Metal Gear Solid
MGS 4 verlässt die PS3 nach fast 20 Jahren - und läuft endlich rund
Die Kritik feiert Master Collection Vol. 2 als überfällige Befreiung von Guns of the Patriots, streitet sich aber über Peace Walker

KURZFASSUNG
- Metal Gear Solid: Master Collection Vol. 2 bringt Guns of the Patriots nach fast zwei Jahrzehnten PS3-Exklusivität auf moderne Hardware
- Die Portierung läuft laut Test in stabilen 60 fps und 4K, Zielen und Schiessen liegen neu standardmässig auf L2/R2
- Ebenfalls enthalten: Peace Walker sowie Metal Gear: Ghost Babel, das hier erstmals überhaupt wiederveröffentlicht wird
- Kritikpunkte: drei getrennte Apps statt einer Sammlung, zwei matschige Zwischensequenzen und Peace Walkers Bosskämpfe im Solo-Betrieb
Es ist der wohl symbolträchtigste Gefängnisausbruch dieser Konsolengeneration: Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots, seit 2008 an die PlayStation 3 gekettet, ist Teil von Metal Gear Solid: Master Collection Vol. 2 und damit endlich auf moderner Hardware spielbar. Die internationalen Testberichte sind da - und sie zeichnen ein erstaunlich einiges Bild: Der Port ist die Hauptattraktion, das Drumherum weniger.
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60 fps
stabile Bildrate von MGS 4 auf PS5 laut Push-Square-Test
5/5
Wertung von VGC für die Gesamtsammlung
3 Spiele
MGS 4, Peace Walker und Ghost Babel
Fast zwei Jahrzehnte Haft auf der PS3
Push Square beschreibt die Sammlung treffend als «weniger eine Collection als eine überfällige Bewährung» für Guns of the Patriots. Der Vergleich mit Vol. 1 fällt auf dem Papier ernüchternd aus: Der erste Band bündelte die ersten drei MGS-Teile plus die beiden Ur-Metal-Gears, also lauter Titel, die auf jeder Bestenliste der PlayStation-Geschichte auftauchen. Vol. 2 hat dagegen den Teil mit den sehr langen Zwischensequenzen, einen Handheld-Ableger ohne Nummer und einen Spin-off ausserhalb des Kanons im Gepäck.
VGC ordnet das anders ein und verweist auf die Cell-Architektur der PS3, wegen der zahllose Spiele dieser Ära faktisch auf ihrer Ursprungsplattform festsassen. Genau diese technische Fessel habe MGS 4 über Jahre einen fast mystischen Ruf beschert - ein legendäres Spiel, das man nicht mehr eben schnell nachholen konnte. Dass es nun ohne Staubwischen an der alten Konsole läuft, sei allein den Preis wert.
Was die Portierung besser macht - und wo sie patzt
Technisch fällt das Urteil deutlich aus. Auf der PS3 habe das Spiel häufig Mühe gehabt, überhaupt 30 Bilder pro Sekunde zu halten, schreibt Push Square; stellenweise sei es kaum bei 20 gelegen. Auf der PS5 laufe es durchgehend stabil bei 60 fps, ohne bemerkbare Einbrüche. Die erhöhte 4K-Auflösung lasse den relativ frühen PS3-Titel überraschend gut aussehen - phasenweise wirke er eine Generation jünger. Ebenso wichtig für das Spielgefühl: Zielen und Schiessen liegen nun standardmässig auf L2 und R2 statt wie im Original auf L1 und R1, ein Zugeständnis an die berüchtigt schwachen PS3-Trigger.
- Stabile 60 fps statt schwankender 30 fps auf der Originalhardware
- 4K-Auflösung, die den PS3-Titel deutlich aufwertet
- Standardbelegung neu auf L2/R2 - fühlt sich sofort korrekt an
- Zwei Zwischensequenzen fallen sichtbar in der Auflösung ab und wirken matschig
- Steuerung bleibt trotzdem träger als in MGS 5 oder Delta
Die beiden verwaschenen Cutscenes nennt Push Square als einzigen echten technischen Makel und hofft auf einen Patch - ausgerechnet die ikonische Fingerpistolen-Szene mit Ocelot ist betroffen. VGC bemängelt eher das Grundgefühl: Spielerisch merke man MGS 4 im Vergleich zu Metal Gear Solid 5 und zuletzt Delta sein Alter an. Mit dem fünften Teil habe die Serie die eigenwilligen Eingabelayouts hinter sich gelassen; ganz so knackig werde sich der vierte Teil auch mit angepassten Einstellungen nie anfühlen.
Ein Spiel, das gealtert ist - im positiven Sinn
Inhaltlich sind sich beide Tests einig, dass Guns of the Patriots ein Extremfall bleibt: eine Erzählung, die 25 Jahre Lore zu landen versucht, mit einer Menge Zwischensequenzen, die laut VGC ziemlich lange über der Landebahn kreisen. Wer die ersten drei Teile nicht kennt, solle die Finger davon lassen, warnt Push Square - selbst mit Vorwissen ergebe vieles kaum Sinn. Bemerkenswert findet die Kritik dagegen die Themenwahl.
