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Onimusha: Way of the Sword

Onimusha ist zurück - den harten Modus gibt es erst nach 30 Stunden

Die internationalen Tests feiern Capcoms Samurai-Comeback, doch an Streckenwerk, Optik und einem gesperrten Schwierigkeitsgrad scheiden sich die Geister

Republic of Pixels Redaktion31. August 2026 · 19:36 Uhr4 Min. Lesezeit
Onimusha ist zurück - den harten Modus gibt es erst nach 30 Stunden
Bild: Push Square
Kurzfassung
  • Onimusha: Way of the Sword steht laut Pure Xbox bei Metacritic-Werten von 88 (Switch 2), 86 (PS5) und 82 (PC)
  • Die Kritik lobt vor allem Bosskämpfe, Kampfgefühl und die Figuren rund um Miyamoto Musashi und Gauntlet-Geist Shizuka
  • Der harte Modus «Carnage» wird erst nach dem Abspann freigeschaltet - der erste Durchgang dauert rund 30 Stunden
  • Mehrere Tests bemängeln Streckenwerk, ungleichmässiges Tempo und blasse Umgebungsgrafik

Zwanzig Jahre nach dem letzten Serienteil hat Capcom Onimusha aus der Schublade geholt - und die internationale Kritik reagiert deutlich wohlwollender, als es die lange Funkstille vermuten liess. Onimusha: Way of the Sword sammelt laut einer Übersicht von Pure Xbox Metacritic-Werte von 88 Punkten auf Nintendo Switch 2, 86 auf PlayStation 5 und 82 auf dem PC, bei einer plattformübergreifenden Gesamtwertung von 86. Polygon und GamesRadar ordnen das Spiel damit als vierten Erfolg ein, den Capcom in diesem Jahr landet.

EXTERNER INHALT VON YOUTUBE

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88

Metacritic-Wertung der Switch-2-Fassung laut Pure Xbox

86

Punkte auf PS5 und im plattformübergreifenden Schnitt

ca. 30 Std.

Spielzeit für den ersten Durchgang laut Push Square

Ein Musashi mit dem Gesicht von Toshiro Mifune

Die Serie bleibt sich treu: Way of the Sword verdreht ein Stück japanischer Geschichte zu einem Kampf zwischen Mensch und Dämon. Die Genma dringen aus der Hölle in die Welt der Lebenden vor und stürzen Kyoto in Blut und Verzweiflung. Held Miyamoto Musashi wird im Prolog getötet, von einem rätselhaften Gönner zurückgeholt und trägt fortan einen Oni-Gauntlet am Arm, der ihm übermenschliche Kräfte verleiht - und Genma-Seelen fressen muss, um ihn am Leben zu halten. Für einen Schwertkämpfer, der sein Leben der eigenen Meisterschaft verschrieben hat, ist das ein Verrat am eigenen Kodex. Sein Rivale Sasaki Ganryu erhält ebenfalls einen Gauntlet, wie IGN schildert - allerdings einen, der sich genauso gut von menschlichen Seelen ernährt.

Beide getesteten Fassungen heben die Inszenierung hervor. Push Square nennt die Zwischensequenzen «grossartig, voller Charme und filmischem Flair», IGN lobt die Gesichtsanimationen als mit die besten, die der Autor je in einem Spiel gesehen habe. Musashis Erscheinungsbild orientiert sich an Schauspieler Toshiro Mifune, der die Figur in Filmen von Akira Kurosawa verkörperte - bis hin zu Gesten wie dem Kratzen am Hinterkopf. Emotional getragen wird das Ganze laut IGN vom Verhältnis zwischen Musashi und Shizuka, dem Frauengeist im Gauntlet, der ausdrücklich nicht als Stichwortgeberin, sondern als gleichwertige Partnerin angelegt sei.

