Modern Warfare 4
Beta verliert die Hälfte - nach einem Tag
Von über 115'000 gleichzeitigen Steam-Spielenden bleibt binnen 24 Stunden weniger als die Hälfte übrig - und die Reviews stehen auf «ausgeglichen»

- Die geschlossene Beta zu Call of Duty: Modern Warfare 4 startete mit über 115'000 gleichzeitigen Spielenden auf Steam
- Einen Tag später waren es noch gut 44'000 - ein Rückgang von mehr als 50 Prozent
- Der Sonntags-Peak lag bei 49'706 gleichzeitigen Spielenden, die Steam-Reviews stehen bei 49 Prozent positiv
- Häufigste Kritikpunkte: zu wenig Neues, extrem kurze Time-to-Kill und instabile Server
Der Start der geschlossenen Beta zu Call of Duty: Modern Warfare 4 sah nach einem gewohnt lauten Auftakt aus: Über 115'000 Menschen spielten allein auf Steam zeitgleich, obwohl der Zugang auf Vorbesteller:innen und Key-Gewinner:innen beschränkt ist. Nur einen Tag später war mehr als die Hälfte davon verschwunden. Zum Zeitpunkt der Berichterstattung von Destructoid tummelten sich noch gut 44'000 Spielende gleichzeitig in der Testversion.
115'000
gleichzeitige Spielende auf Steam zum Beta-Start
49'706
Peak am Sonntag - kaum mehr als ein Drittel des Auftakts
49 %
positive Steam-Reviews: Wertung «ausgeglichen»
Ein Absturz, der auch die Spitzenwerte trifft
Dass die Zahlen nach dem ersten Ansturm sinken, ist bei Betas normal - entscheidend ist das Tempo. Der Höchstwert am Sonntag lag bei 49'706 gleichzeitigen Spielenden und damit nicht einmal bei der Hälfte des Auftaktwerts. Es handelt sich also nicht bloss um ein Tagestief zwischen zwei Abendspitzen, sondern um einen Rückgang, der auch die Prime Time erfasst.
Einordnend gehört dazu: Die Beta ist geschlossen. Der Kreis der Zugangsberechtigten ist von vornherein begrenzt, ein organischer Zulauf über Wochenendkäufe oder spontane Neugier findet nicht statt. Wer nach dem ersten Abend aussteigt, wird nicht durch Nachrückende ersetzt - was den Kurvenverlauf zusätzlich steiler macht.
Koreanischer Konflikt, vertraute Handschrift
Inhaltlich schickt Activision die Reihe nach Ostasien, wo sich ein neuer Koreakrieg anbahnt. Modern Warfare 4 greift dabei sichtbar auf die Handschrift von Infinity Ward zurück: Menüs, Gameplay-Mechaniken, Musik und Ästhetik orientieren sich stark am ursprünglichen Modern-Warfare-Zweig der Serie. Genau dieser Rückgriff sorgt jedoch für den meistgenannten Kritikpunkt in den Steam-Reviews - vielen Spielenden fühlt sich dieses Call of Duty schlicht nicht neu genug an.
Die Beta steht auf Steam entsprechend bei 49 Prozent positiven Bewertungen und damit im Bereich «ausgeglichen». Destructoid-Autor Andrej Barovic hält dem Vorwurf entgegen, dass es sich um eine jährlich erscheinende Reihe handle und grosse Unterschiede zwischen einzelnen Teilen nie zu erwarten gewesen seien - für die Wertung auf Steam macht dieses Gegenargument allerdings keinen Unterschied.
Die Probleme, die tatsächlich weh tun
Unterhalb der Grundsatzdebatte liegen zwei handfeste technische und spielerische Baustellen. Zum einen die brutal kurze Time-to-Kill: Gegner sterben so schnell, dass für eine Reaktion praktisch kein Zeitfenster bleibt. Zum anderen eine deutliche Server-Instabilität, die den Test begleitet. Beides sind Punkte, die sich bis zum Verkaufsstart theoretisch noch justieren lassen - anders als das Grunddesign, an dem sich die Neuheits-Kritik entzündet.
- Time-to-Kill: extrem kurz, kaum Reaktionszeit im Feuergefecht
- Server: spürbare Instabilität während der Testphase
- Wahrnehmung: zu nah an den bekannten Modern-Warfare-Teilen
- Kampagne: die angespielte Mission gilt als solide
Genau dieser letzte Punkt ist bemerkenswert. Während der Mehrspielermodus die Kritik einsammelt, fällt das Urteil zur angespielten Kampagnenmission positiv aus. Für eine Reihe, deren Singleplayer in den vergangenen Jahren regelmässig zur Diskussion stand, ist das kein unwichtiges Signal.
Einordnung
Eine Beta ist kein Verkaufsstart, und Steam-Zahlen sind nur ein Ausschnitt einer Reihe, die einen Grossteil ihres Publikums auf Konsolen und über den Battle.net-Launcher erreicht. Trotzdem bleibt der Befund unangenehm: Wenn schon jene Gruppe, die vorbestellt oder aktiv um einen Key gekämpft hat, binnen 24 Stunden zur Hälfte abspringt, ist das ein Stimmungsbild, das Activision vor dem Release nicht ignorieren dürfte. Ob sich Time-to-Kill und Serverstabilität bis dahin fangen, wird die Antwort auf die Frage liefern, ob dieser Einbruch ein Beta-Ausrutscher war - oder ein Vorbote.
Betas sind für Call of Duty seit Jahren der Stimmungstest vor dem Verkaufsstart - und der fällt diesmal durchwachsen aus. Wer über einen Kauf nachdenkt, erfährt hier, welche Probleme die Testphase offenlegt und welche davon bis zum Release noch reparierbar wären.
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