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Sony erhält 508 Millionen Dollar Zoll-Rückerstattung, PS5-Kundschaft geht leer aus

Der Grossteil der Rückzahlung fliesst laut Sony-Finanzchefin Lin Tao an die PlayStation-Sparte, während Klagen wegen erhöhter PS5-Preise unbeantwortet bleiben

Republic of Pixels Redaktion05. August 2026 · 22:02 Uhr1 Min. Lesezeit
Sony erhält 508 Millionen Dollar Zoll-Rückerstattung, PS5-Kundschaft geht leer aus
Bild: GamesRadar

KURZFASSUNG

  • Sony erhält vom US-Staat rund 80 Milliarden Yen (508 Mio. Dollar) an Zoll-Rückerstattungen, nachdem Trumps globale Zölle für illegal erklärt wurden.
  • Laut Sony-CFO Lin Tao geht der Grossteil dieser Summe an die PlayStation-Sparte, die PS5-Preise wegen der Zölle erhöht hatte.
  • Rund 70 Prozent (ca. 356 Mio. Dollar) wurden bereits zwischen April und Juni 2026 vereinnahmt, etwa 152 Mio. Dollar stehen noch aus.
  • Trotz laufender Sammelklagen von PS5-Kundschaft gibt es keine Anzeichen für Rückerstattungen an Verbraucherinnen und Verbraucher.

Sony erhält vom US-Staat eine Rückerstattung von rund 80 Milliarden Yen, umgerechnet etwa 508 Millionen Dollar. Grund dafür ist ein Urteil des Supreme Court, der die von der US-Regierung unter Präsident Trump verhängten globalen Zölle für unrechtmässig erklärte. PlayStation hatte die Preise für die PS5 im vergangenen Jahr als Reaktion auf diese Zölle erhöht – für die betroffene Kundschaft gibt es bislang jedoch keine Aussicht auf eine Rückzahlung.

PlayStation trägt den Grossteil der Zollkosten

Wie Stephen Totilo von Game File berichtet, äusserte sich Sonys Finanzchefin Lin Tao vergangene Woche im Rahmen einer Fragerunde mit Presse und Investoren zur Verteilung der Rückerstattung. Demnach fliesst der Grossteil der Summe an die PlayStation-Sparte, was darauf hindeutet, dass das Gaming-Geschäft den grössten Anteil der zollbedingten Mehrkosten getragen hatte. Nicht namentlich genannte Sony-Führungskräfte bestätigten laut Totilo zudem, dass rund 70 Prozent der Rückerstattung, etwa 356 Millionen Dollar, bereits im Zeitraum zwischen April und Juni 2026 eingegangen sind. Die verbleibenden rund 152 Millionen Dollar stehen Sony demnach noch zu.

Keine Erstattung für die Kundschaft in Sicht

Während gegen Sony mehrere Klagen laufen, unter anderem eine konsolidierte Sammelklage von PlayStation-Nutzerinnen und -Nutzern, hat der Konzern bislang keinerlei Pläne kommuniziert, einen Teil der zurückerhaltenen Gelder an Käuferinnen und Käufer weiterzugeben, die zu den erhöhten Preisen zugeschlagen hatten. Sony will laut Berichten im kommenden Monat auf die Sammelklage reagieren.

Ein Präzedenzfall liefert dabei wenig Hoffnung für Betroffene: In einer ähnlichen Klage gegen Nintendo wies der Switch-2-Hersteller jede Verantwortung gegenüber Kundinnen und Kunden zurück, die zu zollbedingt höheren Preisen gekauft hatten.

Diejenigen, die Produkte von Nintendo gekauft haben, erhielten genau das, wofür sie verhandelt und bezahlt hatten: eine Konsole, ein Spiel und/oder ein Zubehörteil zu einem Preis, dem beide Parteien zugestimmt hatten.
Nintendo-Anwälte laut GamesRadar

Ob Sony in seiner Antwort auf die Sammelklage eine ähnliche Argumentation verfolgt, ist derzeit offen. Für Konsumentinnen und Konsumenten bleibt die Situation vorerst unbefriedigend: Der Staat erstattet dem Konzern Geld für Zölle, die inzwischen als unrechtmässig gelten – wer die höheren Preise an der Kasse bezahlt hat, geht bislang leer aus.

WARUM DAS WICHTIG IST

Wer die tariffbedingte PS5-Preiserhöhung mitgetragen hat, dürfte sich fragen, wohin das Geld aus der Rückzahlung fliesst. Der Fall zeigt exemplarisch, wie Hersteller staatliche Zoll-Erstattungen behandeln, ohne die Mehrkosten an Kundinnen und Kunden weiterzugeben.

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