Silent Hill
«Ein neues Silent Hill pro Jahr» - Konamis Plan gegen die Ermüdung
Produzent Motoi Okamoto bestätigt mehrere unangekündigte Projekte und erklärt, warum die Reihe Amerika hinter sich lassen soll

- Produzent Motoi Okamoto nennt jährliche Silent-Hill-Releases als erklärtes Ziel von Konami
- Mehrere unangekündigte Projekte der Reihe befinden sich laut Okamoto bereits in Arbeit
- Konami-Präsident Hideki Hayakawa spricht von einem 'Reboot' zentraler Marken - neben Silent Hill auch Metal Gear und Castlevania
- Silent Hill: Townfall erscheint am 22. September
Konami will Silent Hill nicht mehr alle paar Jahre aus dem Nebel holen, sondern dauerhaft im Gespräch halten: Serienproduzent Motoi Okamoto hat im Rahmen der Gamescom 2026 gegenüber GamesRadar erklärt, dass der Publisher jährliche Neuveröffentlichungen in der Horrorreihe anstrebt. Gleichzeitig bestätigte er, dass bereits mehrere bislang unangekündigte Projekte in Entwicklung sind.
1 pro Jahr
angestrebter Rhythmus für neue Silent-Hill-Spiele
22. Sept.
Releasetermin von Silent Hill: Townfall
50+ Jahre
so lange entwickelt Konami nach eigenen Angaben bereits Spiele
Ein Takt, den die Reihe so noch nie hatte
Okamotos Formulierung lässt bewusst Spielraum - als Absichtserklärung ist sie trotzdem deutlich. Ein jährlicher Rhythmus wäre für Silent Hill ein Bruch mit der jüngeren Vergangenheit, in der zwischen den Serienteilen teils über ein Jahrzehnt lag.
Unser Ziel ist es, hoffentlich jedes Jahr neue Spiele zu veröffentlichen.
Warum die Serie Amerika hinter sich lassen soll
Interessanter als die reine Frequenz ist Okamotos Begründung. Der Produzent argumentiert, dass die Reihe neue Blickwinkel auf ihre vertrauten Motive brauche, um nicht zu erstarren - und dass das klassische US-Setting der bisherigen Teile dafür zu eng geworden sei.
Wenn wir uns weiterhin ausschliesslich auf dasselbe amerikanische Setting konzentrieren, würde das die erzählerischen Möglichkeiten erschöpfen und bei der Spielerschaft womöglich zu Ermüdung führen.
Wie das in der Praxis aussieht, hat Konami bereits vorgeführt: Silent Hill f verlegt den Schrecken in das Japan der 1960er-Jahre und weicht damit am deutlichsten vom Serienstandard ab. Die Ankündigung weiterer Projekte deutet darauf hin, dass dieser Kurs kein Einzelfall bleiben soll.
Mehrere Projekte laufen bereits - Details bleiben unter Verschluss
Konkrete Titel nennt Okamoto nicht, bestätigt aber die Existenz mehrerer nicht angekündigter Spiele.
Es gibt noch viele Projekte, die in Arbeit sind, und sehr viele unangekündigte Titel. Natürlich können wir nicht ins Detail gehen. Aber es gibt weiterhin viele Projekte, die wir derzeit ausloten und an denen wir gerade arbeiten. Wir möchten den Spielerinnen und Spielern mitteilen, dass weitere Erfahrungen anstehen und viele Arten von Spielen, von denen wir glauben, dass sie all jenen positive Überraschungen bieten können, die darauf gewartet haben.
Der nächste bereits datierte Schritt ist Silent Hill: Townfall, das am 22. September erscheint. Davor hatten das Remake von Silent Hill 2 und Silent Hill f der Marke einen zweiten Frühling verschafft.
Teil einer grösseren Konami-Strategie
Okamotos Aussagen fügen sich in das Bild, das Konami-Präsident Hideki Hayakawa am 23. Juli in einem Interview mit Nikkei Gaming gezeichnet hat. Dort sprach er davon, die bekanntesten Marken des Hauses zu 'rebooten' - gemeint ist dabei weniger das Neuauflegen alter Spiele als das Wiederbeleben der Marken durch neue Titel.
Unser Unternehmen entwickelt seit mehr als 50 Jahren Spiele, und wir besitzen mehrere IPs, die weltweit von vielen Fans geliebt werden. Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass ein Reboot dieser Marken ein wirksamer Weg ist, um das Beste aus ihnen zu machen.
Neben Silent Hill nannte Hayakawa dabei ausdrücklich Metal Gear, Momotaro Dentetsu und Castlevania, das in Japan als Akumajō Dracula bekannt ist. Sein Grundprinzip beschreibt er so: Solange es Kundschaft für ein Spiel gebe, werde es auf mehreren Plattformen veröffentlicht. Statt sich auf eine einzelne Marke zu stürzen, habe Konami eine Struktur aufgebaut, die es erlaube, mehrere IPs gleichzeitig mit derselben Energie voranzutreiben.
Einordnung
Ein Jahresrhythmus ist eine Ansage, die in der Branche schnell nach hinten losgehen kann - Serien, die sich einem festen Takt unterordnen, verlieren erfahrungsgemäss zuerst ihre Handschrift. Okamotos Begründung klingt allerdings weniger nach Fliessband als nach Streuung: verschiedene Schauplätze, verschiedene Spielarten, verschiedene Teams. Ob das aufgeht, wird sich weniger an der Zahl der Ankündigungen zeigen als daran, ob nach Silent Hill f und Townfall Projekte folgen, die dieselbe Sorgfalt erkennen lassen. Bis dahin gilt: Die Absicht ist offiziell, die Titel dahinter sind es nicht.
Silent Hill galt jahrelang als eingemottete Marke - nun soll sie im Jahrestakt laufen. Für Horrorfans heisst das mehr Nachschub und mehr Abwechslung bei Schauplätzen, birgt aber das bekannte Risiko, dass Qualität unter einem festen Veröffentlichungsrhythmus leidet.
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