Pokémon
Pokémon Center trifft dasselbe Datenleck wie Steam — Bestellungen storniert
Der Angriff auf Logistikdienstleister CEVA betrifft nun auch Kundschaft in Deutschland und Grossbritannien — mitten im Jubiläumsgeschäft

KURZFASSUNG
- Der Datenvorfall beim Logistikdienstleister CEVA Logistics betrifft nun auch Pokémon Center in Deutschland und Grossbritannien
- Abgeflossen sein können Namen, Anschriften, Telefonnummern, E-Mail-Adressen und Bestelldetails inklusive Inhalt — Zahlungsdaten laut Pokémon Center nicht
- Anders als Valve storniert Pokémon Center die Bestellungen betroffener Kundschaft, darunter Produkte zum 30-jährigen Jubiläum
- Der Angriff soll zwischen dem 29. Juli und dem 1. August stattgefunden haben; die britische Website meldet zudem Versandverzögerungen
Der Datenvorfall beim Logistikdienstleister CEVA Logistics reicht weiter, als es zunächst den Anschein hatte. Nur wenige Tage nachdem das Unternehmen Valve über einen Angriff informiert hatte, der Käuferinnen und Käufer von Steam-Hardware in Europa betrifft, hat CEVA auch Pokémon Center benachrichtigt. Betroffen ist Kundschaft, die im offiziellen Merchandise- und Sammlershop des Franchise in Deutschland und Grossbritannien bestellt hat. Das berichtet BleepingComputer, worauf sich auch Eurogamer bezieht.
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29. Juli – 1. Aug.
Zeitraum, in dem der Angriff stattgefunden haben soll
2 Länder
Deutschland und Grossbritannien sind laut Benachrichtigung betroffen
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Zahlungs- und Kartendaten — die teilt Pokémon Center nicht mit CEVA
Welche Daten betroffen sein können
CEVA Logistics ist in Europa Versandpartner von Pokémon Center. Damit Pakete überhaupt zugestellt werden können, gibt der Shop bestimmte Informationen an den Dienstleister weiter — und genau dieser Datenbestand steht nun im Zentrum des Vorfalls. Laut der Benachrichtigung an die Kundschaft kann es sich um folgende Angaben handeln:
- vollständige Namen
- Versandadressen
- Telefonnummern
- E-Mail-Adressen
- Details zu den Bestellungen, einschliesslich ihres Inhalts
Die gute Nachricht: Zahlungs- und Kartendaten sind nach Angaben von Pokémon Center nicht betroffen, weil der Shop diese Informationen gar nicht erst an CEVA weitergibt. Für Betroffene bleibt trotzdem ein unangenehmer Rest — die Kombination aus Name, Wohnadresse und der Information, welche Sammlerware dorthin geliefert werden sollte, ist eine Vorlage für gezielte Betrugsmails, die täuschend echt wirken können. Wer eine solche Benachrichtigung erhalten hat, sollte E-Mails mit angeblichen Bestellrückfragen entsprechend kritisch prüfen.
Der Unterschied zu Valve: stornierte Bestellungen
Inhaltlich ähnelt die Benachrichtigung von Pokémon Center jener, die Steam-Hardware-Kundschaft in Europa erhalten hat. Es gibt allerdings einen entscheidenden Unterschied: Pokémon Center hat die Bestellungen der betroffenen Personen storniert. Wer also auf ein Paket gewartet hat, bekommt es nicht — und muss stattdessen neu bestellen. Eine Garantie, dass der gewünschte Artikel dann noch verfügbar ist, gibt es nicht.
Besonders bitter ist das für alle, die Produkte zum 30-jährigen Jubiläum von Pokémon geordert hatten. Solche Artikel gehören zu den am stärksten nachgefragten Posten im Shop, sind häufig limitiert und in Sekunden vergriffen. Eine Stornierung bedeutet hier faktisch, dass der gesicherte Platz in der Warteschlange verloren geht.
Verzögerungen im laufenden Betrieb
Der Vorfall wirkt sich auch auf Bestellungen aus, die gar nicht vom Datenabfluss betroffen sind. Auf der britischen Pokémon-Center-Website weist ein Hinweis auf Probleme im Versandbetrieb hin.
“Wir haben derzeit Verzögerungen bei der Bearbeitung und dem Versand von Bestellungen. Einige Bestellungen brauchen möglicherweise länger als üblich, bis sie verschickt und zugestellt werden. Wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeiten und danken euch für eure Geduld.”
Der Angriff soll zwischen dem 29. Juli und dem 1. August stattgefunden haben. Weitere Details nannte Pokémon Center in der Benachrichtigung an die Kundschaft nicht — etwa dazu, wie viele Personen konkret betroffen sind oder warum eine Stornierung als notwendig erachtet wurde.
Einordnung: Das schwächste Glied ist selten der Shop
Weder Valve noch Pokémon Center wurden selbst angegriffen. Kompromittiert wurde ein gemeinsamer Dienstleister — und genau darin liegt die eigentliche Lehre dieses Falls. Grosse Marken lagern Logistik an spezialisierte Partner aus, die dafür Adressdaten aus dutzenden Shops bündeln. Fällt ein solcher Knotenpunkt aus, betrifft das nicht eine Firma, sondern alle, die dort andocken. Dass innerhalb weniger Tage zwei der bekanntesten Namen der Branche dieselbe Meldung verschicken mussten, zeigt, wie konzentriert dieses Risiko inzwischen ist.
Für Betroffene bleibt kurzfristig wenig zu tun, ausser wachsam zu sein und — wer die Jubiläumsware unbedingt will — den Shop im Auge zu behalten. Ob und wie Pokémon Center Kundinnen und Kunden entgegenkommt, deren limitierte Bestellung durch die Stornierung verloren ging, ist bislang offen.
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WARUM DAS WICHTIG IST
Wer im offiziellen Pokémon-Shop bestellt hat, muss sich nicht nur mit einer möglichen Offenlegung von Namen, Adresse und Bestellinhalt auseinandersetzen, sondern auch mit einer stornierten Bestellung — und das ausgerechnet bei begehrten Jubiläumsartikeln. Der Fall zeigt zugleich, dass ein einziger Dienstleister ausreicht, um Kundendaten mehrerer grosser Gaming-Marken gleichzeitig zu gefährden.
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