Elden Ring auf Switch 2
30 statt 60 FPS - und trotzdem stabil
Die internationale Kritik ist sich einig, dass FromSoftware bei der Tarnished Edition mehr Mühe investiert hat als erwartet

- Elden Ring: Tarnished Edition bündelt das Hauptspiel und die Erweiterung Shadow of the Erdtree auf Switch 2.
- Laut den Tests läuft die Fassung mit stabilen 30 FPS statt der 60 der grossen Plattformen - Einbrüche traten nur punktuell auf.
- Cross-Save fehlt weiterhin, wer auf anderen Plattformen gespielt hat, startet also neu.
- Die Edition-Boni umfassen zwei Rüstungssets und Kosmetik für Torrent; als «Tarnished Pack» kosten sie auf PS5, Xbox und PC rund 5 Euro.
Vor dem Release war die grosse Frage nicht, ob Elden Ring gut ist - das hat FromSoftwares Open-World-Rollenspiel seit 2022 mit Preisen und Bestenlisten geklärt. Die Frage war, ob eine Handheld-Konsole dieses Spiel überhaupt tragen kann. Die ersten Tests zur Elden Ring: Tarnished Edition für Switch 2 fallen nun deutlich freundlicher aus als die zurückhaltenden Vorschauen erwarten liessen: Die Portierung läuft laut Eurogamer.de mit stabilen 30 Bildern pro Sekunde, verzichtet inhaltlich auf gar keine Kompromisse und optisch nur auf wenige.
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30 FPS
stabile Bildrate auf Switch 2 statt der 60 auf den grossen Plattformen
2 Sets
neue Rüstungen als Edition-Bonus, dazu Kosmetik für Torrent
~5 Euro
kostet dasselbe Bonusmaterial als «Tarnished Pack» auf PS5, Xbox und PC
Was in der Tarnished Edition steckt
Die Tarnished Edition bündelt das Hauptspiel und die grosse Erweiterung Shadow of the Erdtree in einem Paket. Nintendo Life beschreibt das als naheliegenden Schritt: Bevor FromSoftware mit dem PvP-orientierten Switch-2-Exklusivtitel The Duskbloods sein nächstes grosses Projekt vorlegt, bekommt das Nintendo-Publikum erst einmal die Visitenkarte des Studios. Eurogamer.de ordnet den Umfang so ein, dass die etwa halb so grosse Erweiterung das Basisspiel zu einem der umfangreichsten Vertreter seiner Art überhaupt aufbläht - der Vergleich fällt dort auf GTA-Dimensionen.
Die exklusiven Zugaben der Edition sind dagegen überschaubar: zwei neue Rüstungssets und ein paar optische Extras für Torrent, das Geisterross. Eurogamer.de bewertet sie als Abwechslung statt echten Mehrwert - dieselben Inhalte gibt es auf PS5, Xbox und PC als «Tarnished Pack» für rund fünf Euro, die man sich laut dem Test auch sparen kann.
Die Technik: stabile 30 FPS, sichtbare Grenzen
Der entscheidende Punkt für Käuferinnen und Käufer ist die Performance. Eurogamer.de berichtet von 30 FPS, die «im allerweitesten Sinne stabil» seien - selbst in hektischen Bosskämpfen mit Beschwörungen und Magie auf beiden Seiten habe es keine Einbrüche gegeben. Die einzige auffällige Stelle sei ein magielastiges Gefecht am Eingang der Akademie gewesen, wo es beim schnellen Kameraschwenk kurz stockte und sich sofort wieder fing. Damit liegt die Switch-2-Fassung auf dem Niveau, das Elden Ring auch auf dem Steam Deck erreicht, und unter den 60 FPS der grossen Plattformen.
Auch die Sichtweite hält dem Vergleich laut Test weitgehend stand: Die Landschaft in der Ferne wird komplett dargestellt, Details erscheinen nur etwas später. Echte Pop-ins traten vor allem bei sehr schnellen Ritten über grosse Strecken auf - etwa bei der Durchquerung des grossen Sees von Nord nach Süd, wo plötzlich Felsen am Horizont auftauchten. In Schlössern und Dungeons sei das nie ein Problem gewesen. Wichtig fürs Spielgefühl: Gegner werden zwar später eingeblendet, aber weit bevor sie in Fernkampfreichweite kommen oder auf Aggro schalten. Leuchtfeuer sind über riesige Entfernungen sichtbar.
- Framerate: stabile 30 FPS, Niveau der Steam-Deck-Fassung
- Grafik-Glitches: seltene Probleme mit Textur-Beleuchtung, verschwinden bei minimaler Kamerabewegung
- Sichtweite: fast vergleichbar mit den grossen Plattformen, Details zeichnen später
- Inhalt: keine Abstriche gegenüber den anderen Versionen
FromSoftware liefert hier eine Version ab, für die sich kein Switch-2-Spieler schämen muss.
