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Umsatz sinkt, Gewinn steigt trotz schwächerer Hardware

US-Zollrückerstattungen und starke Software-Verkäufe prägen das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027

Republic of Pixels Redaktion06. August 2026 · 11:02 Uhr3 Min. Lesezeit
Nintendo: Umsatz sinkt, Gewinn steigt trotz schwächerer Hardware
Bild: GamesIndustry.biz

KURZFASSUNG

  • Nettoumsatz sinkt im Q1 FY2027 um 9,5 % auf 517,8 Mrd. Yen, der Betriebsgewinn steigt um 150,5 % auf 142,5 Mrd. Yen.
  • Grund ist unter anderem eine Rückerstattung von US-Zöllen in Höhe von 300 Millionen Dollar, die Nintendo laut eigenen Angaben grösstenteils selbst trug statt sie an Kund:innen weiterzugeben.
  • Switch 2 verkaufte sich im Quartal 3,82 Millionen Mal (–34,4 % gegenüber Vorjahr), seit Marktstart wurden 23,68 Millionen Einheiten ausgeliefert.
  • Digitale Verkäufe wuchsen um 90 %, das IP-Geschäft um 107,4 % – Letzteres angetrieben vom Erfolg des Kinofilms The Super Mario Galaxy Movie.

Nintendo hat die Finanzergebnisse für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 (April bis Juni 2026) veröffentlicht. Der Nettoumsatz sank im Jahresvergleich um 9,5 Prozent auf 517,8 Milliarden Yen (rund 3,2 Milliarden Dollar). Trotz des Rückgangs stieg der Betriebsgewinn um 150,5 Prozent auf 142,5 Milliarden Yen (902,7 Millionen Dollar), der ordentliche Gewinn um 115,1 Prozent auf 206,1 Milliarden Yen (1,3 Milliarden Dollar) und der Reingewinn um 53,3 Prozent auf 147,4 Milliarden Yen (925 Millionen Dollar).

Zollrückerstattung als Gewinntreiber

Ein zentraler Faktor für den Gewinnsprung war eine einmalige Rückerstattung von US-Zöllen in Höhe von 300 Millionen Dollar, die zuvor als Teil der Herstellungskosten verbucht worden waren. Nintendo stellte klar, dass diese Rückerstattungen die Kundschaft nicht direkt begünstigten, sondern in erster Linie dem Unternehmen selbst zugutekamen.

wurden hauptsächlich vom Unternehmen selbst getragen, anstatt über die Produktpreise an die Verbraucher weitergegeben zu werden.
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Der Hintergrund: Nintendo hatte kürzlich versucht, eine Sammelklage abzuweisen, in der dem Unternehmen vorgeworfen wird, diese Rückerstattungen nicht an die Kundschaft weitergegeben zu haben. In der Klageerwiderung argumentierten Nintendos Anwälte, das Unternehmen habe die Zollkosten für einige seiner beliebtesten Produkte des Jahres 2025 – darunter das Flaggschiff-Konsole Switch 2 – bewusst selbst getragen.

nahm moderate und gezielte Preisanpassungen vor und entschied sich dafür, bei einigen seiner beliebtesten Produkte des Jahres 2025, darunter die Flaggschiff-Konsole Switch 2, die Kosten der Zölle selbst zu tragen.
Nintendos Anwälte in der Klageerwiderung

Switch 2 wächst weiter, aber langsamer

Der Rückgang des Gesamtumsatzes geht vor allem auf schwächere Hardware-Verkäufe zurück: Die Sparte für dedizierte Videospielplattformen fiel um 13,3 Prozent auf 483 Milliarden Yen. Die Switch 2 verkaufte sich im Quartal 3,82 Millionen Mal – ein Rückgang von 34,4 Prozent gegenüber den 5,82 Millionen Einheiten im Vorjahresquartal. Nintendo betonte dennoch, dass die Konsole weiterhin auf Zuspruch stösst.

