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Pokemon Company sperrt TCG-Sets für Käufer ausserhalb Japans

Als Reaktion auf massives Scalping dürfen bestimmte Mega-30th-Celebration-Produkte künftig nur noch mit japanischem Ausweis gekauft werden

Republic of Pixels Redaktion05. August 2026 · 23:02 Uhr2 Min. Lesezeit
Pokemon Company sperrt TCG-Sets für Käufer ausserhalb Japans
Bild: IGN

KURZFASSUNG

  • The Pokemon Company beschränkt vier Mega-30th-Celebration-Produkte im offiziellen Online-Shop auf Käufer:innen mit japanischem Ausweis.
  • Die Verifizierung erfolgt über die Digital Identification App in Verbindung mit der My Number Card.
  • Bereits zuvor wurden in ausgewählten japanischen Läden Gesichtserkennungsscans eingeführt.
  • Nintendo-Präsident Shuntaro Furukawa hatte die Massnahme im Juli angekündigt, um Scalping zu bekämpfen.

The Pokemon Company greift bei ausgewählten Trading-Card-Game-Produkten zu einer bislang unüblichen Massnahme: Vier Artikel aus der Mega-30th-Celebration-Reihe können im offiziellen Online-Shop künftig ausschliesslich von Personen mit japanischer Staatsbürgerschaft erworben werden. Wer keinen entsprechenden, von der japanischen Regierung ausgestellten Ausweis besitzt, geht leer aus.

Welche Sets betroffen sind

  • Pokémon Card Game Mega Expansion Pack 30th Celebration Box – 7'200 Yen (rund 46 US-Dollar)
  • Pokémon Card Game Mega 30th Celebration Futuristic Box – 27'500 Yen (rund 174 US-Dollar), inklusive zweier Pikachu-EX-Promokarten, Deck- und Displaybox sowie Spielmatte
  • Pokémon Card Game Mega 30th Celebration Espeon and Umbreon Premium Deck Set – 6'200 Yen (rund 39 US-Dollar)
  • Pokémon Card Game Mega 30th Celebration Card Set – 10'800 Yen (rund 68 US-Dollar)

Verifizierung über digitale Ausweisdaten

Für den Kauf müssen Interessierte die Digital Identification App nutzen, ein kostenloses Onlinetool, mit dem sich Dokumente unterzeichnen und Identitäten verifizieren lassen. Die App arbeitet mit der My Number Card zusammen, einer IC-Chip-Karte, die japanischen Bürger:innen sowohl als amtlicher Fotoausweis als auch als digitaler Zugang zu Behördendiensten dient. Die Massnahme wurde bereits im Juli erstmals angekündigt und ist damit die erste ihrer Art im TCG-Bereich des Unternehmens.

Ergänzt wird die ID-Pflicht durch Gesichtserkennungsscans, die in ausgewählten Kartenläden in Japan bereits eingeführt wurden und laut Unternehmensangaben Erwachsene sowie Kinder ab dem Grundschulalter betreffen. Ziel sei es, ein sicheres Einkaufsumfeld zu gewährleisten, Kriminalität vorzubeugen und geltende Kaufregeln durchzusetzen.

Nintendo steht zudem bei Bedarf mit The Pokémon Company in Kontakt, um geeignete Wege zur Bereitstellung von Produkten für die Verbraucher zu besprechen. Wir gehen davon aus, dass The Pokémon Company weiterhin Massnahmen ergreifen wird, um auf dieses Problem zu reagieren.
Shuntaro Furukawa, Nintendo-Präsident

Scalping als branchenweites Phänomen

Die Problematik beschränkt sich nicht auf Pokemon. Erst kürzlich sorgten neue, prinzessinnenthematisierte Lorcana-Packs für überlaufene Disney-Parks und -Stores in den USA und Europa; ein Standort musste zeitweise schliessen, um Chaos unter wartenden Käufer:innen und Scalpern zu verhindern. Auch abseits von Sammelkarten sind stark nachgefragte Lizenzprodukte betroffen: Exklusive One-Piece-x-Popeye's-Bento-Boxen wurden auf eBay für hunderte Dollar weiterverkauft, limitierte Pokemon-Pop-Tarts erzielten Angebote von bis zu 50 US-Dollar.

Ob die Beschränkung auf japanische Staatsbürger:innen den Wiederverkaufsmarkt tatsächlich eindämmt, bleibt offen. Für internationale Sammler:innen dürfte der Zugang zu den betroffenen Sets damit vorerst deutlich erschwert sein, während sich zeigt, wie weit Unternehmen inzwischen bereit sind zu gehen, um automatisierten Aufkauf zu verhindern.

WARUM DAS WICHTIG IST

Die Massnahme zeigt, wie weit Unternehmen mittlerweile gehen, um Sammelkartenmärkte gegen automatisierten Wiederverkauf abzusichern. Für internationale Sammler:innen bedeutet das gleichzeitig einen spürbar erschwerten Zugang zu limitierten Sets.

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