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The Sinking City 2

The Sinking City 2 im Test — das Detektivspiel ist verschwunden

Frogwares wirft die Mind-Palace-Ermittlungen über Bord und liefert stattdessen Survival-Horror in der Tradition von Resident Evil und Silent Hill

Republic of Pixels Redaktion17. August 2026 · 17:47 Uhr4 Min. Lesezeit
The Sinking City 2 im Test — das Detektivspiel ist verschwunden
Bild: GamesRadar

KURZFASSUNG

  • The Sinking City 2 ist seit dem 18. August 2026 für PC, PS5 und Xbox Series X erhältlich
  • Frogwares streicht die Mind-Palace-Ermittlungen und setzt auf Survival-Horror mit Safe Rooms, Item-Box und knapper Munition
  • Die Story ist eigenständig: Okkultist Calvin Rafferty sucht im gefluteten Arkham nach einem Weg, seine Partnerin Faye aus dem magischen Koma zu holen
  • Lob gibt es für Rätsel und Ressourcendruck, Kritik für Gegnervielfalt, Gesichtsanimationen und Sprachausgabe

Am 18. August 2026 hat Frogwares The Sinking City 2 für PC, PS5 und Xbox Series X veröffentlicht — und dabei fast alles hinter sich gelassen, wofür das ukrainische Studio bislang stand. Statt offener Ermittlungsarbeit gibt es klassischen Survival-Horror mit Safe Rooms, Item-Box und permanent knapper Munition. Die internationalen Tests fallen überwiegend positiv aus, ziehen aber eine klare Linie: Das hier ist ein Spiel, das seine Vorbilder respektiert, ohne sie einzuholen.

18. Aug.

Release 2026 für PC, PS5 und Xbox Series X

10–12 Std.

Spielzeit eines Durchgangs laut GamesRadar und Push Square

Ein Nachfolger, der seinen Vorgänger widerruft

Über ein Jahrzehnt lang hat Frogwares an seiner Mind-Palace-Mechanik gefeilt: jenem System, das Hinweise verknüpft und daraus Schlussfolgerungen formt. Es trug die jüngeren Sherlock-Holmes-Spiele und auch das erste The Sinking City, das bei Wccftech seinerzeit 7,8 von 10 Punkten erhielt. Genau diese Arbeit landet im zweiten Teil grösstenteils auf dem Abstellgleis. Push Square nennt den Schritt einen mutigen Bruch — und kommt zu dem Schluss, dass er sich gelohnt hat: Das Spiel sei die bislang beste Leistung des Studios.

Der Preis dafür ist Beweglichkeit im Detail. Die Fortsetzung ist deutlich linearer als das offene Ermittlerspiel von damals, und eure Handlungen haben keinen Einfluss auf den Verlauf der Geschichte. Push Square beschreibt den zweiten Teil als nahezu vollständige Umkehrung des ersten. Auch die Bootsfahrten durch das überflutete Arkham sind zurückgestutzt: Sie dienen nur noch als Transportmittel zwischen den Schauplätzen, das Gewicht liegt komplett auf dem, was zu Fuss passiert.

Wer den ersten Teil nicht kennt, muss sich keine Sorgen machen. Die Nummer im Titel ist irreführend — erzählerisch steht das Spiel für sich, mit neuem Protagonisten und neuem Schauplatz. Wccftech verweist zudem auf die erheblichen Turbulenzen, die Frogwares in den vergangenen Jahren durchlaufen hat, inklusive juristischer Auseinandersetzungen.

Arkham säuft ab, und der Slither wacht auf

Der Aufhänger ist schnell erzählt: Bei einem Traumritual der Okkultisten und Liebenden Calvin Rafferty und Faye Bennett geht etwas schief — nur Cal wacht auf. Die Suche nach einem Mittel gegen den magischen Schlaf seiner Partnerin treibt ihn in die dunklen Winkel des Arkham der 1920er, das eine übernatürliche Flut heimsucht und Kreaturen aus der Tiefe an die Oberfläche spült. Wer sich nicht evakuieren liess, hat in aller Regel ernsthafte Probleme, Cal eingeschlossen.

Bemerkenswert findet GamesRadar die Beziehung der beiden: Die weitgehend positive Hingabe füreinander wirke für ein Survival-Horror-Spiel fast schon subversiv und erinnere eher an Rick und Evelyn aus der Mumie der Neunziger als an irgendein Paar aus Silent Hill. Entsprechend geht Calvin die kosmischen Schrecken mit einer Mischung aus Draufgängertum und morbider Neugier an.

Die Gegner speisen sich aus dem sogenannten Slither, einer Kreuzung aus Riesenschnecken und Aalen. Die Viecher bohren sich in Leichen, erwecken sie wieder und schicken sie auf euch los. Kopfschüsse helfen hier nicht: Der Slither bildet eitrige Beulen auf dem Fleisch, Schwachstellen können also überall am Körper auftauchen. Erlegte Gegner sind zudem kein Endpunkt — die Würmer platzen heraus und suchen sich die nächste Leiche. Ein Stampf-Angriff auf am Boden liegende Feinde kann sie zerquetschen. GamesRadar hält fest, dass diese Mechanik über weite Strecken hervorragend funktioniert, das Warten auf eine neue Eiterblase gelegentlich aber künstlich zäh wirkt.

