Elden Ring
FromSoftware verkauft Pferderüstung - dann verschenkte sie sich selbst
Ein Multiplayer-Fehler duplizierte die Items des kostenpflichtigen Tarnished Pack für alle, bis Patch 1.17.1 dazwischenging

- Patch 1.17.1 für Elden Ring schliesst eine Lücke, über die sich Items des kostenpflichtigen Tarnished Pack im Multiplayer gratis beschaffen liessen
- Der Fehler liess bei Spielenden mit DLC automatisch Kopien der Gegenstände als Beute erscheinen, sobald Personen ohne DLC dazustiessen
- Das Tarnished Pack kostet 5 Dollar, erschien am 27. August und enthält zwei Startklassen, Ausrüstung und eine Zierrüstung für Torrent
- Das Tauschen von DLC-Items mit anderen Spielenden bleibt weiterhin möglich - nur der Duplikate-Regen ist vorbei
FromSoftware und Bandai Namco haben Elden Ring in aller Eile mit Patch 1.17.1 versorgt. Der Grund ist so kurios wie eindeutig: Über einen Fehler im Mehrspielermodus konnten sich Spielerinnen und Spieler die Inhalte des kostenpflichtigen Tarnished Pack besorgen, ohne dafür bezahlt zu haben. Genau das ist jetzt vorbei - und mit dem Loch verschwindet auch der erste Gratis-Nachschub an Zierrüstung für Torrent.
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5 $
kostet das Tarnished Pack
27. Aug.
Veröffentlichung des Packs samt Tarnished Edition für Switch 2
1.17.1
Patch, der die Gratis-Duplikate unterbindet
Wie aus dem Bezahl-DLC ein Beuteregen wurde
Ausgangspunkt war Patch 1.17, der die neuen kostenpflichtigen Inhalte ins Spiel brachte. Danach zeigte sich ein Nebeneffekt, der sich in der Community schnell herumsprach: Wer die DLC-Gegenstände besass und eine Multiplayer-Sitzung mit Personen ohne DLC betrat, liess dort automatisch Kopien dieser Items als Aufsammelbares erscheinen. Auf Reddit und in den sozialen Netzwerken wurde das entsprechend gefeiert - GamesRadar beschreibt den Effekt als Dollarnoten, die über den Zwischenlanden regnen.
Die offizielle Mitteilung zum Nachfolge-Patch fällt dagegen betont knapp aus.
Dieses Update behebt ein Problem im Mehrspielermodus, bei dem unter bestimmten Bedingungen DLC-spezifische Gegenstände erhalten werden konnten, obwohl normalerweise kein Anspruch darauf besteht. Es sind keine zusätzlichen Inhalte enthalten. Danke für euren Support, Verfemte.
Wichtig für alle, die jetzt Panik schieben: Das reguläre Tauschen von Gegenständen bleibt erhalten. DLC-Items lassen sich laut GamesRadar weiterhin untereinander weitergeben, auch an Personen, die das Tarnished Pack nicht besitzen. Was wegfällt, ist ausschliesslich die automatische Vervielfältigung - der Vorrat an kostenlosen Doppelstücken ist damit erschöpft.
Was im Tarnished Pack überhaupt steckt
Das Paket erschien am 27. August, zeitgleich mit der erweiterten Tarnished Edition für Nintendo Switch 2, wo die Inhalte bereits enthalten sind. Für alle anderen kostet es fünf Dollar. Geboten wird ein überschaubares Bündel:
- die beiden neuen Startklassen Indus Knight und Heavy Knight
- zusätzliche Waffen und Ausrüstung für den eigenen Charakter
- eine kosmetische Rüstung für Torrent, das geisterhafte Reittier
Pferderüstung, zum Zweiten
Dass es ausgerechnet Pferderüstung ist, hat für langjährige Rollenspielfans einen unangenehmen Nachhall. Bethesda hatte 2006 mit einem gleichnamigen Kleinst-DLC für The Elder Scrolls IV: Oblivion einen der ersten grossen Mikrotransaktions-Skandale ausgelöst - für rund einen Fünfer, wie Rock Paper Shotgun erinnert. Mikrotransaktionen sind heute Alltag, doch FromSoftware hatte sich dieser Praxis bislang entzogen und ausschliesslich auf umfangreiche, erzählerisch getragene Erweiterungen wie Shadow Of The Erdtree gesetzt. Das Tarnished Pack ist der erste Schritt in eine andere Richtung.
Die Reaktionen: weniger Bug, mehr Prinzipienfrage
Genau daran entzündet sich die Kritik - nicht am Fehler selbst, sondern an der Geschwindigkeit, mit der er behoben wurde. In den Antworten zur Patch-Meldung und in Reddit-Threads dominieren zwei Vorwürfe: dass ein Preisschild für eine Handvoll Ausrüstungsteile unangemessen sei und dass dringlichere Baustellen liegen bleiben.
Anders gesagt: Jemand hat herausgefunden, wie man das Tarnished-DLC für 5 Dollar gratis bekommt. Es hätte sowieso kostenlos sein sollen, Leute. 5 Dollar für ein paar Ausrüstungsteile zu verlangen, ist das grösste Eigengoal, das sich FromSoft seit langer Zeit geleistet hat.
Ich werde dafür Downvotes bekommen, aber es ist verrückt, dass sie für etwas so Harmloses einen ganzen Patch veröffentlichen, sich aber nicht die Mühe machen, uns mehr Balance- oder Komfortänderungen zu geben. Also Dinge, die das Spielerlebnis tatsächlich verbessern würden.
Ein weiterer Kommentar im selben Thread bringt den Verdacht auf den Punkt: FromSoftware werde von vielen so behandelt, als stehe das Studio über jeder Kritik - doch hier sei die Entscheidung offensichtlich finanziell motiviert. Rückenwind bekommt diese Lesart durch die Kapitalmarktseite: Investoren hatten dem Mutterkonzern zuletzt vorgehalten, den Erfolg von Elden Ring finanziell nicht ausreichend ausgeschöpft zu haben.
Einordnung
Praktisch ändert Patch 1.17.1 für die meisten Spielenden wenig: Wer das Pack besitzt, behält alles, wer es nicht besitzt, kann sich Items weiterhin von Mitspielenden übergeben lassen. Der eigentliche Punkt ist die Signalwirkung. Ein Studio, dessen ganze Erzählweise sich um die verschlungene Herkunft alter Speere, Helme und Talismane dreht, stellt nun einen kleinen Teil dieses Sammelguts hinter eine Bezahlschranke - und verteidigt sie binnen Tagen mit einem eigenen Patch. Ob das ein einmaliges Experiment zum Switch-2-Start bleibt oder der Anfang einer neuen Gewohnheit ist, entscheidet sich beim nächsten Spiel, nicht bei dieser Pferderüstung.
Mit dem Tarnished Pack verkauft FromSoftware erstmals einen kleinen Kosmetik- und Ausrüstungshappen separat, statt wie bisher nur grosse Story-Erweiterungen. Wie konsequent das Studio diese Grenze verteidigt, zeigt sich gerade an der Geschwindigkeit dieses Patches - und entscheidet mit, was Fans künftig von Souls-Spielen erwarten müssen.
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