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Resonance: A Plague Tale Legacy

Plague Tale ohne Ratten und Amicia - reicht das der Kritik?

Asobos Ableger tauscht Schleichen gegen Schwertkampf und schickt Schmugglerin Sophia nach Kreta - die Tests fallen auffällig unterschiedlich aus

Republic of Pixels Redaktion26. August 2026 · 20:07 Uhr4 Min. Lesezeit
Plague Tale ohne Ratten und Amicia - reicht das der Kritik?
Bild: Eurogamer.de
Kurzfassung
  • Resonance: A Plague Tale Legacy ist ein Prequel um Schmugglerin Sophia und spielt rund 15 Jahre vor A Plague Tale: Requiem.
  • Asobo streicht Ratten, Amicia und Hugo und setzt stattdessen auf Schwertkampf, Parieren und Lichträtsel auf Kreta.
  • Eurogamer.de nennt es Asobos reifstes Spiel, Rock Paper Shotgun vermisst das Einzigartige der Vorgänger.
  • Die PC-Version läuft laut ComputerBase technisch in guter Form, Eurogamer.de bemängelt Grafikfehler am Bildrand.

Asobo Studio traut sich etwas: Resonance: A Plague Tale Legacy verzichtet auf die Rattenschwärme, auf Amicia und auf Hugo - also auf so ziemlich alles, was die Serie bislang ausgemacht hat. Stattdessen gibt es Schwertkampf, Greifhaken und antike Rätsel auf Kreta. Die internationalen Tests sind entsprechend uneinig darüber, ob dieser Bruch der Serie guttut. Von «Asobos Krönung» bis «kompetent, aber ohne das Einzigartige der Vorgänger» ist alles dabei.

~15 Jahre

vor den Ereignissen von Requiem spielt das Prequel

2022

erschien mit A Plague Tale: Requiem der bislang letzte Serienteil

Sophia statt Amicia: eine Vorgeschichte mit bekanntem Gesicht

Im Mittelpunkt steht die Schmugglerin Sophia, die Spielerinnen und Spieler bereits aus A Plague Tale: Requiem kennen. Resonance erzählt ihre Vorgeschichte: Schon als Kind fertigt sie rätselhafte Zeichnungen an, als junge Frau geht sie den Visionen endlich auf den Grund. Golem.de datiert die Handlung auf rund 15 Jahre vor dem Vorgänger, Rock Paper Shotgun spricht von 16 Jahren - in beiden Fällen also lange vor der Flucht der Geschwister durch das mittelalterliche Frankreich.

Der Einstieg fällt laut Golem ruhig aus und führt zunächst in eine Hafenstadt, die stark an Venedig erinnert. Dort dominieren Erkundung, kleinere Scharmützel und die Einführung der Figuren. Der eigentliche Schauplatz ist aber die Insel des Minotaurus: Kreta. Dorthin verschlägt es Sophia, nachdem ein Coup ihrer Schmugglerbande so tragisch scheitert, dass sie ins Exil gezwungen wird - und dort suchen alte wie neue Feinde nach einem Schatz, der unermesslichen Reichtum verspricht.

Lichtstrahlen, Fallen und ein Hauch Tomb Raider

Über weite Strecken bestimmen Rätsel und die Erkundung antiker Anlagen den Ablauf. Spiegel lenken Licht durch Linsen, farbige Strahlen müssen Rezeptoren treffen, dann schieben sich Plattformen und verborgene Wände beiseite. Eurogamer.de fühlte sich dabei angenehm an Tomb Raider erinnert, Polygon zieht denselben Vergleich, Push Square spricht schlicht von «Uncharted auf Kreta». Golem.de zählt die Rätsel zu den stärksten Bestandteilen des Spiels, schränkt aber ein: So aufwendig wie die Riesenmaschinen vieler Tomb-Raider-Teile wird es nicht, und auf der Insel folgen mitunter mehrere Aufgaben mit ähnlichen Mechaniken direkt aufeinander.

Dazu kommen zahlreiche Fallen, die ständig neue Lösungsansätze verlangen. Die Hilfefunktion erwies sich im Golem-Test als mal mehr, mal weniger hilfreich - längere Denkblockaden blieben aber die Ausnahme. Begleiterin Leni trottet dabei nicht bloss hinterher: Sie betätigt Schalter, greift Feinde an und bewegt das Floss bei Überfahrten. Ein von Eurogamer.de besonders gelobtes Detail ist Sophias Notizbuch, in dem ihre Visionen als Zeichnungen festgehalten sind - man blättert nicht nur darin, sondern führt ihren Finger auf einzelne Elemente, zu denen sie auf Knopfdruck etwas zu sagen hat.

Was das Töten angeht, waren die echt verdammt kreativ.
Leni, Begleitfigur in Resonance, zitiert nach Golem.de

Parieren statt Schleichen - mit einer Ausnahme

Anders als Amicia sucht Sophia die direkte Auseinandersetzung. Parieren und geschicktes Ausweichen bilden laut Golem die Grundlage des Kampfsystems; wer die Bewegungen der Gegner beobachtet, findet schnell hinein. Eurogamer.de spielte durchgehend auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad und beschreibt Schwertschwünge, Konter, Greifhaken und Finisher als punktgenau und schwungvoll. Nicht alle sehen das so: Wccftech attestiert dem Kampf im Titel seines Tests einen «schiefen Ton», Kotaku fasst den Umbau lakonisch als «Parries ersetzen Ratten» zusammen.

