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The Duskbloods

«Eine flüchtige Liebe» - Miyazaki über die Ehe im Duskbloods

In The Duskbloods können sich Spielerinnen und Spieler erstmals in einem FromSoftware-Titel gegenseitig das Jawort geben - der Regisseur sieht darin aber keine klassische Romanze

Republic of Pixels Redaktion04. September 2026 · 20:04 Uhr3 Min. Lesezeit
«Eine flüchtige Liebe» - Miyazaki über die Ehe im Duskbloods
Bild: GamesRadar
Kurzfassung
  • In The Duskbloods können sich zwei Spielende per Siegel «Love Ephemeral» gegenseitig heiraten - die erste offene Romanze zwischen Spielenden in einem FromSoftware-Spiel
  • Hidetaka Miyazaki bezeichnet die Mechanik gegenüber The Guardian nicht als klassische Romanze, sondern als «sicheres Vertrauen»
  • Als Vorbild nennt er die Maidens aus Elden Ring; frühere Titel boten Ehen nur mit NPCs wie Anri von Astora oder Ranni
  • Im Netzwerktest berichteten Spielende, während des Antrags von Gegnern getötet worden zu sein

FromSoftware hat in zwei Jahrzehnten unzählige Wege gefunden, Zuneigung in Blut und Asche zu verpacken - aber immer nur zwischen Spielfigur und NPC. Mit The Duskbloods ändert sich das: Der Switch-2-Titel erlaubt es erstmals, dass sich zwei reale Spielende im Match miteinander vermählen. Regisseur Hidetaka Miyazaki hat gegenüber The Guardian erklärt, wie er diese Mechanik selbst versteht - und wo ihre Wurzeln liegen.

EXTERNER INHALT VON REDDIT

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8

Spielende treffen in einer Partie aufeinander

2016

Dark Souls 3 erlaubte die Ehe mit Anri von Astora

2022

Elden Ring machte ein Bündnis mit Ranni möglich

Ein Kniefall mitten im Blutrausch

The Duskbloods spielt vor dem Hintergrund der unnatürlichen «Dusk of Humanity». Bis zu acht mit mächtigem Blut erfüllte Figuren treffen dort aufeinander und jagen einander nach einem noch tieferen Rot. Wer will, muss die Konkurrenz aber nicht zwingend töten: Das Siegel «Love Ephemeral» erlaubt es, vor einer anderen Person auf ein Knie zu gehen, ihre Hände zu nehmen und die eigene Ergebenheit per Emote auszudrücken.

Das ist, rein äusserlich betrachtet, die eindeutigste romantische Geste der Studiogeschichte. Bisher waren solche Bindungen stets an Gegenstände und feste Figuren geknüpft - jetzt entscheidet das Gegenüber selbst, ob es zurückgreift oder zuschlägt.

Miyazaki: kein Liebespaar, sondern Verlass

Der Regisseur selbst geht auf Distanz zum Begriff Romanze. Ihm gehe es weniger um Verliebtheit als um eine Form von Sicherheit, die sich durch seine Spiele zieht.

Ich empfinde es weniger als traditionelle Romanze und mehr als ein Gefühl von sicherem Vertrauen zu einer Figur in dieser Welt - und das ist etwas, wonach ich mich persönlich sehne.
Hidetaka Miyazaki, Regisseur, gegenüber The Guardian

Als Referenzpunkt nennt er ausgerechnet jene Figuren, die in Elden Ring das Aufleveln ermöglichen - eine Beziehung, die im Kern funktional ist und trotzdem emotional aufgeladen wirkt.

Es ist nicht zwangsläufig eine romantische Paarung, es geht darum, jemanden zu haben, auf den man sich letztlich verlassen kann. Dieses Konzept zieht sich von Figuren wie den Maidens in Elden Ring durch … es ist eine vergängliche, flüchtige Liebe, und das ist vielleicht ein Motiv, das ich anstrebe.
Hidetaka Miyazaki, Regisseur, gegenüber The Guardian

Von Anri bis Ranni: die Vorgeschichte

Wer die Katalogtiefe kennt, sieht die Linie sofort. FromSoftware hat Bindungen bisher konsequent an Rituale und Ringe gekoppelt:

  • Dark Souls 3 (2016): Die Ehe mit Anri von Astora wird über den Ring des bösen Auges besiegelt
  • Elden Ring (2022): Ein Bündnis mit Ranni entsteht, wenn man ihr den Dunkelmondring an den Finger streift
  • Feuerhüterinnen, Schreinmaiden und die Puppe aus Bloodborne halten praktische Beziehungen aufrecht - sie ermöglichen das Aufsteigen
  • Alle diese Figuren beeinflussen Handlungsverlauf oder Enden, ihre Gunst zu suchen ist also auch spielerisch klug

Der entscheidende Unterschied in The Duskbloods: Der andere Part ist kein Skript, sondern ein Mensch mit eigener Agenda - und mit einer Waffe in der Hand.

Im Netzwerktest endete mancher Antrag tödlich

Genau das führte im Netzwerktest zu Szenen, die Miyazakis Idee vom «sicheren Vertrauen» ziemlich direkt auf die Probe stellten. Mehrere Teilnehmende berichteten, während der Animation von «Love Ephemeral» erschlagen worden zu sein, bevor der Antrag überhaupt zu Ende gebracht werden konnte.

Die Leute sind viel zu aggressiv, obwohl es dafür keinen Grund gibt! Ich suche auch die Liebe.
Kommentar eines Testspielers auf Reddit

Aus Designsicht ist das kein Fehler, sondern die logische Konsequenz: Wer die Deckung senkt, um eine Allianz anzubieten, riskiert alles. Ob FromSoftware diese Verwundbarkeit im finalen Spiel abfedert oder bewusst stehen lässt, ist bislang offen.

Einordnung

The Duskbloods ist der erste FromSoftware-Titel, in dem soziale Bindung zur Mechanik zwischen Spielenden wird - und damit auch der erste, in dem Vertrauen aktiv gebrochen werden kann. Ein konkreter Erscheinungstermin fehlt weiterhin: Ein kursierendes September-Datum wurde von Nintendo dementiert, bestätigt ist bislang nichts. Bis dahin bleibt die Frage offen, ob «Love Ephemeral» als taktisches Bündnis, als reines Rollenspiel-Ritual oder als perfekte Falle in Erinnerung bleibt.

Warum das wichtig ist

FromSoftware bricht mit einer eigenen Tradition: Statt einer einseitigen Bindung an einen NPC entsteht in The Duskbloods eine soziale Mechanik zwischen echten Menschen - mitten in einem PvP-Match. Das verändert, wie Vertrauen und Verrat in einem Souls-Ableger funktionieren, und zeigt zugleich, wie Miyazaki seine wiederkehrenden Motive in ein Multiplayer-Design überträgt.

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