Electronic Arts
EA: Insider warnen nach Saudi-Übernahme vor Massenentlassungen
Nach Abschluss der 55-Milliarden-Dollar-Übernahme durch den PIF wächst unter EA-Mitarbeitenden die Sorge vor Stellenabbau und Studio-Schliessungen
Gerücht / Leak: Dieser Artikel behandelt unbestätigte Informationen aus Leaks oder Insider-Quellen. Wir kennzeichnen das klar und ordnen ein, was gesichert ist und was Spekulation bleibt.

KURZFASSUNG
- EA ist seit Dienstag offiziell im Besitz eines Konsortiums um den saudischen Staatsfonds PIF (93,4 %), Silver Lake und Affinity Partners
- Die als Leveraged Buyout strukturierte Übernahme bringt EA rund 18–19 Milliarden Dollar neue Schulden ein, bei jährlichen Zinskosten von etwa 1,8 Milliarden Dollar
- Laut Bloomberg soll EA Fremdkapitalgebern angekündigt haben, jährliche Kosten um 700 Millionen Dollar zu senken – darunter 170 Millionen Dollar durch organisatorische Effizienzsteigerungen
- Insider Mike Straw berichtet von Existenzängsten in den Studios; Stellenabbau, Studio-Schliessungen und IP-Verkäufe gelten intern als möglich – bislang unbestätigt
Electronic Arts hat die Übernahme durch ein Investorenkonsortium am Dienstag offiziell bestätigt. Nach 43 Jahren als börsennotiertes Unternehmen befindet sich der Publisher nun vollständig in privater Hand – angeführt vom saudischen Staatsfonds Public Investment Fund (PIF), der laut einer Unterlage aus dem Vorjahr 93,4 Prozent der Anteile hält. Die restlichen Anteile verteilen sich auf die US-Investmentfirmen Silver Lake und Affinity Partners. Der Deal gilt mit einem Volumen von 55 Milliarden US-Dollar als der grösste fremdfinanzierte Unternehmenskauf (Leveraged Buyout) der Geschichte. Kurz nach Bekanntwerden der Details mehren sich laut Insidern jedoch Berichte über Existenzängste innerhalb der EA-Studios.
Hohe Schuldenlast, konkrete Sparziele
Da es sich um einen Leveraged Buyout handelt, wurde ein Grossteil der Kaufsumme über Fremdkapital finanziert, das nun auf der Bilanz von EA selbst lastet. Bloomberg-Journalist Jason Schreier bezifferte die Gesamtschulden auf rund 18 Milliarden Dollar, verbunden mit jährlichen Zinszahlungen von etwa 1,8 Milliarden Dollar. Das operative Ergebnis (EBITDA) liege bei rund 1,5 Milliarden Dollar jährlich – ausreichend, um die Zinslast zu bedienen, jedoch ohne den Schuldenberg selbst zu reduzieren. Laut Schreier habe EA gegenüber Fremdkapitalinvestoren angekündigt, die jährlichen Kosten um 700 Millionen Dollar zu senken, davon 170 Millionen Dollar durch sogenannte organisatorische Effizienzsteigerungen.
“Mit anderen Worten: Massenentlassungen.”
Sorge um Studios und Marken
Der Branchen-Insider Mike Straw von Insider Gaming berichtet auf Bluesky von Gesprächen mit zahlreichen EA-Mitarbeitenden aus verschiedenen Studios. Ihm zufolge rechnen alle Befragten mit umfangreichen Entlassungen innerhalb der ersten zwölf Monate nach der Übernahme.
“Ich habe mit Dutzenden EA-Mitarbeitern in verschiedenen Studios gesprochen, und alle glauben, dass es in den ersten 12 Monaten zu grossflächigen Entlassungen kommen wird. Einige haben mir auch erzählt, dass die Kommunikation über die Zukunft widersprüchlich war – aber das basiert natürlich auf persönlicher Wahrnehmung.”
Straw zufolge geht die Sorge über einzelne Stellenstreichungen hinaus: Ganze Studios könnten geschlossen werden, sollten sie nicht verkauft werden. Auch bei einzelnen Markenrechten (IPs) rechnet er mit Verkaufsbemühungen seitens EA, ohne dass bislang klar sei, welche Marken konkret betroffen wären. Verschärfend kommt hinzu, dass Investor Silver Lake laut Berichten verstärkt auf den Einsatz künstlicher Intelligenz zur Automatisierung der Spieleentwicklung setzen will – eine Kombination, die die Verunsicherung in der Belegschaft zusätzlich befeuert.
- Bereits im vergangenen Jahr strich EA laut Reuters 300 bis 400 Stellen, darunter rund 100 bei Respawn Entertainment, und stellte ein Titanfall-Projekt ein
- Im März 2026 bestätigte EA weitere, nicht näher bezifferte Entlassungen bei den an Battlefield 6 beteiligten Studios Criterion, Dice, Motive und Ripple Effect
- Der PIF hält bereits Milliarden-Beteiligungen an anderen Spielefirmen wie Take-Two und besitzt zudem SNK vollständig
Die hier geschilderten Befürchtungen zu möglichen Massenentlassungen, Studio-Schliessungen und IP-Verkäufen beruhen auf Insider-Berichten und Einschätzungen von Branchenjournalisten – eine offizielle Bestätigung durch EA liegt bislang nicht vor. Der PIF steht zudem seit Jahren wegen der Menschenrechtslage in Saudi-Arabien in der Kritik, unter anderem im Zusammenhang mit der Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi sowie der Verfolgung von LGBTQI+-Personen und Aktivistinnen im Königreich.
WARUM DAS WICHTIG IST
Sollten die befürchteten Einschnitte eintreten, könnte dies zahlreiche EA-Studios und laufende Projekte betreffen – ähnlich den bereits erfolgten Kürzungen bei Respawn und den Battlefield-6-Teams. Für Spieler:innen steht damit auch die Frage im Raum, welche Marken künftig weitergeführt, verkauft oder eingestellt werden.
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