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Electronic Arts ist privat

55-Milliarden-Dollar-Übernahme offiziell abgeschlossen

Nach Jahrzehnten an der Börse gehört EA nun mehrheitlich einem Konsortium um den saudischen Staatsfonds PIF – Branchenstimmen äussern Sorge um die kreative Vielfalt des Publishers

Republic of Pixels Redaktion04. August 2026 · 23:04 Uhr2 Min. Lesezeit
Electronic Arts ist privat: 55-Milliarden-Dollar-Übernahme offiziell abgeschlossen
Bild: Insider Gaming

KURZFASSUNG

  • Der Verkauf von Electronic Arts an ein Investoren-Konsortium ist am 4. August 2026 final abgeschlossen worden.
  • Das Konsortium besteht aus dem saudi-arabischen Staatsfonds PIF, Silver Lake und Affinity Partners; Kaufsumme: 55 Milliarden US-Dollar.
  • Es handelt sich um den grössten Leveraged Buyout der Geschichte – EA nimmt dafür rund 20 Milliarden US-Dollar neue Schulden auf.
  • Arrowhead-CEO Shams Jorjani äussert Bedenken, EA könne künftig nur noch auf Fortsetzungen und Mega-Franchises statt auf kreative Vielfalt setzen.

Seit Dienstag, dem 4. August 2026, ist Electronic Arts erstmals seit 1990 kein börsennotiertes Unternehmen mehr. Der bereits seit Monaten angekündigte Verkauf für 55 Milliarden US-Dollar wurde final vollzogen, nachdem zuletzt auch die EU-Kommission grünes Licht gegeben hatte. Käufer ist ein Konsortium rund um den saudi-arabischen Staatsfonds Public Investment Fund (PIF), die US-Investmentfirma Silver Lake sowie Affinity Partners.

Grösster Leveraged Buyout der Geschichte

Mit einem Volumen von 55 Milliarden US-Dollar handelt es sich um den grössten Leveraged Buyout aller Zeiten. Anders als bei einem klassischen Kauf finanziert die erwerbende Partei die Transaktion dabei grösstenteils über Fremdkapital, das anschliessend in den Büchern des übernommenen Unternehmens landet – EA nimmt dadurch rund 20 Milliarden US-Dollar an neuen Schulden auf. EA-CEO Andrew Wilson kommentierte den Abschluss über eine Pressemitteilung: „We're entering this next chapter from a position of strength with partners who share our vision and ambition. Together, we'll invest boldly, accelerate innovation, and build the next generation of games and experiences for the hundreds of millions of players and fans who inspire us every day.“ PIF-Vertreter Turqi Alnowaiser betonte zudem die langjährige Verbindung des Fonds zu EA als bisheriger Minderheitsinvestor.

Kritik aus der Branche

Während der Deal auf Investorenseite als Erfolg gefeiert wird, mehren sich in der Branche kritische Stimmen zur künftigen Ausrichtung von EA. Shams Jorjani, CEO des „Helldivers 2“-Entwicklers Arrowhead Studios, äusserte gegenüber Kotaku deutliche Bedenken. Für ihn lebte EAs Stärke stets von der Balance zwischen grossen Franchises und riskanteren Nischenprojekten.

Die Branche braucht wirtschaftliche Vielfalt genauso wie kreative Vielfalt – je mehr Studios und Publisher auf unterschiedlichen Ebenen agieren und unterschiedliche Risiken eingehen, desto gesünder werden Videospiele.
Shams Jorjani, CEO Arrowhead Studios

Jorjani verwies dabei auf das breite EA-Portfolio, das von Blockbustern wie Battlefield, Die Sims und Mass Effect bis zu kleineren Titeln wie Split Fiction, Unravel oder Klassikern wie Command & Conquer Generäle reiche. Angesichts der durch den Deal entstandenen Schuldenlast befürchtet er, dass EA künftig verstärkt auf sichere Fortsetzungen statt auf Vielfalt setzen könnte.

Ich hoffe, dass dieser Schritt zu mehr Vielfalt führt und nicht zu weniger. Sollte EA dadurch jedoch zu einer reinen Maschine für Sequels und Mega-Franchises verkommen, wäre das eine echte Verschwendung eines der besten Spiele-Kataloge der gesamten Industrie.
Shams Jorjani, CEO Arrowhead Studios

Ob sich diese Befürchtungen bewahrheiten oder das Konsortium EA weiterhin kreativen Spielraum lässt, wird sich erst in den kommenden Monaten und Jahren zeigen. Fest steht bereits jetzt: Mit dem Abschluss der Übernahme steigt Electronic Arts zum grössten privatisierten Spieleunternehmen der Welt auf.

WARUM DAS WICHTIG IST

Mit EA verschwindet einer der grössten Publisher der Branche von der Börse und gerät unter die Kontrolle eines Konsortiums, das laut Berichten künftig rund 93,4 Prozent der Anteile hält. Für Spieler:innen stellt sich die Frage, ob der finanzielle Druck aus dem Deal die Ausrichtung des Studios auf sichere Blockbuster statt experimentelle Projekte verschiebt.

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