PS6
Sony hat noch keinen PS6-Termin — der KI-Boom kommt dazwischen
Konzernchef Hiroki Totoki verweist auf Chips, Energie und Handelskonflikte — Berichte nennen inzwischen 2028 oder später als möglichen Start

KURZFASSUNG
- Sony-CEO Hiroki Totoki sagte dem Wall Street Journal am 14. August, dass es für die PlayStation 6 weiterhin keinen Erscheinungstermin gibt.
- Als Gründe nennt er die Lage bei Chips und Energie sowie Handelskonflikte — Speicher ist wegen KI-Rechenzentren knapp und teuer.
- Das nach bisherigem Muster erwartete Fenster Ende 2027 dürfte damit fallen; Berichte nennen unbestätigt 2028 oder 2029.
- Preis und Technik sind offen: Analysten tippten 2024 auf 600 US-Dollar, dürften diese Schätzung inzwischen aber nach oben korrigieren.
Es ist die Zeit, in der Sony üblicherweise über die nächste Konsolengeneration zu sprechen beginnt — nur passiert genau das nicht. Konzernchef Hiroki Totoki hat gegenüber dem Wall Street Journal bestätigt, dass für die PlayStation 6 bislang kein Erscheinungstermin existiert. Ins Detail ging er nicht, verwies aber auf die angespannte Lage bei Chips und Energie sowie auf Handelskonflikte. Kurz: Die Hardware ist weniger ein Design- als ein Beschaffungsproblem.
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2028/29
Zeitraum, den Berichte inzwischen für einen PS6-Start nennen — unbestätigt
7 Jahre
übliche Dauer einer PlayStation-Generation; die PS5 erschien Ende 2020
750 $
kostet bereits die PS5 Pro — ein Hinweis darauf, wo Konsolenpreise heute liegen
Die KI-Rechenzentren kaufen den Speicher weg
Der Kern des Problems sind Speicherchips. Die Nachfrage übersteigt das Angebot, weil Rechenzentren und die Infrastruktur rund um generative KI enorme Mengen binden. Für Hersteller ist es derzeit schwierig, überhaupt Produkte kontinuierlich auszuliefern — einen weltweiten Konsolenstart darauf zu planen, ist ungleich riskanter. Totoki formuliert die Lage ungewohnt drastisch.
“Wir müssen handeln. Sonst können wir in diesem Umfeld nicht überleben.”
Neu ist die Unsicherheit nicht. Bereits im Mai hatte Totoki gegenüber Investoren erklärt, dass weder Preis noch Startzeitpunkt der PS6 feststehen — und dass Sony für die neue Konsole sogar über veränderte Geschäftsmodelle nachdenke. Was das konkret heisst, hat der Konzern bis heute nicht ausgeführt.
Das Fenster Ende 2027 dürfte fallen
Rechnerisch wäre der Zeitpunkt da: PS3, PS4 und PS5 folgten jeweils einem Rhythmus von rund sieben Jahren, die PS5 erschien Ende 2020, also lief alles auf ein Fenster im Herbst 2027 hinaus. Keine PlayStation kam bisher mehr als sieben Jahre nach ihrem Vorgänger; die acht Jahre zwischen Switch und Switch 2 beziehungsweise Xbox 360 und Xbox One sind die längsten Abstände, die es bei Heimkonsolen je gab. Berichten zufolge — offiziell bestätigt ist das nicht — verschiebt Sony den Start inzwischen auf 2028 oder sogar 2029. Bloomberg-Journalist Jason Schreier hält einen Start 2027 ohnehin für die schlechtere Option.
“eine Katastrophe für alle Beteiligten”
Warum Sony nicht in Eile sein muss
Gegen einen schnellen Generationswechsel spricht derzeit fast alles — nicht nur die Lieferkette:
- GTA 6 erscheint im November für die PS5 und dürfte das prägende Spiel dieser Generation werden. Eine PS6 am Horizont würde das Weihnachtsgeschäft eher bremsen.
- Die Entwicklungszyklen sind länger geworden: Die aktuelle Hardware ist noch längst nicht ausgereizt, grosse Produktionen wie Intergalactic: The Heretic Prophet stehen erst an.
- Der Markt für Heimkonsolen schrumpft, während die grössten Spiele — Fortnite, Roblox, Minecraft — problemlos auf älterer Hardware laufen.
- Die Branche steckt in einer Krise: Bei fast allen grossen Publishern gab es zuletzt Entlassungen, Projekte wurden gestrichen oder verschoben.
Preis und Technik: viel Gerücht, wenig Gewissheit
Der Preis ist derzeit seriös nicht vorhersagbar. Analysten hatten 2024 noch mit rund 600 US-Dollar gerechnet, dürften diese Schätzung angesichts der Speicherkrise aber nach oben korrigieren. Zur Orientierung: Die PS5 kostet heute mehr als zum Start, die PS5 Pro liegt bei 750 US-Dollar, Valve nennt für die Steam Machine bislang gar keinen Preis, und Microsoft kündigt die nächste Xbox als sehr hochwertiges Premiumgerät an. Bei der Technik gilt als gesichert nur der Chippartner.
- Bestätigt: AMD liefert erneut die Silizium-Basis.
- Unbestätigt: eine massgeschneiderte Zen-6-CPU und eine GPU auf RDNA-5-Basis.
- Gerücht mit dünner Beleglage: bis zu 30 GB GDDR7-Speicher.
- Kolportiertes Leistungsziel: 4K bei 120 Bildern pro Sekunde samt fortgeschrittenem Raytracing — was nicht heisst, dass jedes Spiel das erreicht.
- Sehr wahrscheinlich: Abwärtskompatibilität zu PS5- und PS4-Titeln dank fortgesetzter x86-Architektur.
Einordnung
Sonys Schweigen ist keine Panne, sondern die vernünftigste Reaktion auf ein Umfeld, in dem sich weder Stückzahlen noch Preise verlässlich kalkulieren lassen. Für die Leserschaft heisst das ganz praktisch: Die PS5 bleibt auf Jahre hinaus die relevante Plattform, ein PS6-Kauf ist frühestens 2028 ein Thema — und günstiger als die aktuelle Generation wird die nächste Konsole aller Wahrscheinlichkeit nach nicht.
COMMUNITY-UMFRAGE
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WARUM DAS WICHTIG IST
Wer auf die nächste PlayStation spart oder den Kauf einer PS5 aufschiebt, plant gerade ins Leere: Sony selbst nennt kein Datum, und die Chipkrise macht auch den Preis unkalkulierbar. Gleichzeitig heisst das für die aktuelle Konsole, dass sie länger die Hauptplattform bleibt — inklusive der grossen Releases, die noch anstehen.
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