Frontier Developments
Frontier baut ein Disney-Spiel - und zahlt es komplett selbst
Der Planet-Coaster-Entwickler bestätigt eine Zusammenarbeit mit Disney, nennt aber weder Titel noch Zeitraum - nur das Genre steht fest

- Frontier Developments und Disney haben eine Zusammenarbeit für ein neues Spiel auf Basis von Disney-Lizenzen vereinbart.
- Das Projekt fällt ins Genre der Creative Management Simulation - also Planet Coaster, Planet Zoo und Jurassic World Evolution.
- Frontier finanziert die Entwicklung vollständig selbst; Titel, Plattformen und Zeitraum sind offen.
- Die Ankündigung fällt eine Woche vor die Quartalszahlen des Studios und einen Monat vor den Start von Planet Zoo 2.
Frontier Developments hat eine Vereinbarung mit Disney bekannt gegeben: Das britische Studio entwickelt und veröffentlicht ein neues Spiel auf Basis von Disneys Lizenzportfolio. Konkreter wird die Mitteilung nicht - weder ein Titel noch ein Zeitraum, eine Plattformliste oder ein einziger Screenshot begleiten die Ankündigung. Bekannt ist nur, in welche Schublade das Projekt gehört: Es soll auf der Erfahrung des Studios als führender Anbieter im Genre der Creative Management Simulation aufbauen.
EXTERNER INHALT VON YOUTUBE
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2011
erschien mit Disneyland Adventures die bislang letzte Zusammenarbeit von Frontier und Disney
7
Themenpark-Simulationen hat Frontier über die Jahre veröffentlicht
Oktober
startet mit Planet Zoo 2 das nächste grosse Frontier-Spiel
Was Frontier sagt - und was nicht
Die Formulierung in der Pressemitteilung ist der einzige harte Hinweis auf das Spielprinzip. Als Referenzen führt Frontier ausdrücklich Planet Coaster, Planet Zoo, Jurassic World Evolution und ein noch nicht angekündigtes Spiel der Planet-Reihe an. Das legt nahe, dass es sich nicht um ein Action- oder Abenteuerspiel im Disney-Universum handelt, sondern um einen Aufbau- und Verwaltungstitel, bei dem man eine Attraktion gestaltet, bebaut und wirtschaftlich am Laufen hält. Bemerkenswert ist ein zweites Detail: Frontier finanziert die Entwicklung vollständig aus eigenen Mitteln - das Studio trägt also das Risiko, nicht Disney.
Wir freuen uns sehr, diese Zusammenarbeit mit Disney bekannt zu geben, die unsere klar definierte Strategie weiter bestärkt, erstklassige Spielemarken im Bereich Creative Management Simulation zu entwickeln und zu pflegen. Unsere Mission mit diesem Spiel ist es, eine leidenschaftliche, kreative Community von Spielerinnen und Spielern mit einer der bekanntesten und beliebtesten Marken der Welt zusammenzubringen, und ich kann es kaum erwarten zu sehen, was unsere talentierten Teams aus dieser grossartigen Gelegenheit machen.
Warum alle sofort an Themenparks denken
Die Spekulation lief los, bevor die Mitteilung durchgelesen war: ein Aufbauspiel mit echten Disney-Fahrgeschäften und -Kulissen. Frontiers Geschichte gibt der Vermutung Gewicht. Das Studio begleitet das Genre seit der Xbox-Umsetzung von RollerCoaster Tycoon, lieferte für RollerCoaster Tycoon 2 die Erweiterungen Wacky Worlds und Time Twister, führte die Entwicklung von RollerCoaster Tycoon 3 an und veröffentlichte danach Thrillville, Thrillville: Off the Rails, Screamride und das Mobile-Spiel Coaster Crazy. 2016 folgte Planet Coaster, 2024 dessen Nachfolger.
Ganz neu ist auch die Verbindung zu Disney nicht. 2011 entwickelte Frontier das Xbox-360-Spiel Disneyland Adventures, das für seine Rekonstruktion des ursprünglichen Parks in Anaheim gelobt wurde. Nur war das eben kein Managementspiel: Man erkundete das Gelände, traf Figuren, erledigte Botengänge und spielte Minispiele, die auf den Attraktionen basierten. Das neue Projekt dürfte laut Frontiers eigener Genre-Einordnung deutlich näher an Planet Coaster liegen. Bestätigt ist ein Themenpark-Setting allerdings nicht - Disneys Portfolio umfasst Dutzende Filmmarken, die sich ebenso als Kulisse eignen würden.
Ein volles Jahr für ein kleines Studio
Die Ankündigung fällt in eine ungewöhnlich dichte Phase. Sie kommt eine Woche vor der Vorlage der Quartalszahlen - ein Zeitpunkt, der kaum zufällig gewählt sein dürfte. Parallel arbeitet Frontier an mehreren Fronten:
- Planet Zoo 2 erscheint im Oktober und erweitert das Konzept um fliegende und im Wasser lebende Tiere - anders als der Vorgänger startet es direkt auf mehreren Plattformen statt nur auf dem PC.
- Jurassic World Evolution 3 liegt bereits vor und kam bei Aufbaufans wie bei Dinosaurier-Enthusiasten gut an.
- Ein weiteres, bislang unangekündigtes Managementspiel der Planet-Reihe befindet sich in Arbeit.
- Dazu kommt nun das Disney-Projekt ohne Namen, Termin und Plattformangabe.
Einordnung
Für ein Studio dieser Grösse ist eine Disney-Lizenz ein Ritterschlag - und mit der vollständigen Eigenfinanzierung auch eine Wette. Substanz hat die Meldung bislang trotzdem kaum: Bekannt sind das Genre, der Partner und die Finanzierungsform, alles andere ist offen. Wer auf einen offiziellen Disney-Park zum Selberbauen hofft, sollte die Erwartung deshalb vorerst niedrig halten, bis Frontier Details nennt. Realistisch ist ein solches Projekt frühestens nach dem Start von Planet Zoo 2 und dem unangekündigten Planet-Spiel.
Frontier ist derzeit das dominierende Studio für Aufbau- und Managementspiele mit grossen Lizenzen - und Disney gehört zu den wertvollsten Markenportfolios überhaupt. Für Fans von Planet Coaster bedeutet die Meldung die realistischste Chance seit Jahren auf ein Aufbauspiel mit offiziellen Themenpark-Attraktionen. Fest steht davon bislang aber nur das Genre.
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