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Orbitals

«Bestes Koop-Spiel seit It Takes Two» - doch nicht alle Ideen sind eigen

Shapefarms Switch-2-Exklusivtitel Orbitals kassiert Topwertungen, während eine Kritik dem Anime-Trip den eigenen Kopf abspricht

Republic of Pixels Redaktion01. September 2026 · 13:03 Uhr4 Min. Lesezeit
«Bestes Koop-Spiel seit It Takes Two» - doch nicht alle Ideen sind eigen
Bild: Nintendo Life
Kurzfassung
  • Orbitals erscheint am 3. September 2026 exklusiv für Nintendo Switch 2 - ausschliesslich als Zwei-Spieler-Koop, ohne Solo-Modus
  • Entwickler ist das Tokioter Studio Shapefarm um Jakob Lundgren, der als Level-Designer an A Way Out, It Takes Two und Split Fiction mitgearbeitet hat
  • Nintendo Life vergibt 9/10, Polygon nennt es den besten Koop-Titel seit It Takes Two und den besten Plattformer seit Astro Bot
  • Kritikpunkte: abruptes Story-Ende, teils willkürlich harte Bosskämpfe und ein Splitscreen, der im Handheld-Modus an Grenzen stösst

Kein Solo-Modus, kein Kompromiss: Orbitals lässt sich ausschliesslich zu zweit spielen und erscheint am 3. September 2026 exklusiv für Nintendo Switch 2. Die internationale Kritik reagiert darauf mit seltener Einigkeit. Nintendo Life vergibt 9 von 10 Punkten und spricht von einem der besten Koop-Spiele des Jahres, Polygon nennt das Anime-Abenteuer den besten kooperativen Titel seit It Takes Two und den besten Plattformer seit Astro Bot. Nur Kotaku bremst den Jubel.

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9/10

Wertung von Nintendo Life für Orbitals

3. Sept.

Release exklusiv für Nintendo Switch 2

5-7 Std.

Länge der Kampagne laut Test

Ein Hazelight-Veteran gründet in Tokio

Hinter Orbitals steht das in Tokio ansässige Studio Shapefarm, gegründet von Creative Director Marcos Ramos und Game Director Jakob Lundgren. Lundgren arbeitete zuvor als Level-Designer bei Hazelight und war dort an A Way Out, It Takes Two und Split Fiction beteiligt - jene Titel also, die das asymmetrische Zwei-Spieler-Abenteuer überhaupt erst zum eigenen Genre gemacht haben. Gegenüber Polygon räumt Lundgren offen ein, in derselben Tradition und mit derselben Designphilosophie zu arbeiten wie sein früheres Studio. Publisher ist Kepler Interactive.

Der Markt dafür ist erstaunlich leer geräumt: Hazelight hat sich laut Polygon eine profitable und praktisch unangefochtene Nische geschaffen, It Takes Two verkaufte sich 30 Millionen Mal. Das Studio führt den Erfolg unter anderem auf die hohe Nachfrage bei gleichzeitig winzigem Angebot zurück. Orbitals ist damit weniger Nachahmer als erster ernsthafter Herausforderer - und laut Polygon einer, der die Messlatte anhebt, weil das Spiel schärfer, hübscher und fokussierter sei und schlicht mehr gute Ideen pro Minute liefere.

Zwei Werkzeuge, ein Rätsel

Die Protagonisten Maki und Omura gehören zu einer Raumstationsgesellschaft, die von einem kosmischen Sturm bedroht wird. Als Kinder überlebten die beiden einen ähnlichen Zwischenfall nur, weil ihr Bewusstsein in sofort regenerierende Kunstkörper überspielt wurde - Shapefarms erzählerische Erklärung dafür, dass beide nach jedem tödlichen Fehlversuch augenblicklich zurück im Spiel sind. Nun ziehen sie in instabile Weltraumruinen, um alte Technik zu bergen und wieder in Gang zu bringen.

Vor jeder Mission wählen beide Spielenden ein Werkzeug und bleiben im Wesentlichen dabei. Die Bandbreite der Anwendungen beeindruckte die Tester dennoch durchgehend.

  • Laser, Greifhaken und Wasserschlauch als Grundausrüstung - kombiniert etwa zum Einfrieren und Auftauen von Plattformen oder zum Schrumpfen und Wachsenlassen von Schneebällen
  • Ein Spieler räumt mit dem Wasserwerfer einen Weg durch Lava frei, während der andere vorrückt; anderswo werden Laser über Spiegel umgelenkt
  • 2D-Plattformpassagen, in denen sich beide abwechselnd Plattformen für die andere Person zurechtschieben
  • Raumschiffsequenzen mit klarer Rollenteilung: eine Person steuert, die andere schiesst Hindernisse aus dem Weg
  • Freischaltbare Minispiele, die man an Bord des Schiffs beliebig lange spielen kann

Gespielt wird lokal im Splitscreen oder online über GameChat und GameShare. Lundgren hat laut Polygon bewusst darauf verzichtet, das Spiel zu lang oder zu schwer zu machen - aus Respekt vor der knappen Zeit von Koop-Duos. Anspruchslos ist es deshalb nicht: Polygon beschreibt knifflige Timing-Passagen und Rätsel ohne offensichtliche Lösung, die das Duo immer wieder auseinanderziehen, damit das Zusammenfinden umso besser wirkt.

