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The Portopia Serial Murder Case

43 Jahre nach dem Original - Horii kehrt an den Tatort zurück

Die Fortsetzung von The Portopia Serial Murder Case erscheint 2027 für Switch 2 und PC - vorerst aber ohne Sprachfassung für den Westen

Republic of Pixels Redaktion09. September 2026 · 22:55 Uhr2 Min. Lesezeit
43 Jahre nach dem Original - Horii kehrt an den Tatort zurück
Bild: Eurogamer
Kurzfassung
  • In der japanischen Ausgabe der Nintendo Direct lief ein Trailer zu einer Fortsetzung von The Portopia Serial Murder Case (1983)
  • Dragon-Quest-Schöpfer Yuji Horii betreut das Projekt laut Steam-Seite als Executive Director
  • Das Spiel erscheint 2027 für Switch 2 und PC, spielt im Kobe der 1980er-Jahre und bleibt ein befehlsbasiertes Textadventure
  • Eine englische Sprachfassung ist bislang nicht angekündigt; Square Enix scheint nicht beteiligt zu sein

Die Nintendo Direct dieser Woche war voll mit grossen Namen - Kirby and the World Beyond, Metroid Ravenous, The Legend of Zelda: Ocarina of Time. Ein Trailer lief allerdings nur in der japanischen Fassung der Präsentation: eine Fortsetzung von The Portopia Serial Murder Case. Damit kehrt Yuji Horii, der Schöpfer von Dragon Quest, zu jenem Krimi-Adventure zurück, mit dem seine Karriere 1983 begann.

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43 Jahre

liegen zwischen dem Original und der Fortsetzung

1983

erschien Portopia zuerst auf Heimcomputern, später auf dem NES

2027

Releasefenster für Switch 2 und PC

Ein Krimi, der eine ganze Generation prägte

The Portopia Serial Murder Case erschien 1983 zunächst für japanische Heimcomputer und später für das NES. Der Mordfall entwickelte sich zu einem beachtlichen Erfolg für Enix - jenen Publisher, aus dem nach der Fusion mit Squaresoft das heutige Square Enix wurde. Der Einfluss reicht weit über die Verkaufszahlen hinaus: Hideo Kojima nannte das Spiel einmal als einen der Gründe, warum er überhaupt mit der Spieleentwicklung beginnen wollte.

Horii selbst wurde erst danach zur Legende. Drei Jahre nach Portopia legte er mit Dragon Quest den Grundstein für das japanische Rollenspiel, wie es der Rest der Welt kennengelernt hat. Dass er nun ausgerechnet zu seinem Erstling zurückkehrt, ist die eigentliche Überraschung dieser Ankündigung.

Kobe in den 80ern, neue Figuren, alte Geheimnisse

Die Fortsetzung trägt den japanischen Titel 続ポートピア連続殺人事件:忘却の埋葬 und spielt im Kobe der 1980er-Jahre. Laut Steam-Beschreibung ermitteln Spielende an der Seite einer neuen Figurenriege und stossen dabei auf Geheimnisse, die hinter den ursprünglichen Morden liegen. Der Trailer zeigt, dass die Grundmechanik unangetastet bleibt: Textarbeit, Befehlsauswahl, Zeugenbefragungen - dazu eine neue Mordserie.

Dieser Titel ist ein menügesteuertes Textadventure mit Befehlsauswahl. Spielende nutzen verschiedene Befehle, um die Ermittlung voranzutreiben. Indem ihr Zeugenaussagen und Beweismittel sammelt, deckt ihr Schritt für Schritt die Wahrheit hinter der Mordserie auf.
Steam-Beschreibung zur Portopia-Fortsetzung

Auf der Steam-Seite ist Horii als Executive Director geführt, der das Projekt betreut. Square Enix scheint dagegen nicht beteiligt zu sein - bemerkenswert, weil die Marke historisch beim Enix-Erbe liegt.

Der Haken für westliche Fans

Eine englische Sprachfassung ist bislang nicht angekündigt. Bei einem Genre, das vollständig aus Text besteht, ist das keine Randnotiz, sondern die entscheidende Hürde: Ohne Lokalisierung bleibt die Ermittlung für alle unspielbar, die kein Japanisch lesen. Bis zum Releasefenster 2027 ist allerdings noch reichlich Zeit, weitere Details anzukündigen.

  • Plattformen: Nintendo Switch 2 und PC
  • Releasefenster: 2027
  • Schauplatz: Kobe in den 1980er-Jahren
  • Spielprinzip: menügesteuertes Textadventure mit Befehlsauswahl
  • Sprachen: bislang keine englische Unterstützung angekündigt

Der KI-Versuch von 2023 hallt nach

Es ist nicht der erste Versuch, Portopia zurückzuholen. Vor drei Jahren brachte Square Enix das Original als "erzieherische Demonstration von Natural Language Processing (NLP), einer KI-Technologie" zurück - halb Remake, halb Experiment. Bei den Spielenden fiel das Ergebnis durch: Auf Steam sammelte die Neuauflage eine Bewertung von "Sehr negativ". Dass die Fortsetzung ohne Square Enix entsteht und beim klassischen Befehlsmenü bleibt, dürfte für viele Fans eher eine Beruhigung als eine Einschränkung sein.

Einordnung

Ein befehlsbasiertes Textadventure auf einer brandneuen Konsole ist 2027 eine kleine Anomalie - und genau deshalb interessant. Portopia steht am Anfang einer Traditionslinie, die über Ace Attorney und Danganronpa bis heute reicht, und Horii ist einer der wenigen Menschen, die diesen Stoff glaubwürdig fortschreiben können. Die grosse offene Frage bleibt die Lokalisierung: Kommt sie, hat der Westen die Chance, ein Stück Genre-Geschichte erstmals in einer aktuellen Form zu erleben. Kommt sie nicht, bleibt es bei einem Trailer, den wir nur zufällig gesehen haben.

Warum das wichtig ist

Portopia gilt als eines der einflussreichsten japanischen Adventures überhaupt - selbst Hideo Kojima nennt es als Grund, warum er Spiele machen wollte. Dass ausgerechnet Yuji Horii diesen Stoff nach über vier Jahrzehnten selbst fortsetzt, ist mehr als Nostalgie: Es bringt ein fast ausgestorbenes Genre zurück auf eine aktuelle Konsole. Ob westliche Fans etwas davon haben, hängt an einer bislang offenen Frage.

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