Oh mein Gott, ist der cool.
Will Borger, IGN, über die wiederkehrende Reaktion beim Spielen

Das Kampfsystem trägt praktisch alles

Auf dem Papier ist Way of the Sword ein modernes Actionspiel mit leichten und schweren Angriffen, Ausweichen, Blocken, Parieren und ressourcengebundenen Spezialmanövern. Push Square beschreibt, dass erst das Spielgefühl den Unterschied macht: Jeder Hieb und jede Ablenkung in letzter Sekunde habe die typische Capcom-Wucht. Ein Soulslike sei das ausdrücklich nicht - eher ein bedächtigeres Actionspiel mit explosiven Momenten, im Rhythmus nicht weit weg von Resident Evil Requiem, nur eben mit Katana. Die Bosskämpfe gelten dort als grösste Leistung des Spiels und werden mit den besten der modernen Ära verglichen.

Einig sind sich die Tests auch beim Anlauf: Die ersten Stunden wirken laut Push Square etwas zu langsam und arm an Gegnertypen, erst mit fortschreitendem Skilltree beginnt das System zu singen. PC Gamer spricht von einem «ungeheuer guten» Kampfsystem, das die lange schlafende Serie zurückholt, GamesRadar von einem Rohdiamanten, dessen reaktionsfreudige Samurai-Kämpfe durchgehend glänzen - ein Sekiro sei es aber nicht.

Kyoto als Nabe - und wo die Modernisierung stolpert

Die Struktur ist überwiegend linear, Kyoto dient als Basis mit dem Haupttempel als Hauptquartier. Zwischen den Story-Abschnitten lassen sich die weitgehend verlassenen Strassen nach Upgrade-Materialien und Nebenaufgaben durchsuchen, wobei sich die Karte ausweitet, je mehr mächtige Genma besiegt sind. IGN beschreibt das Ganze weniger als Open World, sondern als Nabe mit Speichen: Musashi reist zu Tempeln, Bergen, Wäldern und sogar dem Kaiserpalast. Push Square befürchtete zunächst Füllmaterial, hält die Umsetzung am Ende aber für gelungen - einzelne Nebenaufgaben, von denen es ohnehin nicht viele gibt, streiften jedoch die Grenze zur Ödnis.

Genau hier setzt der kritischere Teil der Presse an. VGC bemängelt, dass die spielerischen Höhepunkte von angestaubten Missionen und ungleichmässigem Tempo ausgebremst werden, Kotaku sieht etwas Besonderes unter zu vielen Kompromissen begraben. Eurogamer.de fasst zusammen, dass starker Held und attraktives Kampfsystem über Streckenwerk, nur teilweise gelungene Modernisierungen und passive Gegner stolpern.

Schwierigkeitsgrade: viel Hilfe vorn, die Härte erst hinten

  • «Story» senkt den Druck und macht die Verteidigungsfenster deutlich grosszügiger - jederzeit umschaltbar
  • Optionale Tastensymbole kündigen gegnerische Angriffe an, ohne das exakte Timing zu verraten, und lassen sich auch im Standardmodus «Action» nutzen
  • «Carnage» erscheint erst zusammen mit New Game+ nach dem Abspann - Musashi hält dort kaum zwei bis drei Treffer aus
  • Belohnt wird der harte Modus mit exklusiven Kosmetikgegenständen

Das ist der Punkt, an dem Push Square deutlich wird: Wer Härte sucht, muss erst rund 30 Stunden für den Erstdurchgang investieren, bevor «Carnage» überhaupt zur Verfügung steht. Für erfahrene Actionfans ist das eine spürbare Hürde. Umgekehrt loben die Tests die Einstiegshilfen - die Angriffssymbole taugen laut Push Square gut dazu, das Repertoire eines Bosses überhaupt erst kennenzulernen.