“Die Themen selbsterhaltender Kriegswirtschaften, algorithmischer Informationskontrolle, ausufernder Privatisierung und invasiver digitaler Überwachung wirken 2026 alle unheimlich zeitgemäss.”
Peace Walker spaltet, Ghost Babel überrascht
Beim zweiten grossen Titel der Sammlung gehen die Meinungen auseinander. VGC bezeichnet das ursprünglich 2010 für PSP erschienene Peace Walker als portables Metal Gear in Bestform: durchdacht für den Arbeitsweg, in kurzen Sitzungen spielbar und mit dem Gefühl, über Mother Base und Fulton-Rekrutierungen ständig voranzukommen. Push Square kommt zum gegenteiligen Schluss: Auf einem 70-Zoll-Fernseher und in langen Sessions treten die Schwächen viel deutlicher hervor - repetitive Missionen, zu leichte Schleichabschnitte und Bosse mit absurd aufgeblasenen Lebensbalken, weil die Kämpfe erkennbar auf Online-Koop ausgelegt sind, ohne für Solospielende angepasst zu werden.
Metal Gear: Ghost Babel, versteckt in der Bonus-App, ist der stille Gewinner. Der nicht-kanonische Game-Boy-Color-Ableger erscheint hier laut VGC zum allerersten Mal in einer Wiederveröffentlichung - inklusive der üblichen Retro-Optionen wie pixelgenauer GBC-Darstellung und Filtern. Push Square hält ihn eher für eine Kuriosität als für ein Pflichtprogramm, sieht darin aber ein gutes Zeichen: Vielleicht schaffen es die Acid-Titel in ein mögliches Vol. 3.
Drei Apps statt einer Sammlung
Der grösste Kritikpunkt an der Verpackung: Vol. 2 ist kein geschlossenes Paket, sondern startet über drei separate Launcher - je einen für MGS 4 und Peace Walker sowie einen für die Bonusinhalte. Die Zuordnung wirkt willkürlich. Die MGS-4-Datenbank, eine Art Wikipedia für die Serien-Lore, steckt in der Spiel-App, die digitalen Soundtracks beider Titel dagegen in den Bonusinhalten. Push Square attestiert dieser Seite der Sammlung schlicht zu wenig Sorgfalt - sobald man in den Spielen ist, sei das aber schnell vergessen.
Einordnung
Mit Vol. 2 ist das Ziel, praktisch die gesamte Metal-Gear-Reihe auf eine aktuelle Plattform zu bringen, fast erreicht. Was fehlt, wäre laut VGC ein dritter Band mit einem Anstrich für Metal Gear Solid 5 und dem heiss geliebten Metal Gear Rising: Revengeance - technisch heikel, aber MGS 4 galt schliesslich auch lange als unmöglich. Für Neueinsteiger:innen bleibt Guns of the Patriots der denkbar ungünstigste Startpunkt; wer die Serie nachholen will, findet in Vol. 1 den passenden Unterbau. Für alle anderen ist die Sammlung vor allem eines: das Ende einer fast zwanzigjährigen Wartezeit.
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WARUM DAS WICHTIG IST
Metal Gear Solid 4 galt als eines der prominentesten Spiele, die wegen der PS3-Architektur für immer auf ihrer Ursprungsplattform gefangen schienen. Mit der Sammlung ist praktisch die gesamte Metal-Gear-Saga auf aktueller Hardware spielbar - und die Kritik ist sich einig, dass der Port technisch deutlich mehr ist als eine Notlösung.
DAS SAGT DIE FACHPRESSE
Klare EmpfehlungDie Kritik ist sich einig, dass MGS 4 den Kaufpreis allein trägt: Der Port gilt technisch als hervorragend und macht das Spiel erstmals ohne PS3 zugänglich. Uneins ist man bei Peace Walker, das VGC als portables Metal Gear in Bestform feiert und Push Square am grossen Bildschirm als repetitiv empfindet. Die zerstückelte Menüstruktur bemängeln beide.
STÄRKEN
- +MGS 4 läuft laut Test stabil in 60 fps und 4K statt schwankender 30 fps auf der PS3
- +Standardsteuerung neu auf L2/R2 - fühlt sich sofort zeitgemäss an
- +Ghost Babel erhält seine allererste Wiederveröffentlichung
- +Thematisch wirkt MGS 4 laut Kritik heute aktueller als zum Erscheinen
SCHWÄCHEN
- -Drei getrennte Apps mit unlogisch verteilten Inhalten statt einer Sammlung
- -Zwei Zwischensequenzen fallen sichtbar in der Auflösung ab
- -Peace Walkers Bosskämpfe sind auf Koop ausgelegt und im Solobetrieb zäh
FÜR WEN?
Für Serienfans, die Guns of the Patriots seit Jahren nicht mehr spielen konnten - und für alle, die Vol. 1 bereits durch haben.
KAUFEMPFEHLUNG
Wer MGS 4 je spielen wollte, greift zu - Neueinsteiger:innen starten aber besser mit Vol. 1.
QUELLEN (2)
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