Star Wars Zero Company
Wenn der Tod die Story schreibt
Die Presse feiert das Rundentaktikspiel mit 85 Metacritic-Punkten - und PC Gamer sieht darin das bessere Rollenspiel

- Star Wars Zero Company erreicht laut Metacritic 85/100 im Pressedurchschnitt, die Nutzerwertung liegt bei 8,2/10.
- Höchstnote im Wertungsspiegel: 90/100 von PC Gamer und 9/10 von Dual Shockers - die Redaktion spricht von einem der besten Spiele 2026.
- Gelobt werden die taktischen Puzzle-Kämpfe, die Figuren und der Permadeath, der auch Story-Charaktere endgültig aus dem Spiel nimmt.
- Kritik gibt es an der Story, die je nach Tester als eigenständig oder belanglos gilt; auf Steam werden gleichbleibende Kampfmechaniken moniert.
Spät im Jahr, wenn die grossen Kandidaten längst verteilt sind, kommt noch ein Titel aus der Deckung: Star Wars Zero Company sammelt Wertungen ein, die dem Rundentaktikspiel laut ComputerBase vorläufig die Anwartschaft auf den Titel «Spiel des Jahres» sichern. Der Pressedurchschnitt auf Metacritic liegt bei 85 von 100 Punkten, die Nutzerwertung bei 8,2 von 10. Bemerkenswert ist das nicht nur wegen der Höhe, sondern wegen der Herkunft: Ein taktisches Nischengenre bekommt hier eine Grossmarke, vollständige Sprachausgabe und Produktionswerte, die man in diesem Segment sonst nicht sieht.
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85/100
Metacritic-Schnitt der Presse
8,2/10
Metacritic-Nutzerwertung
90/100
Höchstwertung im Wertungsspiegel (PC Gamer)
«Star Wars XCOM» - und das ist ein Kompliment
Dual Shockers bringt das Spiel auf einen Nenner, für den andere Redaktionen mehrere Absätze brauchen: «Star Wars XCOM». Der Vergleich ist kein Zufall. Hinter Zero Company steht das Studio Bit Reactor, in dem ehemalige Entwickler jener Reihe arbeiten, die das Rundentaktik-Genre vor einigen Jahren überhaupt wieder ins Bewusstsein gerückt hat. Genau diese Erfahrung schlägt in den Tests durch: Die Kämpfe werden als packende Puzzle beschrieben, unter anderem von PC Games, und stellen laut den Testberichten besonders in den Story-Missionen echte taktische Herausforderungen.
Auch die Standardeinsätze bieten den meisten Testern genug Abwechslung - mit einer Ausnahme: PC Games N hält sie für zu leicht. Dazu kommt eine Ebene aus Entscheidungen und Zwickmühlen rund um Missionsauswahl, Upgrades und Ressourcen, die Fehler dauerhaft spürbar macht. Der Wertungsspiegel fällt entsprechend eng aus: 9/10 bei Dual Shockers, 8/10 beim Game Informer, 86/100 in der GameStar, 90/100 bei PC Gamer, 8,5/10 bei PC Games und 8/10 bei PC Games N.
- Dual Shockers: 9/10
- PC Gamer: 90/100
- GameStar: 86/100
- PC Games: 8,5/10
- Game Informer: 8/10
- PC Games N: 8/10
Permadeath auch für Story-Figuren
Der auffälligste Eingriff ins Genre-Gerüst betrifft den endgültigen Tod. Zero Company lässt nicht nur austauschbare Söldner sterben, sondern auch Charaktere, die in der Haupthandlung eine Rolle spielen. PC Gamer beschreibt die Regel konkret: Wird eine Einsatzkraft dreimal ausgeschaltet, ohne dass sie zwischenzeitlich in der Krankenstation behandelt wurde, ist sie endgültig verloren. Wer will, kann die Härte in den Schwierigkeitseinstellungen abschwächen - die Redaktion rät davon ab.
Für PC Gamer entsteht daraus etwas, das viele Rollenspiele mit ihren Dialogbäumen nicht erreichen. Zero Company habe keine verzweigten Gesprächsoptionen und keine feingliedrige Reaktivität, wirke aber gerade durch den möglichen Verlust persönlicher als die meisten gescripteten Entscheidungen. Die Kombination aus dauerhaft verlierbaren Hauptfiguren und hohem Produktionsniveau habe er sonst nur in Baldur's Gate 3 gesehen, und dort nur an einzelnen Punkten der Haupthandlung. Besonders die Begleiterhandlung des Klonkriegers Trick habe ihn beeindruckt - und das Wissen, sie durch einen Fehler im Kampf verpassen zu können, mache sie erst wertvoll.
Bit Reactor hat systemisches und geschriebenes Erzählen auf eine wirklich neuartige, seltene Weise zusammengeführt.
