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PS6 für 1000 Dollar? Analyst nennt das Disc-Aus alternativlos

Piers Harding-Rolls von Ampere Analysis erklärt, warum Sony die Disc opfert, um den Preis der nächsten Konsole zu drücken

Republic of Pixels Redaktion16. August 2026 · 17:43 Uhr3 Min. Lesezeit
PS6 für 1000 Dollar? Analyst nennt das Disc-Aus alternativlos
Bild: play3.de

KURZFASSUNG

  • Sony kündigte am 1. Juli an, ab Januar 2028 keine neuen PlayStation-Spiele mehr auf Disc zu pressen.
  • Analyst Piers Harding-Rolls (Ampere Analysis) hält den Schritt betriebswirtschaftlich für alternativlos.
  • Grund seien explodierende Komponentenpreise durch Speicherengpässe und den KI-Boom — ein 1000-Dollar-Gerät würde die Zielgruppe stark einschränken.
  • Der Termin Anfang 2028 gilt in der Branche zugleich als wahrscheinlichstes Launch-Fenster der PS6.

Sonys Ankündigung vom 1. Juli, ab Januar 2028 keine neuen PlayStation-Spiele mehr auf Disc zu pressen, beschäftigt die Community bis heute. Branchenanalyst Piers Harding-Rolls vom britischen Marktforschungsunternehmen Ampere Analysis liefert nun eine Erklärung, die weniger mit Nutzungsgewohnheiten und mehr mit Bilanzen zu tun hat: Aus seiner Sicht war der Schritt nicht nur absehbar, sondern schlicht unvermeidbar — und er hängt direkt an der PS6.

Jan. 2028

ab dann pressst Sony keine neuen PlayStation-Spiele mehr auf Disc

1000 $

Preismarke, ab der laut Analyst die Zielgruppe stark schrumpft

1. Juli

Tag der offiziellen Ankündigung durch Sony

Sonys Begründung — und die des Analysten

Offiziell verweist Sony vor allem auf das veränderte Kaufverhalten: Der Grossteil der Spielerschaft greife inzwischen ohnehin zur digitalen Version. Harding-Rolls schiebt im Gespräch mit dem Edge-Magazin (via GamesRadar) einen zweiten, härteren Faktor nach — die Produktionskosten der nächsten Konsolengeneration. Globale Engpässe bei Arbeitsspeicher und der enorme Ressourcenhunger des weltweiten KI-Booms treiben die Einkaufspreise für Komponenten nach oben. Für Hardwarehersteller, die traditionell mit knappen Margen kalkulieren, ist das ein strukturelles Problem.

Der Konsolenmarkt steht vor einer ernsten Lage, da dieser beispiellose Anstieg der Komponentenpreise potenziell die Rentabilität des gesamten Sektors untergräbt.
Piers Harding-Rolls, Ampere Analysis, gegenüber Edge

Die Schmerzgrenze liegt bei 1000 Dollar

Wie ernst die Lage ist, macht der Analyst an einer konkreten Zahl fest. Eine Konsole, die zum Start vierstellig kostet, verkauft sich nicht mehr an das breite Publikum, das eine Plattform trägt. «Wenn man mit einem Gerät für 1000 Dollar auf den Markt kommt, fängt man an, seine Zielgruppe erheblich einzuschränken», so Harding-Rolls. Die Leitfrage in Sonys Planung laute deshalb: «Wie können wir zu einem angemessenen Preis rentabel auf den Markt gehen? Wie können wir die Skalierung des Konsolenmarktes in der nächsten Generation aufrechterhalten?» Es geht also nicht um ein einzelnes Laufwerk, sondern um die Frage, ob das klassische Konsolenmodell in der kommenden Generation überhaupt noch aufgeht.

Warum die Disc die teuerste Vertriebsform ist

Wenn die Hardware nicht beliebig teurer werden darf, muss das Geld an anderer Stelle hereinkommen. Genau hier verortet Harding-Rolls das physische Geschäft: Es kostet Plattformbetreiber und Publisher mehr, als es ihnen einbringt. «Der Verkauf physischer Spiele führt dazu, dass mehr Umsatz aus dem Ökosystem von Sony und seinen Publisher-Partnern abfliesst und sie sind es, die die Kosten tragen», erklärt er. Der digitale Vertrieb dagegen lässt einen deutlich grösseren Anteil im eigenen Haus.

  • Presswerkskosten und Versand entfallen komplett
  • Handelsmargen fliessen nicht mehr aus dem Ökosystem ab
  • Kein Gebrauchtmarkt, an dem Sony und Publisher nichts verdienen
  • Höherer Anteil pro verkauftem Spiel für Plattform und Publisher
Ohne Gebühren für das Pressen der Disc und den Versand bleibt mehr Gewinn für Sony und die Publisher.
Piers Harding-Rolls, Ampere Analysis

Der Termin ist kein Zufall

Dass Sony ausgerechnet Anfang 2028 als Stichtag gewählt hat, hält der Analyst für alles andere als beliebig. Der Zeitraum gilt in der Branche als wahrscheinlichstes Launch-Fenster für die PS6. Für Harding-Rolls ist das eine «Frage des Konsolengenerations-Timings» — Sony halte es «möglicherweise für klug, zu Beginn des nächsten Zyklus einen schnittigen Neuanfang zu machen». Statt eine laufende Generation mitten im Lebenszyklus umzustellen, fällt der Bruch damit auf den Moment, in dem ohnehin alle Karten neu gemischt werden.

Einordnung

Harding-Rolls' Analyse ist eine Einschätzung von aussen, keine Bestätigung durch Sony: Weder ein Preis noch ein Termin für die PS6 ist offiziell. Nachvollziehbar ist die Logik trotzdem — sie erklärt, warum Sony einen Schritt geht, der einen Teil der eigenen Kundschaft verärgert. Für Spielerinnen und Spieler bleibt die Rechnung allerdings offen: Ob die zusätzlichen digitalen Einnahmen tatsächlich in einem niedrigeren Konsolenpreis landen oder einfach in der Marge, lässt sich erst beurteilen, wenn Sony die Preisschilder der nächsten Generation zeigt. Sicher ist nur, was verloren geht: Verleihen, Weiterverkaufen und ein Regal, das auch dann noch funktioniert, wenn ein Server abgeschaltet wird.

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WARUM DAS WICHTIG IST

Wer Spiele im Regal sammelt, verleiht oder gebraucht kauft, verliert ab 2028 auf PlayStation die Grundlage dafür. Gleichzeitig deutet die Argumentation des Analysten an, wie teuer die nächste Konsolengeneration werden könnte — und mit welchen Mitteln Sony diesen Preis drücken will.

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