viele Verbraucher entschieden sich weiterhin für das System, begünstigt durch die Veröffentlichung neuer Titel und andere Faktoren.
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  • Switch 2: 3,82 Mio. Einheiten im Quartal, 23,68 Mio. seit Marktstart ausgeliefert
  • Switch 2 übertrifft im zweiten Jahr die Verkaufskurve der Original-Switch
  • Switch-2-Software: 9,46 Mio. Einheiten (+9,2 % gegenüber Vorjahr)
  • Original-Switch-Hardware: 0,66 Mio. Einheiten (–31,8 %), Software: 33,81 Mio. Einheiten (+38,6 %)

Zur Entwicklung im zweiten Jahr nach Marktstart äusserte sich Nintendo optimistisch und verwies zudem auf den japanischen Markt, wo Ende Mai eine Preisanpassung in Kraft trat.

Für ein Hardwaresystem in seinem zweiten Jahr fallen die Verkaufszahlen im Vergleich zur Adoptionskurve der Nintendo Switch günstig aus. Auch auf dem japanischen Markt, wo am 25. Mai eine Preisanpassung in Kraft trat, blieb der Hardware-Absatz solide.
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Digitale Verkäufe und Filmgeschäft treiben die Marge

Auf der Softwareseite verzeichnete Nintendo bei Switch 2 unter anderem stabile Verkäufe von Yoshi and the Mysterious Book und Star Fox, während Pokémon Pokopia seit dem Marktstart im März knapp vier Millionen Einheiten absetzte. Bei der Original-Switch sorgte Tomodachi Life: Living the Dream seit dem Launch im April für 7,94 Millionen verkaufte Einheiten. Die digitalen Verkäufe über alle Plattformen stiegen um 90 Prozent auf 132,7 Milliarden Yen, getrieben von einem höheren Anteil herunterladbarer Versionen physischer Titel. Auch das IP-Geschäft – Lizenzen, Merchandising und Film – wuchs deutlich: Mit 34,8 Milliarden Yen (plus 107,4 Prozent) profitierte dieser Bereich massgeblich vom Erfolg des Kinofilms The Super Mario Galaxy Movie, der weltweit die Marke von einer Milliarde Dollar an den Kinokassen überschritten hat.

Ausblick bleibt unverändert

Nintendo hat die im Mai veröffentlichte Jahresprognose nicht angepasst. Für das Gesamtjahr rechnet das Unternehmen weiterhin mit einem Nettoumsatz von 2,05 Billionen Yen (minus 11,4 Prozent), einem Betriebsgewinn von 370 Milliarden Yen, einem ordentlichen Gewinn von 430 Milliarden Yen und einem Reingewinn von 310 Milliarden Yen. Gestützt wird diese Prognose durch einen dichten Veröffentlichungsplan: Nach Splatoon Raiders im Juli sollen Fire Emblem: Fortune's Weave im September, Nintendo Switch Sports Resort im Oktober und The Legend of Zelda: Ocarina of Time noch 2026 für die Switch 2 erscheinen. Für die Original-Switch setzt Nintendo weiterhin auf die installierte Basis und den Rückkatalog, unterstützt durch den im Juli erschienenen Titel Rhythm Heaven Groove.

Die Zahlen bestätigen einen Trend, der sich seit dem Start der Switch 2 abzeichnet: Nintendos Geschäft verschiebt sich zunehmend von reinen Hardware-Verkäufen hin zu Software, digitalen Vertriebswegen und Lizenzgeschäften. Für die kurzfristige Gewinnentwicklung spielte zusätzlich die einmalige US-Zollrückerstattung eine Rolle – ein Effekt, der im laufenden Rechtsstreit um die Weitergabe dieser Rückerstattungen an Kundschaft weiterhin juristisch geprüft wird.

WARUM DAS WICHTIG IST

Die Zahlen zeigen, wie stark Nintendos Geschäft inzwischen von Software- statt Hardware-Verkäufen getragen wird und wie handelspolitische Massnahmen wie US-Zölle die Preisgestaltung von Konsolen wie der Switch 2 beeinflussen können. Für Spielende ist zudem relevant, welche Titel Nintendo für die kommenden Monate ins Feld führt.

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