Was die Kritik überzeugt

  • Rätsel als Höhepunkt: Safe-Kombinationen entschlüsseln, Dokumente auswerten, Umgebungen abtasten — laut Push Square ein Set, auf das Frogwares stolz sein darf
  • Ressourcendruck: Munition und Heilung teilen sich Crafting-Materialien, was quälende Entscheidungen erzwingt
  • Inventar und Routen: begrenzte Slots, spärlich verteilte Safe Rooms, freischaltbare Abkürzungen, Upgrades für mehr Platz
  • Moderne Bedienung: reaktive Bewegung und solides Schiesshandwerk — GamesRadar sieht darin eher einen Verwandten des Resident-Evil-2-Remakes als des Originals von 1998
  • Farbcodierte Karten nach Vorbild des Resident-Evil-2-Remakes, die anzeigen, wo noch etwas zu holen ist

Der stärkste Trumpf ist laut GamesRadar aber die Ungewissheit. Wer Resident Evil und Silent Hill seit Jahren spielt, weiss selbst in neuen Teilen ungefähr, was kommt — hier nicht. Weil der Vorgänger mechanisch praktisch nichts mit diesem Spiel gemein hat, greifen die kosmischen Wendungen umso besser.

The Sinking City 2 ist ein selbstbewusstes Abenteuer, das es Tentakel an Tentakel mit modernem Survival-Horror wie Resident Evil und Silent Hill aufnehmen kann.
GamesRadar+

Wo das kleinere Budget sichtbar wird

Die Schwächen liegen dort, wo Geld sichtbar wird. Push Square kritisiert die dürftige Gegnervielfalt: Die vom Slither gesteuerten Menschen recyceln immer wieder dieselben Charaktermodelle, und die später eingeführten kosmischen Monster sind weder zahlreich noch abwechslungsreich genug, um das auszugleichen. Dazu kommen steife Gesichtsmodelle und eine Sprachausgabe, die der Erzählung wenig Glaubwürdigkeit verleiht — heikel, weil die Handlung an nur wenigen Figuren hängt. Der eigentliche Kampf sei schlicht zweckmässig: nie beeindruckend, nie enttäuschend.

GamesRadar wiederum stösst sich an Bosskämpfen und Kampfstrecken, die nicht zünden, an Arealen, die mitunter beziehungslos nebeneinanderstehen, und an den letzten zwei Spielstunden, die etwas fad ausfallen. Technisch gibt es dagegen wenig zu meckern: Push Square spielte im Performance-Modus mit 60 Bildern pro Sekunde auf einer PS5 Pro und meldet weder spürbare Einbrüche noch technische Aussetzer. Selbst die adaptiven Trigger der PS5 werden unterstützt, wenn auch mit wenig Differenzierung zwischen den Waffen.

Einordnung

The Sinking City 2 erscheint in einem Genre-Jahrgang, in dem Resident Evil Requiem und Silent Hill f die Messlatte hochgelegt haben — und positioniert sich bewusst darunter. Push Square nennt es eine Diät-Variante der Resident-Evil-Formel, GamesRadar sieht es dagegen auf Augenhöhe mit den Grossen. Beides lässt sich zusammenbringen: handwerklich sauber, mit ausgezeichneten Rätseln und echtem Ressourcendruck, aber ohne die Produktionswucht der Genre-Schwergewichte.

Das ist gut — manchmal richtig gut.
Push Square

COMMUNITY-UMFRAGE

Frogwares streicht die Detektivarbeit zugunsten von Survival-Horror — richtige Entscheidung?

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WARUM DAS WICHTIG IST

Frogwares wirft mit dem Mind Palace ausgerechnet jenes Feature weg, für das das Studio bekannt war — und wagt sich in ein Genre, in dem Capcom und Konami gerade Bestform zeigen. Für alle, die nach Resident Evil Requiem und Silent Hill f Nachschub suchen, ist das eine der wenigen Alternativen abseits der grossen Budgets.

DAS SAGT DIE FACHPRESSE

Empfehlenswert

Die Kritik bewertet The Sinking City 2 als den bislang stärksten Titel von Frogwares und als gelungenen Genrewechsel: Rätsel, Safe Rooms und Ressourcendruck sitzen, die Lovecraft-Motive tragen echte Überraschungen bei. Gebremst wird das Urteil durch magere Gegnervielfalt, hölzerne Inszenierung und ein schwaches Finale — an Resident Evil Requiem oder Silent Hill f reicht das Spiel nach übereinstimmender Einschätzung nicht heran.

STÄRKEN

  • +Rätseldesign, das die Kritik als Höhepunkt des Spiels hervorhebt
  • +Konsequentes Ressourcen- und Inventarmanagement mit echten Entscheidungen
  • +Moderne, reaktive Steuerung und solides Schiesshandwerk
  • +Lovecraft-Motive und der Slither sorgen für unvorhersehbare Schreckmomente

SCHWÄCHEN

  • Geringe Gegnervielfalt und wiederkehrende Charaktermodelle
  • Steife Gesichtsanimationen und schwache Sprachausgabe
  • Bosskämpfe, Kampfstrecken und die letzten Spielstunden zünden nicht

FÜR WEN?

Für alle, die klassischen Survival-Horror mit vertrackten Rätseln und knappen Ressourcen mögen und mit Produktionswerten unterhalb der Genre-Schwergewichte leben können.

KAUFEMPFEHLUNG

Wer nach den grossen Genre-Releases dieses Jahres noch Hunger hat, kann direkt zugreifen; wem Inszenierung und Gegnervielfalt wichtig sind, wartet besser auf einen Rabatt.

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