Technik: bemerkenswert sauber, optisch durchwachsen

Nach den Performance-Debatten rund um Dragon's Dogma 2 und Monster Hunter Wilds ist das vielleicht wichtigste Detail für Konsolenbesitzer: Way of the Sword läuft laut Push Square rund. Auf der PS5 Pro lässt sich die Bildrate auf 30 oder 60 Bilder pro Sekunde begrenzen oder bis 120 entkoppeln, Raytracing sei separat zuschaltbar und im Test ohne spürbare Auswirkung auf die Bildrate gewesen. Auf der Standard-PS5 im Performance-Modus fällt die Auflösung merklich ab und das Bild wird etwas weicher, bleibt aber flüssig.

Anders als bei Capcoms jüngsten Performance-Patzern ist Way of the Sword praktisch fehlerfrei.
Push Square

Die Kehrseite: Optisch enttäuscht das Spiel dieselbe Redaktion. Feinere Umgebungsdetails fehlten stellenweise, die Beleuchtung wirke unstimmig - ein Eindruck, der an Monster Hunter Wilds erinnere. Im Bosskampf, so das Fazit, falle das allerdings kaum ins Gewicht.

Einordnung

Onimusha kam kommerziell nie richtig durch, hatte aber laut Nintendo Life eine leidenschaftliche Fangemeinde, die die Reihe auf einer Stufe mit Resident Evil und Devil May Cry sieht. Dass Capcom zwei Jahrzehnte später einen vollwertigen neuen Hauptteil mit grossem Budget nachlegt und dafür Wertungen im mittleren bis oberen Achtzigerbereich einfährt, ist für die Zukunft schlafender Marken im Konzern kaum zu unterschätzen. Wer ein technisch versiertes, bewusst bedächtiges Actionspiel mit herausragenden Bosskämpfen sucht, bekommt hier laut der Kritik genau das - wer dagegen straffes Missionsdesign und Grafikpracht erwartet, sollte die Einschränkungen mehrerer Tests ernst nehmen.

Warum das wichtig ist

Onimusha war zwei Jahrzehnte lang eine tote Marke - dass Capcom sie mit einem grossen Budget zurückbringt, entscheidet mit darüber, welche alten Serien als Nächstes eine Chance bekommen. Für Spielerinnen und Spieler ist zudem relevant, dass die Tests hier ein technisch sauberes Capcom-Spiel beschreiben, nachdem Dragon's Dogma 2 und Monster Hunter Wilds beim Thema Performance geschwächelt hatten.

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DAS SAGT DIE FACHPRESSE

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Die Kritik bewertet Capcoms Wiederbelebung überwiegend sehr positiv: Metacritic-Werte von 82 bis 88 stehen für ein Kampfsystem, das nach zähem Start voll aufgeht, und für eine Inszenierung, die mehrere Tests als grosses Kino beschreiben. Gedämpft wird das Lob von Streckwerk, passiven Gegnern und einer Optik, die technisch sauber, aber nicht beeindruckend ausfällt.

STÄRKEN

  • +Bosskämpfe, die laut Push Square zu den besten der modernen Ära zählen
  • +Wuchtiges, präzises Kampfgefühl mit starker Animationsarbeit
  • +Figurenzeichnung rund um Musashi und Shizuka sowie herausragende Gesichtsanimationen (IGN)
  • +Technisch sauber auf PS5 und PS5 Pro, inklusive 120-Hz-Option und Raytracing

SCHWÄCHEN

  • -Streckwerk, angestaubtes Missionsdesign und ungleichmässiges Tempo (VGC, Eurogamer.de)
  • -Blasse Umgebungsdetails und unstimmige Beleuchtung
  • -Harter Modus «Carnage» erst nach rund 30 Stunden Erstdurchgang verfügbar

FÜR WEN?

Für alle, die technische, bedächtige Schwertkämpfe mit starken Bossduellen einem schnellen Hack-and-Slash vorziehen - und für Fans der PS2-Ära von Onimusha.

KAUFEMPFEHLUNG

Wer Actionspiele wegen ihrer Duelle spielt, kann zum Release zugreifen - wer empfindlich auf Wiederholung und Füllmaterial reagiert, wartet besser auf einen Preisnachlass.

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