Call of Duty: Modern Warfare 4
Modern Warfare 4 beendet das Shader-Warten - ausser auf Steam
Infinity Ward und Beenox lassen die Shader künftig im Hintergrund vorladen, doch nicht jede Plattform profitiert gleich stark

KURZFASSUNG
- Die MW-4-Beta lädt Shader am PC im Hintergrund vor, sobald der Download fertig ist - der lange «Compiling Shaders»-Bildschirm entfällt weitgehend
- Standardmässig läuft der Preload nur im Battle.net-Launcher; auf Steam bleibt beim allerersten Start noch ein (verkürzter) Kompiliervorgang
- Zum Full Release sollen Shader nur noch ein einziges Mal kompiliert werden - auch nach grossen Season-Updates
- Erzwungene Neustarts nach Patches werden reduziert: PC und PS5 profitieren sofort, Xbox später, Switch 2 gar nicht
Infinity Ward und Co-Entwickler Beenox haben die letzten Details zur Beta von Call of Duty: Modern Warfare 4 nachgereicht - und neben Preload-Zeiten und PC-Anforderungen eine Neuerung angekündigt, die viele PC-Spieler:innen mehr interessieren dürfte als jede neue Map: Der berüchtigte «Compiling Shaders»-Bildschirm soll weitgehend verschwinden. Ab der Beta kann Call of Duty die Shader bereits vorladen, bevor das Spiel überhaupt gestartet wird.
21. Aug.
Start der ersten Beta-Phase, direkt nach dem «Call of Duty: Next»-Event
20. Aug., 18 Uhr
seitdem läuft der Preload der Beta-Daten
1x
so oft sollen Shader zum Full Release noch kompiliert werden - statt nach jedem Season-Update
Warum das Warten überhaupt entsteht
Zur Erinnerung: Shader teilen der Grafikkarte mit, wie sie das Bild berechnen soll - Beleuchtung, Schatten, Oberflächen, Effekte. Damit das Spiel mitten im Match nicht ins Stottern gerät, kompiliert es diese Anweisungen vorab. Das kostet Zeit, und zwar immer wieder: beim allerersten Start, nach einem GPU-Treiber-Update und nach jedem grossen Patch. Konsolen bleiben davon verschont, weil Hard- und Software dort standardisiert sind und die Downloads die fertigen Shader gleich mitbringen. Am PC ist das Warten inzwischen so selbstverständlich geworden, dass eher dessen Abwesenheit auffällt.
Genau hier setzt die Neuerung an. Sobald der Download abgeschlossen ist, startet der Shader-Preload im Hintergrund - ohne dass das Spiel laufen muss. Wer sich anschliessend einloggt, soll direkt ins Menü kommen statt auf einen Fortschrittsbalken zu starren.
Battle.net zuerst, Steam mit Einschränkung
Ganz reibungslos läuft das während der Beta allerdings noch nicht. Am zuverlässigsten funktioniert das Feature im Battle.net-Launcher, denn nur dort startet der Preload standardmässig von allein. Auf Steam ist die Funktion zwar ebenfalls aktiv, beim allerersten Start bleibt der klassische Kompilier-Bildschirm aber bestehen - laut den Entwicklern immerhin deutlich kürzer als bisher. Ab dem zweiten Start greift dann auch dort der Preload.
Der eigentliche Gewinn kommt ohnehin erst später: Zum Full Release sollen die Shader auf dem PC nur noch ein einziges Mal kompiliert werden. Das wiederkehrende Warten nach jedem grossen Season-Update, das heute noch zum Alltag gehört, würde damit entfallen.
Weniger Zwangsneustarts - je nach Plattform
Parallel dazu nimmt sich die Beta ein zweites Dauerärgernis vor: die Meldung «Update erfordert Neustart». Call-of-Duty-Veteran:innen kennen das Ritual - Spiel starten, Patch laden, Spiel neu starten, gelegentlich mehrfach hintereinander, weil das System die Updates nicht zusammenfasst. Besonders häufig trifft es jene, die längere Zeit pausiert haben. Künftig soll das Spiel mehr Arten von Patches herunterladen können, ohne dass sofort ein Neustart nötig wird.
Verschwinden wird das Problem nicht. Wer wegen eines Updates aus einem laufenden Match fliegt, muss weiterhin neu starten. Und der Fortschritt verteilt sich ungleich über die Plattformen:
- PC (unabhängig vom Store) und PlayStation 5: Verbesserung greift sofort
- Xbox: Updates erfordern vorerst weiterhin einen Neustart, bis zum Launch soll das reduziert werden
- Nintendo Switch 2: keine Verbesserung - weder in der Beta noch zum Release
“Das «Update erfordert Neustart»-Problem verschwindet zwar nicht komplett, aber unser Ziel ist simpel: Weniger erzwungene Neustarts und weniger Unterbrechungen zwischen euch und eurem nächsten Match.”
Was ihr vor dem Beta-Start prüfen solltet
Die erste Beta-Phase beginnt am 21. August direkt im Anschluss an das Live-Event «Call of Duty: Next», auf dem ein Grossteil der neuen Maps und Modi gezeigt wird. Der Preload läuft bereits seit dem 20. August um 18:00 Uhr. Wichtig für alle am PC: TPM 2.0 und Secure Boot müssen aktiviert sein, sonst startet das Spiel gar nicht erst - eine Hürde, auf die Activision bereits mit einem eigenen Guide zu den strengen Anti-Cheat-Vorgaben reagiert hat.
Einordnung: Technische Komfortfunktionen machen selten Schlagzeilen, doch hier trifft eine Serie mit riesiger PC-Spielerschaft auf ein Problem, das die gesamte Branche plagt. Dass ausgerechnet Call of Duty den Shader-Preload zur Standardlösung erklärt, erhöht den Druck auf andere Publisher. Endgültig bewerten lässt sich der Fortschritt aber erst zum Release - denn das Versprechen, Shader wirklich nur noch einmal kompilieren zu müssen, muss ausgerechnet den Season-Update-Zyklus überstehen, an dem bisher jede vergleichbare Lösung gescheitert ist.
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Shader-Kompilieren am PC: Wie sehr nervt euch das Warten wirklich?
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WARUM DAS WICHTIG IST
Das Kompilieren von Shadern kostet PC-Spieler:innen bei jedem Treiber-Update und jedem grossen Patch Minuten, die sie lieber im Match verbringen würden. Wenn ausgerechnet die grösste Shooter-Reihe der Welt dieses Problem angeht, setzt das einen Massstab, an dem sich andere Publisher messen lassen müssen.
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