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Mortal Shell 2

Mortal Shell 2 streicht die Ausdauerleiste — und die Kritik feiert es

GamesRadar nennt das Sequel von Cold Symmetry den besten Soulslike seit Elden Ring — mit einem Haken bei Kamera und Schwierigkeitsgrad

Republic of Pixels Redaktion17. August 2026 · 15:14 Uhr4 Min. Lesezeit
Mortal Shell 2 streicht die Ausdauerleiste — und die Kritik feiert es
Bild: GamesRadar

KURZFASSUNG

  • Mortal Shell 2 von Cold Symmetry erscheint am 20. August 2026 für PC, PS5 und Xbox Series X, Publisher ist Playstack.
  • Die Ausdauerleiste ist ersatzlos gestrichen; an ihre Stelle tritt eine Entschlossenheits-Leiste, die man mit Nahkampftreffern auflädt.
  • GamesRadar bezeichnet das Sequel als den besten Soulslike seit Elden Ring und lobt Tempo, Tarstones, Hüllen mit eigenen Skilltrees und die dichte Ideenfülle.
  • Kritikpunkte: eine zu nah herangefahrene Kamera, der Nightfall-Modus und ein Schwierigkeitsgrad, der sich zu leicht aushebeln lässt.

Cold Symmetry legt mit Mortal Shell 2 nach — und GamesRadar zieht ein Fazit, das man bei einem Studio dieser Grösse selten liest: der beste Soulslike seit Elden Ring. Das Sequel erscheint am 20. August 2026 für PC, PlayStation 5 und Xbox Series X, Publisher ist erneut Playstack. Der auffälligste Eingriff steckt dabei nicht in der Geschichte, sondern in den Grundregeln des Genres: Die Ausdauerleiste ist ersatzlos gestrichen.

20. Aug. 2026

Release für PC, PS5 und Xbox Series X

1 %

permanenter Zuwachs pro Hakeneinsatz gegen denselben Gegner

2 Std.

am längsten benötigte die Kritik für den härtesten Boss

Vom Schneckentempo zum Sprint

Der Test beschreibt das Original als Spiel, in dem man sich in einem Tempo bewegte, das Schnecken beschämt hätte. Im Nachfolger sei man stattdessen mit einem Ferrari unterwegs. Ausweichen, Angreifen und — laut Kritik der grösste Segen — Sprinten sind nicht länger limitiert. Genre-Puristen dürften darüber die Nase rümpfen, doch für GamesRadar ergibt genau das den eigenständigen Charakter des Sequels: eine Geschwindigkeit, die nach dem zähen Vorgänger regelrecht befreiend wirke.

Entschlossenheit statt Ausdauer

An die Stelle des Stamina-Balkens tritt eine Leiste namens Resolve, also Entschlossenheit, die sich durch erfolgreiche Nahkampftreffer wieder auffüllt. Sie speist das eigentliche Spielzeugarsenal: Wer in der Welt genügend Tarstones findet und ausrüstet, schaltet damit verheerende Spezialangriffe frei oder legt Debuffs wie Gift auf die eigenen Schläge — und auf die Schüsse der Schusswaffe, die nun an der Hüfte hängt. Weil sich nicht jeder Stein mit jeder Hülle kombinieren lässt, drängt das System dazu, ständig umzubauen.

Die Hüllen tragen die Erkundung

Die namensgebenden Hüllen — Leichen, in die der muskulöse Protagonist schlüpft, um deren Erinnerungen und Fähigkeiten anzuzapfen — liegen über die Welt verstreut und sind laut Test der eigentliche Antrieb, jeden Winkel abzusuchen. Die offene Welt sei zwar bei weitem nicht so gewaltig wie jene von Elden Ring, aber immer noch reichlich gross. Jede gefundene Hülle bringt einen eigenen Skilltree mit.

  • Eine Hülle ist auf Schleichen spezialisiert — praktisch, um durch einen Albtraumabschnitt zur verlorenen Erfahrungswährung zu hetzen.
  • Eine zweite steckt in so viel Rüstung, dass sie ganze Gegnerschwärme aushält — und Mortal Shell 2 schickt zunehmend gerne mehrere Feinde gleichzeitig.
  • Eine dritte regeneriert Lebenspunkte, indem sie ein menschliches Herz verspeist.
  • Proxima verfügt über einen Enterhaken, der Gegner heranzieht — oder sie selbst zu allzu schweren Brocken — und dabei einen Stromschlag austeilt.

Genau Proximas Haken zeigt, wie das Spiel Frust abfedert: Ausgebaut wird die Fähigkeit mit jedem Einsatz dauerhaft 1 % effektiver gegen den jeweiligen Gegner — ein Fortschritt, der sich laut Test rasch summiert und an die Meta-Progression von Hades erinnert. Wer also an einer Wand hängen bleibt, kommt mit jedem Versuch ein Stück weiter. Dazu schaltet man beim Aufwerten spielbare Rückblenden frei, kleine Mikrodramen mit surrealen Wendungen.