Ganz ohne Anspannung kommt Resonance trotzdem nicht aus. Auf Kreta lauert eine Kreatur, die Sophia nicht bekämpfen kann - hier bleibt nur das Schleichen um Hindernisse, während das Wesen nach ihr sucht. Fortschritt gibt es über sogenannte Resonanz-Punkte, mit denen sich Sophias Fähigkeiten verbessern lassen. Eurogamer.de kritisiert allerdings, dass diese meist plump im Level herumliegen und man dafür ganze Abschnitte ablaufen muss, ohne immer zu erkennen, welcher Weg der Hauptpfad und welcher der Geheimgang ist. Immerhin lassen sich frühere Kapitel gezielt erneut anwählen.

Technik und Klang: viel Lob, ein Aber

ComputerBase hat die PC-Version mit der hauseigenen Zouna-Engine untersucht, inklusive Grafikkarten-Benchmarks sowie Analysen zu Nvidia DLSS und AMD FSR. Das Fazit dort: technisch in guter Form, die Grafik fahre stellenweise regelrecht zu Hochform auf - «aber es gibt ein Aber». Eurogamer.de bemerkt konkrete Makel beim Blick aufs Meer, wo am Bildrand und hinter Ästen naher Bäume grafische Fehler auftauchen. Kleinigkeiten, die aber deutlich auffielen - und die Asobo nachbessern könnte.

Klar positiv fällt die Präsentation aus: Serienkomponist Olivier Derivière liefert laut Eurogamer.de einen seiner besten Soundtracks, mal folkloristisch, oft choral, mitunter dämonisch. Anna Demetriou, die Sophia bereits in Requiem sprach, verkörpert die Figur diesmal auch physisch. Kritik gibt es an der Dramaturgie: An zwei, drei emotional starken Stellen überhöhe Asobo das Drama zu plötzlich, statt in Ruhe darauf hinzuarbeiten.

Das sagt die Kritik in der Summe

  • Eurogamer.de: bildgewaltiges Abenteuer, charismatische Heldin - und Asobos bisher reifstes Spiel
  • Destructoid: «Asobos Krönung»
  • Pure Xbox: fantastische Weiterentwicklung von Action, Stealth und Erkundung
  • GamesRadar: misst sich mit Uncharted und Tomb Raider
  • IGN: Das Prequel gehe interessante Risiken ein, von denen sich nur einige auszahlen
  • Rock Paper Shotgun: kompetenter Ableger, der verliert, was die Vorgänger einzigartig machte
  • Polygon (Test-Übersicht): kein weiterer Anwärter auf den Titel des Spiels des Jahres

Eurogamer.net bringt die Ambivalenz auf einen Punkt, der über dieses Spiel hinausweist: «A Plague Tale ist für mich spirituell Double-A - und das meine ich absolut als Kompliment», heisst es dort mit Blick auf ein Spiel mit einigen der beeindruckendsten Gesichter und Schauplätze des Jahres.

Einordnung

Resonance ist der Versuch, eine Serie zu öffnen, die zwei gut besprochene Teile hinter sich hat, aber laut Wccftech nie den grossen Durchbruch schaffte. Der Preis dafür ist Reibung: Wer die klaustrophobische Anspannung der Rattenschwärme geliebt hat, bekommt sie hier nicht zurück. Wer dagegen mit Hugo als Begleiter fremdelte, findet in Sophia eine Heldin, die selbst zuschlagen darf. Die Testlandschaft spiegelt genau diesen Riss - und macht Resonance zu einem Spiel, bei dem sich der Blick in mehrere Wertungen mehr lohnt als sonst.

Warum das wichtig ist

A Plague Tale war bisher eine Schleichserie mit Rattenschwärmen - Resonance wirft genau das über Bord und wird zum Action-Adventure im Stil von Tomb Raider und Uncharted. Wer die Vorgänger wegen ihrer Anspannung mochte, bekommt hier ein anderes Spiel, wer sie wegen Hugo mied, findet vielleicht endlich einen Einstieg.

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DAS SAGT DIE FACHPRESSE

Empfehlenswert

Die Kritik bewertet Resonance mehrheitlich positiv: Eurogamer.de nennt es Asobos bisher reifstes Spiel, Destructoid spricht von der Krönung des Studios. Zugleich halten IGN, Rock Paper Shotgun und Wccftech fest, dass der Wechsel zum Action-Adventure nicht alle Wetten einlöst und der Serie etwas von ihrer Eigenart nimmt. Polygons Test-Übersicht sieht deshalb keinen Anwärter auf Spiel des Jahres.

STÄRKEN

  • +Beeindruckend inszenierte minoische Kulissen auf Kreta
  • +Punktgenauer Nahkampf mit Parieren, Greifhaken und Finishern (Eurogamer.de)
  • +Lichträtsel und Fallen als laut Golem stärkster Bestandteil des Spiels
  • +Soundtrack von Olivier Derivière und starke Darstellung von Sophia durch Anna Demetriou

SCHWÄCHEN

  • -Sammelbares liegt oft plump im Level herum, Wegführung nicht immer klar (Eurogamer.de)
  • -Auf Kreta folgen mehrere Rätsel mit ähnlichen Mechaniken aufeinander (Golem)
  • -Dramaturgie überhöht emotionale Momente zu plötzlich, dazu Grafikfehler beim Blick aufs Meer

FÜR WEN?

Für alle, die Tomb-Raider- und Uncharted-artige Erkundung mit Rätseln und direktem Schwertkampf mögen - weniger für Fans der reinen Schleichanspannung der Vorgänger.

KAUFEMPFEHLUNG

Zugreifen, wenn ihr Erkundung und Rätsel im Tomb-Raider-Stil sucht - wer vor allem das Schleichen der Vorgänger vermisst, wartet besser auf einen Preisnachlass.

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