Ein Anime aus den Achtzigern, nur spielbar

Der grösste Trumpf ist die Optik. Studio Massket animiert die 3D-Modelle so, dass sie wie ruckelige 2D-Zeichenfolien wirken; Polygon vergleicht die verwaschenen Pastelltöne mit auf 16-mm-Film abfotografierten Animationsfolien auf einer alten Röhre. Als Bezugspunkte nennt Shapefarm Neon Genesis Evangelion und Cowboy Bebop, Nintendo Life sieht zusätzlich Anleihen bei Gundam sowie bei Akira Toriyamas Dragon Ball und Sand Land. Nintendo Life hält Orbitals für das bestaussehende Spiel des Jahres und erwartet Auszeichnungen im Bereich Artdesign.

Dazu kommt ein Soundtrack, der laut Test die Toonami-Ära einfängt, und eine Geräuschkulisse, die jedes Maschinenscheppern und jedes Laserfeuer trifft. Die Übergänge zwischen Spiel und Zwischensequenz sind nahtlos, die Bildrate blieb im Test sowohl lokal als auch online stabil - wichtig bei den fordernden Plattformpassagen.

Wo die Kritik Abstriche macht

Unterversorgt bleibt ausgerechnet die Geschichte: Nintendo Life bemängelt eine abrupte Wendung gegen Ende und wünscht sich mehr Zeit mit Maki, Omura und den übrigen Bewohnern der Kolonie ausserhalb der Rätselabschnitte. In den Bosskämpfen wirkt der Schwierigkeitsgrad gelegentlich willkürlich erhöht, weil eher Dauerfeuer gefragt ist als das Durchschauen eines Bossmusters. Vereinzelt wartet eine Person, während die andere ein Rätsel löst - laut Test aber selten.

Technisch gibt es zwei Einschränkungen: Wegen des Splitscreens und der Fülle an Objekten auf dem Bildschirm ist Orbitals klar für den Dockbetrieb konzipiert; im Handheld-Modus funktioniert es, macht aber weniger Freude. Und beim Onlinespiel über GameChat braucht es auf beiden Seiten eine gute Leitung - im Test musste der Mitspieler zeitweise auf ein verpixeltes Bild schauen, während das andere Ende stabil blieb. Deutlich skeptischer fällt Kotaku aus: Der Anriss der Rezension fasst den Anime-Sci-Fi-Trip so zusammen, dass er zwar Ideen habe, diese aber nicht seine eigenen seien.

Es ist ein Meisterwerk des Pacings, das jeden Trick aus dem Handbuch der Spieldesigner nutzt, um zwei Spielende zusammenzubringen und sie dort zu halten.
Polygon über Orbitals

Einordnung: für wen sich der Abend lohnt

Orbitals ist ein Spiel mit einer klaren Voraussetzung - ohne feste zweite Person läuft nichts. Wer sie hat, bekommt laut Kritik ein dicht gebautes Abenteuer, das in fünf bis sieben Stunden und damit an ein bis zwei Abenden durchgespielt ist und dank intuitiver Steuerung auch für gemischte Duos aus erfahrenen und jungen Spielenden taugt. Neben Big Walk, dem anderen Koop-Liebling des Jahres, positioniert sich Orbitals bewusst als straffe Achterbahnfahrt statt als gemächliche Erkundungstour. Für Switch 2 ist das eines der wenigen grossen exklusiven Argumente dieses Spätsommers.

Warum das wichtig ist

Reine Zwei-Spieler-Spiele ohne Solo-Modus sind rar, obwohl der Bedarf riesig ist - It Takes Two verkaufte sich 30 Millionen Mal. Mit Orbitals betritt erstmals ein Studio das Feld, das von Hazelight-Erfahrung profitiert, und liefert laut Kritik nicht nur eine Kopie, sondern eine Steigerung. Für Switch-2-Besitzerinnen und -Besitzer mit Spielpartner ist das eine der wenigen grossen Koop-Optionen des Jahres.

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Die Kritik bewertet Orbitals nahezu einhellig als neuen Massstab für reine Zwei-Spieler-Abenteuer: Nintendo Life vergibt 9/10, Polygon nennt es den besten Koop-Titel seit It Takes Two und den besten Plattformer seit Astro Bot. Bemängelt werden die dünn erzählte Geschichte samt abruptem Ende und einzelne Bosskämpfe; Kotaku hält dem Spiel zudem entgegen, seine Ideen seien nicht die eigenen.

STÄRKEN

  • +Optik im Stil klassischer Achtzigerjahre-Anime, laut Nintendo Life das bestaussehende Spiel des Jahres
  • +Sehr hohe Ideendichte: ständig neue Kombinationen aus Laser, Greifhaken und Wasserschlauch
  • +Straffes Pacing über fünf bis sieben Stunden, stabile Bildrate lokal wie online
  • +Ausgezeichnetes Sounddesign und ein Soundtrack im Geist der Toonami-Ära

SCHWÄCHEN

  • -Story mit abruptem Ende und zu wenig Zeit für die Figuren ausserhalb der Rätsel
  • -Bosskämpfe wirken teils willkürlich schwer und setzen mehr auf Dauerfeuer als auf clevere Muster
  • -Splitscreen und Onlinemodus über GameChat funktionieren im Handheld beziehungsweise bei schwacher Leitung nur eingeschränkt

FÜR WEN?

Für Switch-2-Duos, die einen festen Spielpartner haben und ein dichtes, kurzweiliges Rätsel-Plattformer-Abenteuer mit Anime-Ästhetik suchen.

KAUFEMPFEHLUNG

Wer zu zweit spielen kann, greift laut Kritik zum Release zu - alle anderen brauchen zuerst einen Mitspieler, denn einen Solo-Modus gibt es nicht.

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