Killerbücher, ein Zauberer und ein Boss als Flasche

Die Haupthandlung nimmt sich weiterhin bitterernst, drumherum stapelt Cold Symmetry aber ungewöhnlich viele Einfälle. Der Test nennt eine Bibliothek, deren Bücher sich aus den Regalen auf die Spielfigur stürzen, und einen Zauberer, der an der Steuerung herumpfuscht. Der Einstieg zitiert Ari Asters Horrorfilm Midsommar, und als Sinnbild für Alkoholismus tritt eine riesige Flasche als Boss an. Optisch stechen die häufigen Schwarzweiss-Passagen heraus, die dem Rezensenten so gut gefallen, dass er sich das gesamte Spiel in diesem Look gewünscht hätte.

Wo der Test Abstriche macht

Die neue Kamera orientiert sich erkennbar an den jüngsten God-of-War-Teilen und rückt deutlich näher heran, was die Kämpfe intensiver rahmt. Der Preis dafür: Gegner ausserhalb des Bildausschnitts müssen über rote Markierungen am Bildrand angezeigt werden — abschaltbar, aber laut Test besser nicht. Und in Ecken oder zu nah an Wänden gerate die Kamera in Panik und liefere den denkbar unbrauchbarsten Blickwinkel. Immerhin lässt sich in den Optionen auf eine weniger cinematische, dafür übersichtlichere Perspektive wechseln.

Der zweite Kritikpunkt betrifft die Balance: Das Machtarsenal sei grosszügig bis zur Selbstsabotage. Den härtesten Kampf erlebte der Rezensent rund zehn Stunden nach Spielbeginn gegen einen flinken Widersacher mit einem grossen Rad — zwei Stunden Versuche. Kurz darauf jedoch fand er einen Tarstone mit einem Sprungangriff, der beim Aufwerten zusätzlich Stagger-Schaden verursacht, eine Leiste für einen wuchtigen Finisher füllt und in der nächsten Ausbaustufe auch noch Umstehende trifft. Als dritter Minuspunkt steht der Nightfall-Modus im Fazit, der die Orientierung frustrierend mache.

Mortal Shell 2 ist die angenehmste Spieleüberraschung des Jahres. Ein ehrgeizigeres, zugänglicheres Sequel, das das Tempo anzieht und in jeden Winkel seiner schönen offenen Welt Geheimnisse und Ideen stopft.
GamesRadar+, Test zu Mortal Shell 2

Einordnung

Das Urteil der Kritik ist bemerkenswert, weil es weniger die Nähe zu FromSoftware feiert als die Abweichungen davon. Wegfallende Ausdauer, permanente Mini-Boni und ein zugänglicherer Aufbau sind Zugeständnisse, die im Genre traditionell umstritten sind — hier gelten sie als das Beste am Spiel. Den Thron von Elden Ring greife Mortal Shell 2 nicht an, heisst es im Fazit ausdrücklich; es sei eine starke Hommage mit eigenen Verdiensten. Wer das Original wegen des Tempos zur Seite gelegt hat oder bislang keinen Einstieg ins Genre gefunden hat, bekommt am 20. August 2026 den vermutlich freundlichsten Anlauf seit Langem — sollte sich aber darauf einstellen, dass die eigene Macht die Herausforderung stellenweise selbst aushebelt.

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WARUM DAS WICHTIG IST

Soulslikes leben von ihren Regeln — und Mortal Shell 2 kippt mit der Ausdauerleiste eine der ältesten davon. Wer das Original wegen des zähen Tempos abgebrochen hat, bekommt laut Kritik ein grundlegend anderes Spiel. Und wer im Genre bisher an der Einstiegshürde gescheitert ist, findet hier einen deutlich zugänglicheren Weg hinein.

DAS SAGT DIE FACHPRESSE

Klare Empfehlung

Die Kritik bewertet Mortal Shell 2 als deutlich besseres Sequel und als besten Soulslike seit Elden Ring — ohne dessen Thron ernsthaft anzugreifen. Gelobt werden Tempo, Ausrüstungsvielfalt und Erkundungsdrang, bemängelt werden Kamera, Nightfall-Modus und ein zu leicht knackbarer Schwierigkeitsgrad.

STÄRKEN

  • +Deutlich schnelleres Spielgefühl als im Vorgänger, da Ausdauerverwaltung komplett entfällt
  • +Tarstones, Schusswaffe und Debuffs eröffnen laut Kritik ein reichhaltiges Arsenal an Kampfoptionen
  • +Versteckte Hüllen mit eigenen Skilltrees und permanenten Fortschrittsboni motivieren zum Erkunden
  • +Dichte Ideenfülle und starke Optik, insbesondere die Schwarzweiss-Passagen

SCHWÄCHEN

  • Die nah herangefahrene Kamera versagt in Ecken und an Wänden
  • Der Schwierigkeitsgrad lässt sich mit den richtigen Tarstones zu leicht aushebeln
  • Der Nightfall-Modus erschwert die Orientierung

FÜR WEN?

Für alle, die Soulslikes mögen, aber am gemächlichen Tempo des Originals oder an der üblichen Einstiegshürde des Genres gescheitert sind.

KAUFEMPFEHLUNG

Wer auf schnelle Action-RPGs steht, kann laut Kritik zum Release am 20. August 2026 zugreifen; wer knallharte Soulslike-Herausforderung sucht, sollte die Balance-Kritik ernst nehmen.

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