FromSoftware
«Es juckt wieder in den Fingern» - Miyazaki will zurück zum Solo-Spiel
Nach zwei Multiplayer-Projekten in Folge stellt der FromSoftware-Chef klar, warum Nightreign und The Duskbloods kein Kurswechsel sind

KURZFASSUNG
- Miyazaki bezeichnet es als Zufall, dass mit Elden Ring: Nightreign und The Duskbloods zwei Multiplayer-Projekte direkt aufeinanderfolgen
- FromSoftware habe weiterhin einen starken Fokus auf Einzelspieler-Inhalte - die Multiplayer-Arbeit habe die Lust auf ein Solo-Spiel sogar verstärkt
- The Duskbloods diente als Sammelbecken für Ideen, die nie in ein Singleplayer-Spiel gepasst hätten; Nintendo half beim Onboarding
- Der Netzwerktest läuft in fünf Phasen vom 21. bis 24. August, ein Releasedatum steht weiter aus
Zwei Mehrspieler-Projekte in Folge - für viele Fans von FromSoftware sah das zuletzt nach einer neuen Marschrichtung aus. Studiochef Hidetaka Miyazaki widerspricht dieser Lesart nun deutlich: Dass Elden Ring: Nightreign und das kommende Switch-2-Projekt The Duskbloods so dicht beieinanderliegen, sei schlicht Zufall. Und die Arbeit am Multiplayer habe im Studio vor allem eines ausgelöst: Lust auf ein klassisches Einzelspieler-Abenteuer.
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5 Phasen
Netzwerktest zu The Duskbloods, täglich vom 21. bis 24. August
24. Sept.
kurzzeitig aufgetauchtes Releasedatum, das Nintendo dementiert
2022
mit Elden Ring erschien das bislang letzte grosse Solo-Spiel des Studios
Zwei Multiplayer-Spiele - und kein Masterplan dahinter
In einem Interview mit IGN erklärt Miyazaki, dass die Reihenfolge der Veröffentlichungen nie so geplant gewesen sei. Nightreign entstand ohnehin unter anderer Regie: Junya Ishizaki verantwortete das kooperative Spin-off, während Miyazaki selbst bei The Duskbloods die Fäden zieht. Dass beide Ideen unabhängig voneinander im Mehrspielerbereich landeten, sei eine Fügung der Entwicklungszeiten.
“Es ist lustig, weil es nie einen grossen Plan gab, diese beiden Spiele direkt nacheinander zu veröffentlichen.”
“Es ist nicht unbedingt eine grosse Enthüllung im Sinne von: Das ist die Richtung, die wir künftig einschlagen wollen. Wir haben weiterhin einen starken Fokus auf Einzelspieler-Inhalte. Es hat sich jetzt einfach zufällig so ergeben.”
Der Kontext erklärt die Nervosität der Community: Das bislang letzte grosse Solo-Projekt des Studios war Elden Ring aus dem Jahr 2022 - mit Koop und Invasionen zwar online angebunden, aber im Kern eine Einzelspieler-Erfahrung. Nightreign rückte den Mehrspielermodus dann ins Zentrum, und The Duskbloods geht mit einem aktiv kompetitiven PvPvE-Ansatz noch einen Schritt weiter.
Ein Sammelbecken für Ideen, die nie ins Solo-Spiel passten
Als Anomalie im Portfolio beschreibt Miyazaki vor allem The Duskbloods. Über Jahre hätten sich Mechaniken und Konzepte angesammelt, die sich in einer klassischen Solo-Struktur nie unterbringen liessen. Das Multiplayer-Projekt bot endlich einen Rahmen dafür.
“Diese Dinge wirkten wie tolle Ideen, passten aber nicht wirklich in den Kontext eines Singleplayer-Spiels.”
Spass gemacht habe die Abwechslung ohnehin - das Team habe so etwas noch nicht oft gebaut und warte gespannt auf Rückmeldungen. Der entscheidende Nebeneffekt ist aber ein anderer, und er dürfte Souls-Fans beruhigen.
“Wenn überhaupt, ist es so: Je länger man an einem Multiplayer-Titel arbeitet, desto mehr juckt es einen danach wieder in den Fingern, etwas für Einzelspieler zu machen.”
Nintendo als Partner - und ein Titel, den Miyazaki fast bereut
The Duskbloods entsteht exklusiv für die Switch 2 in Partnerschaft mit Nintendo. Laut Miyazaki habe sich die Zusammenarbeit ergeben, weil Nintendo von der Idee begeistert und zugleich sehr vorausschauend gewesen sei, was die Umsetzung angeht. Spürbar wird der Einfluss ausgerechnet dort, wo FromSoftware traditionell schwach ist: beim Einstieg.
“Tutorials und dafür zu sorgen, dass Spielerinnen und Spieler sofort verstehen, wie das Spiel funktioniert und wie man darin erfolgreich ist - das konnten wir historisch nie besonders gut vermitteln. Wir haben die Leute einfach hineingeworfen und gehofft, dass sie es herausfinden.”
Aufräumen musste Miyazaki zudem mit einer hartnäckigen Hoffnung: Trotz Namensähnlichkeit gebe es keinerlei Verbindung zu Bloodborne. Gegenüber GamesRadar sagte er, er bereue es fast, das Wort «Blood» in den Titel gepackt zu haben. Wer im Netzwerktest nach Anspielungen auf Yharnam sucht, sucht also vergebens.
Netzwerktest läuft, Releasedatum bleibt offen
- Der Netzwerktest zu The Duskbloods läuft in fünf Phasen, je eine pro Tag von Freitag, 21. August, bis Montag, 24. August
- Ein offizieller Releasetermin fehlt weiterhin - ein kurzzeitig sichtbarer 24. September wurde von Nintendo dementiert
- FromSoftware hat sich bislang auf eine Veröffentlichung noch in diesem Jahr festgelegt
- Offene Frage für den Herbst: Wie nah wagt sich das Spiel an den GTA-6-Start am 19. November heran?
Einordnung
Miyazakis Aussagen sind kein Ankündigungsersatz - ein neues Solo-Projekt wurde weder genannt noch datiert. Aber sie sortieren die Erwartungen: The Duskbloods ist bei FromSoftware der Ausreisser, nicht die neue Norm. Und wenn der Studiochef sagt, dass ihm nach Monaten Multiplayer-Arbeit die Finger jucken, ist die Richtung für das nächste grosse Projekt zumindest angedeutet. Die konkrete Nachricht der kommenden Wochen bleibt trotzdem eine andere: ein Releasedatum, das Nintendo bislang lieber dementiert, als es zu bestätigen.
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WARUM DAS WICHTIG IST
FromSoftware hat mit Demon's Souls, Dark Souls und Elden Ring das moderne Solo-Rollenspiel geprägt - zwei Mehrspieler-Titel in Folge wirkten deshalb auf viele wie ein Strategiewechsel. Miyazakis Aussagen ordnen ein, was nach The Duskbloods zu erwarten ist, und nehmen der Debatte um eine angebliche Multiplayer-Zukunft des Studios die Grundlage.
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