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Sonys Disc-Aus

David Jaffe verteidigt Digital-Kurs gegen Fan-Kritik

Der „God of War“-Schöpfer stellt sich hinter Sonys Entscheidung, ab 2028 auf physische PS5-Spiele zu verzichten

Republic of Pixels Redaktion04. August 2026 · 23:06 Uhr2 Min. Lesezeit
Sonys Disc-Aus: David Jaffe verteidigt Digital-Kurs gegen Fan-Kritik
Bild: play3.de

KURZFASSUNG

  • Sony hatte am 1. Juli angekündigt, ab Januar 2028 keine physischen Spiele mehr für PlayStation zu produzieren.
  • David Jaffe verteidigt die Entscheidung öffentlich als wirtschaftliche Notwendigkeit, nicht als Angriff auf Kund:innen.
  • Content-Creator Legendary Drops hatte zuvor scharfe Kritik an ehemaligen Branchenvertretern geübt, die Sammler:innen Anspruchsdenken vorwerfen.
  • Sony selbst sieht laut Finanzchefin Lin Tao bislang keine negativen Auswirkungen auf das Geschäft.

Die Diskussion um das von Sony angekündigte Ende physischer PlayStation-Spiele reisst nicht ab. Ab Januar 2028 sollen neue Titel ausschliesslich digital über den PS Store erhältlich sein – eine Entscheidung, die seit ihrer Bekanntgabe am 1. Juli für Petitionen, Boykottaufrufe und hitzige Debatten in sozialen Medien sorgt. Nachdem Sonys Finanzchefin Lin Tao zuletzt erneut bekräftigte, dass man am Digital-Kurs festhält, entzündete sich die Debatte erneut – und mit ihr meldete sich eine prominente Stimme aus der Branche zu Wort: David Jaffe, Schöpfer von „God of War“ und „Twisted Metal“.

Vorwurf der Doppelmoral löst Schlagabtausch aus

Ausgangspunkt der jüngsten Kontroverse war ein Beitrag von Jacob Navok, ehemaliger Director of Business Development bei Square Enix. Er warf Käufer:innen physischer Medien auf X Selbstsucht und Doppelmoral vor: Herstellung, Logistik und Zwischenhandel würden die Margen der Entwickler erheblich schmälern, während Sammler:innen selten bereit seien, für den höheren Aufwand auch entsprechend mehr zu zahlen. Der Content-Creator Legendary Drops widersprach deutlich und kritisierte die Haltung ehemaliger Branchenvertreter scharf.

Wir haben ehemalige Führungskräfte aus der Branche, die darüber reden, wie wertlos und anspruchsdenkend die Kundschaft ist. Guter Wille und Kundenservice wurden durch Verachtung und Ego ersetzt. Der Kunde hat in Geschmacksfragen immer recht, und diese Branche schmeckt nach Scheisse. Beobachtet einfach, wohin das Geld fliesst.
Legendary Drops, Content-Creator

Jaffe: Mehrheit der Kund:innen entscheidet

David Jaffe griff den Beitrag von Legendary Drops auf und widersprach aus unternehmerischer Perspektive. Er verwies auf ein bekanntes Geschäftsprinzip, das sich seiner Ansicht nach in der aktuellen Situation anders auslegen lasse.

Für die meisten Geschäftsinhaber hat der Kunde IMMER recht. Aber wenn du verschiedene Kunden hast, die unterschiedliche Dinge wollen, besagt das Sprichwort meiner Vermutung nach wohl eher so etwas wie: 'Die Bedürfnisse der vielen Kunden wiegen schwerer als die Bedürfnisse der wenigen Kunden'.
David Jaffe via X

Bereits Ende Juni hatte sich Jaffe ausführlicher geäussert und betont, dass das Disc-Aus kein „bösartiges Anti-Konsumenten-Komplott“ sei, sondern schlicht der ökonomischen Realität einer Branche mit explodierenden Produktionskosten geschuldet.

Es ist einfach die brutale, unvermeidbare finanzielle Realität einer Branche, die versucht zu überleben.
David Jaffe

Jaffe zeigte sich zudem überzeugt, dass die aktuelle Empörung nicht von Dauer sein werde – ähnlich wie einst bei Apples Streichung des 3,5-mm-Klinkenanschlusses. Sony selbst gibt sich von der Kritik unbeeindruckt: Finanzchefin Lin Tao erklärte kürzlich, man habe bislang „keinerlei negative Auswirkungen“ auf das Geschäft feststellen können.

Die Positionen bleiben damit unversöhnlich: Während Teile der Community den Wegfall physischer Medien als Verlust von Eigentum, Gebrauchtmarkt und Sammlerkultur werten, verweisen Branchenstimmen wie Jaffe auf schrumpfende Margen und sinkende Stückzahlen als treibende Faktoren. Ob sich der Unmut bis 2028 legt oder verfestigt, dürfte sich erst zeigen, wenn die letzten Disc-Titel tatsächlich aus den Regalen verschwinden.

WARUM DAS WICHTIG IST

Die Debatte zeigt exemplarisch den Konflikt zwischen wirtschaftlicher Logik der Publisher und den Erwartungen einer Community, die physische Medien und Gebrauchtmarkt als Teil der Spielkultur versteht. Für Sammler:innen und PS5-Besitzer:innen markiert der Streit einen konkreten Einschnitt ab 2028.

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