Xbox-Entlassungen
ZeniMax- und Bethesda-Teams fürchten weitere Kürzungen
Zwei Betroffene schildern eine Stimmung, die es laut ihnen vor der Microsoft-Übernahme so nicht gab
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KURZFASSUNG
- Xbox strich im Juli 1.600 Stellen sofort, weitere 1.600 sollen im Verlauf des Geschäftsjahres folgen
- Mitarbeitende von ZeniMax Online Studios und Bethesda Game Studios berichten von anhaltender Angst vor der nächsten Runde
- Bei Fallout 76 verloren mehrere Autoren und Quest-Designer ihren Job
- Gewerkschaftsvertreterinnen bitten die Community, sich bei Xbox Gehör zu verschaffen
Xbox hat im vergangenen Monat eine umfangreiche Entlassungswelle eingeleitet. Die erste Runde mit 1.600 gestrichenen Stellen wurde unmittelbar umgesetzt, weitere 1.600 Stellen sollen im Verlauf des laufenden Geschäftsjahres folgen. Wie sich die Situation für die Belegschaft konkret anfühlt, schildern nun zwei Betroffene aus dem Xbox-Studioverbund: Alyssa Gobelle von ZeniMax Online Studios und Annie Barrett von Bethesda Game Studios. Beide sind gewählte Vertreterinnen ihrer Gewerkschaftskolleg:innen der Communications Workers of America (CWA) und sprachen mit dem Portal TheGamer über die Wochen der Ungewissheit.
1.600
Stellen fielen in der ersten, bereits umgesetzten Kürzungswelle weg
1.600
weitere Stellen sollen laut Xbox im Verlauf des Geschäftsjahres folgen
14 Jahre
ist Alyssa Gobelle bereits für ZeniMax Online Studios tätig
Vom vermeintlich sicheren Hafen zur Unsicherheit
Gobelle arbeitet seit vierzehn Jahren bei ZeniMax Online Studios und bringt insgesamt zwanzig Jahre Branchenerfahrung mit. Sie erinnert sich an frühere Entlassungswellen aus den 2000er-Jahren, bei denen Teams in zwei getrennte Räume geschickt wurden — einen für Gekündigte, einen für Verbleibende — ohne vorher zu wissen, welcher Raum welcher war. Vor der Übernahme durch Xbox habe ZeniMax langjährige Mitarbeitende geschätzt und als eine Art letzter verlässlicher Ort in der Branche gegolten, so Gobelle. Als Gewerkschaftsmitglied konnte sie diesmal nicht sofort entlassen werden, weil die CWA laut ihrer Darstellung dafür sorgt, dass Betroffene einen fairen Deal erhalten.
Bethesda: Studioschliessungen und Entlassungen als neue Realität
Auch Annie Barrett, seit fast sieben Jahren bei Bethesda Game Studios, sieht einen klaren Bruch mit der Zeit vor der Microsoft-Übernahme. Auf frühere Studioschliessungen folgten nun Entlassungen direkt bei Bethesda Game Studios selbst. Anders als bei früheren Wellen kursierten diesmal vorab widersprüchliche Berichte darüber, wer betroffen sein könnte — laut Barrett gab es jedoch keinen konkreten Hinweis darauf, wie stark ihr Studio am Ende getroffen würde. Letztlich verloren mehrere Autoren und Quest-Designer von Fallout 76 ihre Stelle.
“So etwas hatte es noch nie gegeben. Es ist definitiv eine ganz andere Welt.”
Angst als Dauerzustand für die Verbleibenden
Beide rechnen damit, dass die noch ausstehenden 1.600 Kürzungen später im Jahr jedes Studio treffen können — auch jene, die bereits in der ersten Welle Mitarbeitende verloren haben. Gobelle beschreibt die psychische Belastung als anhaltendes Problem für alle, die vorerst bleiben durften.
“Selbst wenn sie sagen würden, dass man sicher ist, traue ich ihnen nicht zu, sich daran zu halten. Ich bin sicher, dass alle Zurückgebliebenen diese Angst spüren, und sie werden sie noch viel länger als zwei Wochen ertragen müssen. Es ist für niemandes Gesundheit gut. Es kann buchstäblich Magengeschwüre und andere Probleme des Nervensystems verursachen, und es ist einfach nicht gut für die Psyche.”
Immerhin habe Xbox die Kürzungen diesmal nicht ohne Vorwarnung durchgezogen, berichtet Gobelle. Über das Wochenende zum US-Unabhängigkeitstag nahmen viele Kolleg:innen Urlaub, ohne zu wissen, ob sie danach ihren Job noch haben würden — parallel stand die Veröffentlichung einer neuen Season von The Elder Scrolls Online an.
- Lebensläufe aktualisieren
- Persönliche Angelegenheiten regeln
- Sicherstellen, dass Medikamente vorhanden sind
- Krankenversicherung überprüfen
Sorge um laufende Projekte
Laut Xbox wurden im Zuge der Kürzungen keine bereits angekündigten Titel gestrichen. Barrett zweifelt jedoch daran, dass der Stellenabbau ohne Folgen für laufende Projekte bleibt, da einige der Entlassenen zentrale Rollen innehatten.
“Das waren Projekte, in die wir unser Herz gesteckt haben, und wir wollten sie unbedingt fertigstellen.”
Gobelle ergänzt, dass ehemalige Kolleg:innen es diesmal schwerer haben dürften, eigene Studios zu gründen, weil Wagniskapital kaum verfügbar sei. Dem Stellenabbau ging der Weggang von Xbox-Chef Phil Spencer voraus, dessen Nachfolge Asha Sharma antrat. Einen Boykott streben die Gewerkschaften nicht an, Barrett bittet die Community jedoch darum, sich gegenüber Xbox und anderen grossen Spielefirmen Gehör zu verschaffen — das mache laut ihr tatsächlich einen Unterschied.
COMMUNITY-UMFRAGE
Was wiegt bei Xbox-Entlassungen am schwersten?
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WARUM DAS WICHTIG IST
Die Kürzungen betreffen Teams hinter laufenden Live-Service-Titeln wie The Elder Scrolls Online und Fallout 76 und werfen die Frage auf, wie stabil Entwicklungspläne unter Xbox künftig noch sind. Für Spielerinnen und Spieler bedeutet die anhaltende Unsicherheit im Studio potenziell Auswirkungen auf Tempo und Umfang kommender Inhalte.
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