Basis, Gespräche und ein Hauch BioWare
Neben dem Taktikraster erweitert das Spiel die XCOM-Blaupause um eine lebendigere Welt. In Sequenzen aus der Schulterperspektive werden Schauplätze erkundet, ausserdem lassen sich in der eigenen Basis Gespräche führen. PC Gamer nennt diese Abschnitte wenig interaktiv und sehr simpel, aber deutlich wirksamer als erwartet - und erinnert sich dabei an BioWare-Spiele. Das Fazit der Redaktion zu diesen Passagen: Es sei besser, sie zu haben, als sie nicht zu haben. Auch der Rhythmus aus Basisbesuch, Aufwertungen, Gesprächen und Missionsauswahl über eine Galaxiekarte erinnerte den Tester in der Vorschau an Mass Effect 2.
Die Söldnertruppe wird von vielen Testern als echte Figurenriege wahrgenommen, die ihnen ans Herz wächst. Genau dieser Effekt verschärft den Permadeath: Wer eine Figur verliert, verliert auch deren Erzählstrang. Gleichzeitig sieht PC Gamer noch Luft: Die Nicht-Kampf-Aktivitäten und die Erkundung hätten nur begrenzten Einfluss auf Story und Taktik, man nehme eine Mission an oder nicht, man habe Ressourcen oder nicht. Für ein mögliches nächstes Projekt des Studios wünscht sich die Redaktion, dass die Bedrohung des Verlusts noch enger mit der Handlung verwoben wird.
Die Schwachstelle: ausgerechnet die Handlung
Am durchwachsensten fällt das Urteil dort aus, wo Star Wars eigentlich stark sein müsste. Einige Tester loben die Geschichte als eigenständig, andere halten sie für belanglos. Der Game Informer macht den Eindruck davon abhängig, wie tief man sich abseits der Filme in das Universum eingearbeitet hat - Kennerinnen und Kenner der erweiterten Lore holen hier mehr heraus. Auf Steam kommen weitere Kritikpunkte hinzu: Dort werden bisweilen geringe Abwechslung und immer gleiche Kampfmechaniken moniert. Das Gesamtbild der Rezensionen dort bleibt trotzdem «überwiegend positiv».
Einordnung
Zero Company profitiert von einer zugkräftigen Kombination: solides Genre-Handwerk, Star-Wars-Atmosphäre und eine zumindest ordentliche Geschichte. Für den Game Informer ist es ein gelungenes Spiel für XCOM- wie für Star-Wars-Fans, für PC Gamer eines der besten Spiele 2026 und ein phänomenaler Erstauftritt des Studios. Kleinere Schwächen gehen in diesem Paket unter - aber nicht bei allen. Die Kaufzurückhaltung ist jedenfalls messbar: In einer Umfrage von ComputerBase mit 396 Teilnehmenden gaben 42,4 Prozent an, das Spiel gar nicht kaufen zu wollen, während 24,5 Prozent auf deutliche Preissenkungen warten und 18,2 Prozent auf Patches oder den ersten Sale. Wer Rundentaktik mag, bekommt hier eine der aufwendigsten Umsetzungen des Genres. Wer vor allem eine grosse Star-Wars-Geschichte erwartet, sollte die Erwartungen an die Handlung dämpfen.
Rundentaktik im Stil von XCOM ist eine Nische, die selten grosse Marken und noch seltener hohe Produktionswerte bekommt. Zero Company verbindet beides und zeigt, dass ein Star-Wars-Spiel abseits von Lichtschwert-Action funktionieren kann. Für Genre-Fans ist das der wichtigste Test des Jahresendes, für Star-Wars-Fans ein ungewohnter Zugang zum Universum.
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Klare EmpfehlungDie Kritik ordnet Zero Company mit 85 Metacritic-Punkten als gelungenen Genre-Beitrag ein: PC Gamer nennt es eines der besten Spiele 2026, der Game Informer ein gelungenes Spiel für XCOM- und Star-Wars-Fans. Gelobt werden vor allem Kampfdesign, Figuren und der konsequente Permadeath, während die Handlung je nach Testbericht zwischen eigenständig und belanglos schwankt.
STÄRKEN
- +Taktische Kämpfe, die von Testern als packende Puzzle beschrieben werden
- +Charaktere, die vielen Testern ans Herz wachsen - inklusive gelobter Begleiterhandlungen
- +Permadeath auch für Story-Figuren sorgt laut PC Gamer für aussergewöhnliche Konsequenz
- +Hohe Produktionswerte und eine lebendigere Welt als beim Genre-Vorbild
SCHWÄCHEN
- -Die Story schneidet durchwachsen ab und wirkt laut Game Informer vor allem für Lore-Kundige stark
- -Auf Steam werden geringe Abwechslung und immer gleiche Kampfmechaniken kritisiert
- -Standardmissionen sind PC Games N zu leicht; Nicht-Kampf-Aktivitäten wirken laut PC Gamer wenig folgenreich
FÜR WEN?
Für Fans von XCOM-artiger Rundentaktik und für Star-Wars-Fans, die eine Truppe über viele Einsätze hinweg aufbauen und riskieren wollen.
KAUFEMPFEHLUNG
Wer Rundentaktik mag, kann laut Testlage direkt zugreifen; wer vor allem wegen der Star-Wars-Geschichte kommt, wartet besser auf ein Angebot.
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