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PlayStation 5

«Ein Glücksfall» - Sony-Chef und die Speicher-Krise

Warum steigende Speicherpreise die PS5 kaum treffen, die PS6 aber umso härter treffen könnten

Republic of Pixels Redaktion21. August 2026 · 09:04 Uhr3 Min. Lesezeit
«Ein Glücksfall» - Sony-Chef und die Speicher-Krise
Bild: play3.de

KURZFASSUNG

  • Sony-CEO Hiroki Totoki nennt die aktuelle Speicher-Krise im Interview mit dem Wall Street Journal einen «Glücksfall» für die PS5
  • Begründung: Die Konsole steckt in der zweiten Hälfte ihres Lebenszyklus und muss nicht mehr aggressiv vermarktet werden - über 95 Millionen Einheiten wurden bereits ausgeliefert
  • Statt Neukunden rückt die Monetarisierung der bestehenden Basis in den Fokus; das PSN kommt laut Totoki auf 125 Millionen monatlich aktive Nutzer
  • Für die PS6 kehrt sich die Logik um: Hohe Bauteilpreise würden direkt die Kalkulation und den Launch-Preis belasten

Die gesamte Hardware-Branche kämpft derzeit mit stark gestiegenen Preisen für Arbeitsspeicher. Sony-CEO Hiroki Totoki sieht darin für die PlayStation 5 allerdings weniger ein Problem als einen günstigen Zufall. In einem Interview mit dem Wall Street Journal, in dem es vor allem um den Wandel des Konzerns vom Elektronik- zum Unterhaltungsunternehmen ging, kam Totoki auch auf die sogenannte Speicher-Krise zu sprechen - und bestätigte, dass der Zeitpunkt für Sony kaum besser hätte liegen können.

EXTERNER INHALT VON YOUTUBE

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95 Mio.

ausgelieferte PS5-Konsolen laut Sony

125 Mio.

monatlich aktive Nutzer im PlayStation Network

1000 $

Preisschwelle, ab der Fachleute ein Schrumpfen des Marktes erwarten

Warum die Krise Sony gerade jetzt kaum weh tut

Die Logik dahinter ist simpel: Teure Bauteile schmerzen vor allem dann, wenn eine Konsole noch millionenfach an Neukundschaft verkauft werden muss - oft zu knappen Margen oder sogar unter Herstellungskosten. Die PS5 hat diese Phase hinter sich. Mehr als 95 Millionen ausgelieferte Einheiten bedeuten eine installierte Basis, die kaum noch durch aggressive Rabattschlachten vergrössert werden muss.

Das ist ein Glücksfall. Wir befinden uns in der zweiten Hälfte des Lebenszyklus der Konsole, was bedeutet, dass wir die Konsole heute nicht mehr aggressiv vermarkten müssen. Stattdessen konzentrieren wir uns auf die bestehende Nutzerbasis.
- Hiroki Totoki, CEO von Sony, im Interview mit dem Wall Street Journal

Damit beschreibt Totoki präzise, was am Ende eines Konsolen-Zyklus üblich ist: Der Fokus verschiebt sich von Stückzahlen hin zur Bindung und Monetarisierung derjenigen, die bereits eine Konsole unter dem Fernseher stehen haben.

125 Millionen Nutzer - und ein Versprecher

Als Kennzahl nannte der Sony-Chef «125 Millionen monatlich aktive Nutzer». Die Frage, wie sich diese Menschen zu Geld machen lassen, sei für den Konzern zentral. Im Interview sprach Totoki dabei von PS-Plus-Kunden - offensichtlich ein Versprecher, denn längst nicht jeder PSN-Account ist an ein Abo gekoppelt. Realistischer dürfte die Abonnentenzahl im Bereich von 40 bis 50 Millionen liegen.

Aus Konsumentensicht klingt «Monetarisierung der Nutzerbasis» wenig charmant. Es passt aber zur Linie, die Sony Interactive Entertainment seit Längerem fährt: mehr Umsatz aus der bestehenden Fangemeinde herausholen, etwa über zusätzliche Download-Erweiterungen und vergleichbare Angebote. Für Spielerinnen und Spieler heisst das konkret:

  • weniger Marketingdruck für die Hardware selbst, dafür mehr Fokus auf Software und Services
  • eine höhere Bedeutung von Abos, Erweiterungen und wiederkehrenden Umsätzen
  • keine Anzeichen dafür, dass die PS5 kurzfristig günstiger wird - im Gegenteil, teure Bauteile sprechen eher dagegen

Für die PS6 dreht sich die Rechnung um

Der «Glücksfall» gilt ausdrücklich nur für die laufende Generation. Ein Nachfolger muss irgendwann kommen, und dann schlagen hohe Komponentenpreise direkt auf Kalkulation und Marktdurchdringung durch. Fachleute gehen davon aus, dass Konsolen zu Preisen um 1000 US-Dollar den Markt schrumpfen lassen würden - eine Schwelle, die bei anhaltend teurem Speicher schneller erreicht sein könnte, als vielen lieb ist.

Einen festen Termin für den Start der PS6 hat Sony bislang nicht beschlossen. Ein Marktstart Ende 2027 ist damit keineswegs gesetzt, auch wenn frühere PlayStation-Generationen meist nach sechs bis sieben Jahren abgelöst oder ergänzt wurden. Der Zeitdruck ist gering: Mit einer installierten Basis dieser Grössenordnung kann Sony abwarten, bis sich die Bauteilpreise beruhigen.

Der Vergleich mit Xbox

Wie komfortabel Sonys Position ist, zeigt der Blick zur Konkurrenz. Microsoft verkauft seit der Xbox-One-Generation deutlich schleppender und öffnete die eigenen Marken deshalb für konkurrierende Plattformen, um dort Umsätze zu erzielen. Die neue Xbox-Chefin Asha Sharma möchte zwar wieder stärker auf Exklusivität setzen - ein Kurs, der zunächst Margen kosten und womöglich Verluste einbringen dürfte. Dass dieser Preis bekannt ist, scheint auch Microsoft klar zu sein.

Einordnung

Totokis Aussage ist bemerkenswert offen: Ein Konzernchef gibt zu Protokoll, dass eine Branchenkrise sein Unternehmen kalt lässt, weil es die Wachstumsphase hinter sich hat. Für PS5-Besitzer:innen bedeutet das kurzfristig wenig Veränderung, mittelfristig aber eine klare Ansage - der Wert eines Kunden misst sich künftig weniger am Konsolenkauf als an dem, was danach kommt. Und die eigentlich spannende Frage bleibt offen: Was eine PS6 kosten wird, hängt heute stärker vom Speichermarkt ab als von Sonys Roadmap.

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WARUM DAS WICHTIG IST

Steigende Speicherpreise entscheiden darüber, was die nächste Konsolengeneration kosten wird - und ob sich ein Umstieg überhaupt lohnt. Totokis Aussagen zeigen ausserdem, worauf sich PS5-Besitzer:innen in den kommenden Jahren einstellen sollten: weniger Hardware-Werbung, dafür mehr Angebote, die aus der bestehenden Kundschaft Umsatz ziehen.

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