Nintendo Switch 2
Switch 2 wird am 1. September teurer - und danach vielleicht erneut
Samsung hebt die Preise für genau jenen Fertigungsprozess an, in dem der Chip der Switch 2 entsteht

- Ab dem 1. September steigt der Switch-2-Preis in Europa von 469,99 auf 499,99 Euro, in Nordamerika von 449,99 auf 499,99 US-Dollar.
- Laut Reuters hat Samsung die Preise für Auftragsfertigung angehoben - beim 8-Nanometer-Prozess um rund 10 Prozent, bei moderneren Verfahren um bis zu 15 Prozent.
- Der Nvidia Tegra T239 der Switch 2 wird im 8-Nanometer-Verfahren gefertigt, Nintendo ist also direkt betroffen.
- Firmenpräsident Shuntaro Furukawa hat weitere Preiserhöhungen mehrfach nicht ausgeschlossen; bis 30. Juni 2026 wurden 23,68 Millionen Switch 2 ausgeliefert.
Am 1. September wird die Nintendo Switch 2 in Europa und Nordamerika teurer - das steht seit Monaten fest. Neu ist die Frage, wie lange der dann gültige Preis überhaupt Bestand hat. Ein Bericht der Nachrichtenagentur Reuters über gestiegene Fertigungskosten bei Samsung trifft ausgerechnet jenen Produktionsprozess, aus dem das Herzstück der Konsole stammt. Eine zweite Erhöhung ist damit zwar nicht angekündigt, aber auch nicht vom Tisch.
499,99 €
kostet die Switch 2 in Europa ab dem 1. September - bisher waren es 469,99 Euro
10 %
teurer wurde laut Reuters der 8-Nanometer-Prozess bei Samsung
23,68 Mio.
ausgelieferte Switch 2 bis zum 30. Juni 2026
Was sich am 1. September ändert
Nintendo hatte die Preiserhöhung bereits Anfang Mai beschlossen. In Japan gilt der höhere Preis seit Ende Mai, im Westen greift er erst jetzt: In Europa klettert die Switch 2 von 469,99 auf 499,99 Euro, in den USA von 449,99 auf 499,99 US-Dollar. Wer die Konsole noch zum alten Kurs mitnehmen will, hat also nur noch wenige Tage Zeit. Damit reiht sich Nintendo in eine Entwicklung ein, die die Konkurrenz schon länger mitmacht: PS5 sowie Xbox Series X und S wurden wegen der stark gestiegenen Komponentenpreise bereits mehrfach teurer.
Der Chip in der Switch 2 wird teurer
Laut Reuters hat Samsung die Preise für mehrere Auftragsfertigungsdienste angehoben. Betroffen ist unter anderem der 8-Nanometer-Prozess, dessen Kosten um rund 10 Prozent gestiegen sind. Bei moderneren Fertigungsverfahren fallen die Aufschläge mit bis zu 15 Prozent noch deutlicher aus. Für Nintendo ist vor allem die erste Zahl relevant: Der Nvidia Tegra T239, der in der Switch 2 steckt, wird unter anderem von Samsung im 8-Nanometer-Verfahren produziert.
Der Hintergrund ist bekannt und betrifft die gesamte Branche. Die enorme Nachfrage nach KI-Chips bindet weltweit Fertigungskapazitäten, gleichzeitig sind die modernen Produktionslinien von TSMC zunehmend ausgelastet. Das verschafft Samsung in Preisverhandlungen mit Grossabnehmern wie Nintendo zusätzlichen Spielraum - ein Verhandlungsvorteil, den es vor wenigen Jahren so nicht gab.
Drei Wege, die Nintendo offenstehen
Ob und wie stark sich die höheren Fertigungskosten am Ende auf den Ladenpreis auswirken, hängt an den künftigen Vertragsbedingungen. Grundsätzlich hat Nintendo drei Optionen:
- Die Mehrkosten selbst tragen und die Marge schrumpfen lassen
- Mit Samsung neue Konditionen aushandeln
- Einen Teil der zusätzlichen Ausgaben an die Kundschaft weitergeben
Wichtig für die Einordnung: Zehn Prozent höhere Prozesskosten bedeuten keineswegs zehn Prozent höhere Konsolenpreise. Der Prozessor macht nur einen Teil der gesamten Hardware- und Produktionskosten aus. Selbst wenn Nintendo die Mehrkosten weiterreicht, dürfte ein möglicher Aufschlag also deutlich kleiner ausfallen als die Prozentzahl aus dem Reuters-Bericht suggeriert. Eine konkrete Zahl gibt es bislang nicht - alles Weitere ist Spekulation.
Nintendo hält sich alle Türen offen
Zu den aktuellen Berichten hat sich Nintendo nicht geäussert. Firmenpräsident Shuntaro Furukawa hat allerdings schon mehrfach betont, dass sich das Unternehmen weitere Preisanpassungen ausdrücklich vorbehält. Im Mai räumte er zudem ein, dass der Sprung auf 499,99 Euro beziehungsweise 499,99 US-Dollar die bereits gestiegenen Produktionskosten nicht einmal vollständig abdeckt. Als Ausgleich versprach er der Kundschaft, den Wert der Switch 2 in den kommenden Jahren durch ein «umfassendes Software-Angebot» zu steigern - die Preiserhöhung soll sich also über die Spielebibliothek relativieren.
Wirtschaftlich steht die Konsole dabei nicht unter Druck: Seit dem Start im Juni 2025 wurden bis zum 30. Juni 2026 insgesamt 23,68 Millionen Einheiten ausgeliefert. Nachfrage ist also reichlich vorhanden, was eine weitere Anpassung nach oben aus Nintendos Sicht zumindest nicht riskanter macht.
Einordnung
Eine zweite Preiserhöhung ist derzeit nichts weiter als eine plausible Möglichkeit - bestätigt ist gar nichts. Bemerkenswert ist eher der Bruch mit einer alten Gewissheit: Konsolen wurden über ihren Lebenszyklus hinweg traditionell günstiger, nicht teurer. In der aktuellen Marktlage, in der KI-Rechenzentren um dieselben Fertigungskapazitäten konkurrieren wie Spielkonsolen, gilt diese Regel offenbar nicht mehr. Wer mit dem Kauf einer Switch 2 liebäugelt, sollte deshalb nicht darauf setzen, dass Warten den Preis drückt.
Wer den Kauf einer Switch 2 vor sich herschiebt, zahlt ab dem 1. September dreissig Euro mehr - und muss damit rechnen, dass dieser Aufschlag nicht der letzte war. Die Ursache liegt ausserhalb von Nintendos Kontrolle: Der weltweite Run auf KI-Chips verteuert die Chipfertigung für die gesamte Spielebranche, wie schon die mehrfachen Preisanpassungen bei PS5 und Xbox Series X/S gezeigt haben.
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