Die grösste Verfehlung hat nichts mit Grafik zu tun
Der schwerwiegendste Kritikpunkt im Eurogamer.de-Test betrifft nicht die Hardware, sondern eine Designentscheidung: Cross-Save fehlt weiterhin. Wer Elden Ring auf PS5, Xbox oder PC gespielt hat, beginnt auf Switch 2 also von null. Der Tester bezeichnet das als eine der ganz wenigen Verfehlungen des Spiels - und nimmt den Neustart gleichzeitig als Gelegenheit, die Anfänge der Heldenwerdung noch einmal zu erleben. Aus geplanten «ein paar Stunden» für den Techniktest wurden dabei rund 30.
Warum das Design auch 2026 noch trägt
Nintendo Life nutzt den Port für eine Rückschau auf das, was Elden Ring auszeichnet. Die Erzählung sei der schwächste, aber faszinierendste Aspekt: Die Geschichte um den zerstörten Elden Ring und die Halbgötter, die sich um seine Splitter bekriegen, erreicht Spielende fast nur in Fragmenten aus NPC-Dialogen und Gegenstandsbeschreibungen. Wer eine charaktergetriebene Handlung erwartet, wird laut Test enttäuscht - wer selbst Verbindungen zieht, findet Vergnügen daran.
Die eigentliche Leistung sieht Nintendo Life im Aufbau der offenen Welt. Weil es fast immer mehrere Wege gibt, sei Elden Ring der zugänglichste Soulslike - «einfach» sei dabei das falsche Wort. Wer an Margit, dem Fahlen Omen, scheitert, reitet mit Torrent in eine andere Region, levelt, findet neue Waffen und kehrt mit besseren Karten zurück. Das Erkunden folge dabei eher der Logik von Breath of the Wild: Man sieht am Horizont etwas Interessantes und geht nachsehen. Manchmal sind es nur Ruinen, manchmal ein Dungeon mit unerwarteter Tiefe.
Besonders hebt der Test zwei Strukturen hervor: die kompakten Mini-Dungeons, die wie halbstündige Häppchen funktionieren und an die Chalice Dungeons aus Bloodborne erinnern, sowie die Legacy Dungeons an den Knotenpunkten der Karte - klassische Souls-Level mit verschachtelten Layouts, unfairen Gegnerplatzierungen und einem brutalen Boss am Ende. Die offenen Feldbosse wiederum verändern die Dynamik grundlegend: Weil kein Nebeltor den Rückzug versperrt, kann man weglaufen. Der Autor beschreibt, wie er vor einem Erdbaum-Avatar floh, weil sein Angriff nur einen Splitter der Lebensleiste abtrug - und wie befriedigend die Rückkehr später war.
Einordnung
Die internationale Kritik zieht ein einheitliches Fazit: Die Tarnished Edition ist kein Notbehelf, sondern eine ernsthafte Umsetzung. Kotaku fasst den Praxistest in einem Café dahin zusammen, dass das Spiel dort einfach lief; GamesRadar hält die Switch-2-Fassung nach zurückhaltenden Vorschauen sogar für die künftige Standardversion. Die Trennlinie verläuft für Eurogamer.de dort, wo die persönliche Toleranzgrenze liegt: Wer mit 30 FPS leben kann, soll zugreifen. Wer zur «60 oder nichts»-Fraktion gehört, spielt Elden Ring besser auf einer anderen Plattform - aber spielen soll man es in jedem Fall.
Elden Ring gilt als eines der einflussreichsten Spiele des Jahrzehnts - dass es samt Erweiterung nun portabel läuft, macht die Switch 2 für Open-World-Fans deutlich attraktiver. Gleichzeitig zeigt der Test, wo die Grenzen der Hardware liegen und für wen die halbierte Bildrate ein Ausschlusskriterium bleibt.
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Klare EmpfehlungDie Kritik bewertet die Switch-2-Fassung als überraschend saubere Umsetzung eines technisch fordernden Spiels: Eurogamer.de spricht von stabilen 30 FPS und wenigen optischen Kompromissen, Nintendo Life sieht das Open-World-Design unverändert als herausragend. Der grösste Kritikpunkt ist kein technischer, sondern das fehlende Cross-Save, das Umsteigende zum Neuanfang zwingt.
STÄRKEN
- +Stabile 30 FPS auch in hektischen Bosskämpfen laut Eurogamer.de
- +Vollständiges Paket aus Hauptspiel und Shadow of the Erdtree ohne inhaltliche Abstriche
- +Beachtliche Sichtweite, fast vergleichbar mit den grossen Plattformen
- +Offene Welt mit hoher Dichte an Dungeons, Bossen und optionalen Questreihen
SCHWÄCHEN
- -Kein Cross-Save - Fortschritt anderer Plattformen lässt sich nicht übernehmen
- -30 statt 60 FPS wie auf PS5, Xbox und PC
- -Edition-Boni beschränken sich auf zwei Rüstungssets und Kosmetik für Torrent
- -Seltene Grafik-Glitches bei Textur-Beleuchtung und Pop-ins bei sehr schnellen Ritten
FÜR WEN?
Für alle, die Elden Ring noch nicht besitzen und die offene Welt der Zwischenlande unterwegs erkunden wollen.
KAUFEMPFEHLUNG
Wer Elden Ring noch nicht gespielt hat und mit 30 FPS leben kann, sollte zugreifen - alle anderen prüfen zuerst, ob ihnen der Neustart ohne Cross-Save den Portabilitätsgewinn wert ist.
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