Last Sentinel
Tencent zieht sich aus Last Sentinel zurück, Lightspeed entlässt 80 Mitarbeitende
Der als Cyberpunk-Rivale zu Grand Theft Auto angekündigte Titel steht nach sechs Jahren Entwicklung vor einer ungewissen Zukunft

KURZFASSUNG
- Tencent zieht die Unterstützung für das Cyberpunk-Open-World-Projekt Last Sentinel zurück
- Entwickler Lightspeed LA entlässt in der Folge 80 Mitarbeitende
- Das Spiel war seit 2023 angekündigt und sechs Jahre in Entwicklung, ohne je Gameplay-Material zu zeigen
- Lightspeed führt das Projekt ohne Tencent weiter und will die kreative Ausrichtung ändern
Tencent hat sich laut einem Bericht von Bloomberg von Last Sentinel zurückgezogen, dem Cyberpunk-Open-World-Projekt des Studios Lightspeed LA. Als Folge des Vertrauensverlusts des Publishers hat Lightspeed 80 Mitarbeitende entlassen. Das Spiel war 2023 bei den The Game Awards als potenzieller Rivale zu Grand Theft Auto angekündigt worden.
80
Mitarbeitende laut Bloomberg-Bericht entlassen
6 Jahre
Zeit, die Last Sentinel bereits in Entwicklung ist
2023
Ankündigung des Spiels bei The Game Awards
Ein Cyberpunk-Japan im Stil von GTA
Last Sentinel war als grafisch aufwendige Open-World-Produktion konzipiert, angesiedelt in einer vertikalen Stadt in einem cyberpunk-geprägten Japan. Zerstörbare Umgebungen sollten das Spiel ergänzen, dazu die für das Genre typische Mischung aus Fahren und Schiessen. Allerdings arbeitete Lightspeed mit einem deutlich kleineren Team, als Rockstar es für seine jüngeren Open-World-Titel eingesetzt hat.
Unklare Vision und gescheiterte Präsentation
Anonymen Quellen aus dem Studio zufolge, auf die sich Bloomberg beruft, litt die Produktion unter einer unklaren kreativen Vision sowie einem als polarisierend beschriebenen Führungsstil von Steve Martin, ehemaliger Studioleiter bei Rockstar San Diego. Nach einem schwachen internen Playtest und einer wenig überzeugenden Präsentation vor Tencent-Führungskräften Anfang dieses Jahres soll Lightspeed noch versucht haben, kurzfristig eine verbesserte Version zusammenzustellen. Das reichte offenbar nicht aus, Tencent entschied sich, das Projekt nicht weiter zu unterstützen.
- Werbevideos, die im vergangenen Jahr veröffentlicht wurden, zeigten kein echtes Gameplay
- Das Projekt durchlief mehrere Verzögerungen sowie mindestens einen teilweisen Neustart
- Nach einer erfolglosen Demonstration vor Tencent-Führungskräften stellte der Publisher seine Unterstützung ein
- Lightspeed LA entliess daraufhin 80 Mitarbeitende
“Wir werden die kreative und die Entwicklungsrichtung des Spiels verändern, um die Erwartungen der Spielerschaft zu erfüllen.”
Kein Ende, aber ungewisse Zukunft
Offiziell ist Last Sentinel nicht abgesagt. Lightspeed arbeitet nach eigenen Angaben ohne die finanzielle Rückendeckung von Tencent weiter am Projekt und plant eine neue kreative Ausrichtung. Da die Spielerschaft durch die ursprüngliche Ankündigung jedoch einen ausgewachsenen Open-World-Konkurrenten zu Grand Theft Auto erwartet hat, bleibt fraglich, wie sich diese Erwartungshaltung mit den nun anstehenden Einschnitten vereinbaren lässt.
COMMUNITY-UMFRAGE
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WARUM DAS WICHTIG IST
Last Sentinel war eines der ambitioniertesten Versuche, dem Open-World-Genre einen ernsthaften Konkurrenten zu Grand Theft Auto entgegenzusetzen. Der Rückzug von Tencent zeigt, wie riskant grosse Open-World-Produktionen selbst für finanzstarke Publisher geworden sind.
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