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The Duskbloods

Miyazakis Brettspielabend auf Switch 2 - samt Heiratsantrag im Match

Hidetaka Miyazaki nennt zwei Systeme in The Duskbloods, die er direkt aus seiner Zeit mit Tabletop-Rollenspielen abgeleitet hat

Republic of Pixels Redaktion23. August 2026 · 20:46 Uhr3 Min. Lesezeit
Miyazakis Brettspielabend auf Switch 2 - samt Heiratsantrag im Match
Bild: Eurogamer.de
Kurzfassung
  • Miyazaki nennt im Gespräch mit IGN zwei Mechaniken in The Duskbloods, die sich direkt von Brettspielen ableiten lassen
  • Virtue-Punkte gibt es für Nebenziele, Mini-Bosse und das Halten von King-of-the-Hill-Zonen - laut Miyazaki bewusst kein reines PvP-Feature
  • Das Sigil-System erzeugt matchspezifische Beziehungen und Ziele zwischen Spielern, inklusive Antrag per Blumenstrauss
  • The Duskbloods erscheint exklusiv für Nintendo Switch 2

Wer FromSoftware hört, denkt an Bosse, Ausdauerbalken und schweigsame Welten. Bei The Duskbloods liegt der Ursprung zweier zentraler Systeme jedoch woanders: am Tisch. Director Hidetaka Miyazaki hat im Gespräch mit IGN erklärt, welche Mechaniken seines Switch-2-Exklusivtitels sich direkt auf seine Erfahrungen mit Tabletop-Rollenspielen und Brettspielen zurückführen lassen. Zwei Punkte nennt er dabei ganz konkret - und beide betreffen die Frage, was Spieler:innen in einem Match eigentlich miteinander zu tun haben.

2

Systeme, die Miyazaki direkt von Brettspielen ableitet

Switch 2

einzige Plattform, für die The Duskbloods erscheint

Virtue-Punkte: Wettbewerb ohne blosse Schlägerei

Das erste Element sind die Virtue-Punkte. Sie fallen an, wenn ihr Nebenziele erfüllt, Mini-Bosse ausschaltet oder klassische King-of-the-Hill-Zonen haltet. Der Wettbewerb entscheidet sich also nicht allein daran, wer im direkten Duell die bessere Hand hat, sondern daran, wer die Aufgaben des Matches konsequenter abarbeitet. Genau diese Trennung ist Miyazaki wichtig.

Das ist eben nicht so direkt wie eine einfache Schlägerei, oder? Es ist kein reines PvP-Feature. Vielmehr kennt man solche Systeme aus vielen Brettspielen. Durch meine eigenen Erfahrungen mit Board Games färbte das definitiv auf mich ab und beschäftigte mich immer wieder.
Hidetaka Miyazaki, Director von The Duskbloods, gegenüber IGN

Für die Praxis heisst das: Wer im direkten Kampf unterlegen ist, hat trotzdem Wege, Punkte zu sammeln. Aggressives Spiel ist eine Option unter mehreren, nicht der einzige Pfad zum Sieg - ein Ansatz, den Brettspielrunden seit Jahrzehnten kennen, der in Online-Actionspielen aber deutlich seltener konsequent umgesetzt wird.

Das Sigil-System: Beziehungen statt Würfelwürfe

Der zweite Punkt ist das Sigil-System. Es stellt matchspezifische Beziehungen und Ziele zwischen den Teilnehmenden her. Ein Sigil kann euch auf bestimmte Spieler ansetzen, ein anderes erlaubt es, jemandem mit einem Blumenstrauss einen Antrag zu machen. Aus einer anonymen Lobby wird so ein Geflecht aus Verpflichtungen, Rivalitäten und Gelegenheiten, das sich von Partie zu Partie unterscheidet.

Miyazaki begründet das mit einer Beobachtung aus seiner eigenen Spielvergangenheit. Tabletop-Rollenspiele hätten sich für ihn früher vor allem um einen Vorgang gedreht:

Wenn ich früher solche Spiele gezockt habe, ging es meistens nur darum, Würfel zu werfen, um bestimmte Eigenschaften des Charakters festzulegen. Das war im Grunde schon alles.
Hidetaka Miyazaki, Director von The Duskbloods, gegenüber IGN

Für The Duskbloods wollte er weiter gehen. Ziel sei es gewesen, einen Weg zu finden, nicht nur solche Werte zu steuern, sondern auch die Beziehungen zwischen den Spielenden und weitere Elemente einzubinden, die eigentlich über den Rahmen eines Tabletop-Rollenspiels hinausgehen. Das Sigil-System ist damit weniger ein Zufallsgenerator als ein Rollenverteiler: Es sagt euch nicht, wie stark ihr seid, sondern was ihr in dieser Runde von den anderen wollt.

Was das für die Runde bedeutet

  • Virtue-Punkte für Nebenziele, Mini-Bosse und gehaltene King-of-the-Hill-Zonen
  • Sigils, die pro Match wechselnde Ziele und Beziehungen zwischen Spieler:innen setzen
  • Ein Antrag per Blumenstrauss als spielmechanische Interaktion, nicht als blosse Geste
  • Ein Ränge-System, das laut Miyazaki Neulinge und Profis einordnen soll

Zusammen ergibt das ein Bild, das sich von den bekannten FromSoftware-Titeln deutlich unterscheidet. Statt eines Einzelkampfs gegen die Welt steht ein Wettbewerb mit mehreren gleichzeitig laufenden Erfolgsbedingungen im Zentrum. Wie schwer das für Einsteiger:innen zu überblicken ist, dürfte sich erst in der Praxis zeigen - dass FromSoftware ein Ränge-System für unterschiedliche Erfahrungsstufen einführt, deutet aber darauf hin, dass das Thema im Studio bekannt ist.

Einordnung

Miyazakis Erklärungen sind vor allem eine Präzisierung dessen, was The Duskbloods sein will: kein Deathmatch mit Soulsborne-Anstrich, sondern ein Wettbewerb um Punkte und Rollen, in dem Gewalt ein Mittel unter mehreren ist. Ob das im Live-Betrieb aufgeht, hängt daran, wie gut die Sigils tatsächlich Geschichten zwischen Fremden erzeugen - und ob die Virtue-Punkte auch dann noch relevant bleiben, wenn erfahrene Gruppen die effizienteste Route kennen. Beides lässt sich seriös erst beurteilen, wenn das Spiel exklusiv auf Switch 2 in vielen Händen ist.

Warum das wichtig ist

The Duskbloods ist FromSoftwares erster grosser Multiplayer-Titel exklusiv für Switch 2 - und funktioniert damit anders als die Soulsborne-Spiele, die viele mit dem Studio verbinden. Miyazakis Erklärungen zeigen, dass der Fokus nicht auf reinem Spieler-gegen-Spieler liegt, sondern auf Punktezielen und wechselnden Beziehungen im Match. Wer abschätzen will, ob das Spiel etwas für die eigene Runde ist, bekommt hier den bislang klarsten Hinweis auf die Spielidee.

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