt ist keine Rede. Stattdessen bedankt sich das Team bei sich selbst und bei den Spielerinnen und Spielern.

Nach fast zwölf Jahren auf der freudigen Achterbahn der Gefühle, die das Spielemachen ist, ist unsere gemeinsame Zeit zu Ende gegangen. Während wir die aktive Entwicklung herunterfahren, verabschieden wir uns voneinander. Danke an alle bei Polyarc, unsere Arbeit ist nun beendet.
Polyarc auf LinkedIn

Praktischer als der Text selbst ist das, was darunter hängt: eine Tabelle mit Kontaktdaten der Betroffenen. Insgesamt 29 Namen stehen darauf - Artists, Designerinnen, Animationsspezialisten, Engineers. Das Studio ruft andere Entwickler ausdrücklich dazu auf, sich dort zu bedienen. Zur Zukunft der bereits veröffentlichten Spiele äussert sich der Post nicht.

Von der Maus im Headset zum Remake ohne Headset

Polyarc veröffentlichte 2018 mit Moss sein Debüt - ein Action-Adventure mit Rätseleinlagen, in dem man die Maus Quill nicht nur steuert, sondern ihr als sichtbare Präsenz in der Spielwelt zur Seite steht. Das Konzept traf einen Nerv: IGN vergab 8,5 von 10 Punkten und lobte, wie stark der Titel das Medium VR nutze. Der Nachfolger Moss: Book II erhielt 2022 eine 8 von 10, wobei die damals alternde PSVR-Hardware als Hauptbremse genannt wurde.

  • 2018: Moss - Debüt und VR-Referenztitel, 8,5/10 bei IGN
  • 2022: Moss: Book II - Fortsetzung mit grösserer Welt, 8/10
  • 2023: Glassbreakers: Champions of Moss - taktischer Ableger im selben Universum
  • Juli 2026: Moss: The Forgotten Relic - Neuauflage beider Teile ohne VR-Zwang, 8/10

Gerade der letzte Punkt macht das Timing bitter. Mit The Forgotten Relic hatte Polyarc im Juli 2026 den Versuch unternommen, die Reihe aus ihrer VR-Nische zu holen und einem Publikum ohne Headset zugänglich zu machen. IGN bescheinigte dem Remake, es fühle sich trotz der Loslösung von den VR-Wurzeln nicht beschnitten an. Zwei Monate später ist das Studio Geschichte.

Ein weiterer Name auf einer langen Liste

Polyarc reiht sich in ein Jahr ein, das für die Branche verheerend verläuft. 2026 schlossen bereits Bluepoint Games und Dark Outlaw Games unter dem Dach von PlayStation, Ubisoft kündigte im Juni die Schliessung mehrerer Standorte an, Netflix machte im August das Oxenfree-Studio Night School dicht. GreedFall-Entwickler Spiders gab im April auf, Microsoft strich im Juli 3'200 Stellen. Zuletzt musste auch FuturLab, bekannt für PowerWash Simulator, Personal entlassen und ein laufendes Projekt einstellen.

Einordnung

Polyarc war eines der wenigen Studios, das VR nicht als Technikdemo behandelt hat, sondern als erzählerisches Werkzeug - Quill blickte einen an, und das funktionierte. Dass ausgerechnet dieses Team nach einer gut aufgenommenen Öffnung Richtung Flachbildschirm aufgibt, sagt weniger über die Qualität der Spiele aus als über die wirtschaftliche Lage eines Marktes, in dem selbst positive Wertungen kein Sicherheitsnetz mehr sind. Wer Moss noch nicht gespielt hat: Die Spiele bleiben verfügbar - einen dritten Teil wird es nach heutigem Stand aber nicht geben.

Warum das wichtig ist

Moss gehörte zu den wenigen VR-Spielen, die auch Menschen ohne Headset-Affinität überzeugt haben - und war für viele der Grund, überhaupt eine PSVR anzuschliessen. Mit Polyarc verschwindet eines der letzten mittelgrossen Studios, das sich fast ausschliesslich auf VR spezialisiert hatte. Für die Zukunft der Marke Quill gibt es damit vorerst keine Perspektive.

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