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The Elder Scrolls 6

«Nein, wir machen Starfield» - so verlor TES 6 seinen Platz

Skyrim-Co-Lead Kurt Kuhlmann schildert, wie Todd Howard das Weltraum-Rollenspiel gegen den Wunsch grosser Teile des Studios durchsetzte

Republic of Pixels Redaktion09. September 2026 · 08:03 Uhr3 Min. Lesezeit
«Nein, wir machen Starfield» - so verlor TES 6 seinen Platz
Bild: GamesRadar
Kurzfassung
  • Kurt Kuhlmann, Co-Lead-Designer von Skyrim, sagt in einem Interview mit FRVR, nach Fallout 4 hätten die meisten im Studio The Elder Scrolls 6 erwartet.
  • Stattdessen band zuerst Fallout 76 grosse Teile des Teams, dann setzte Todd Howard Starfield als neue Marke durch und holte die Freigabe des Zenimax-Boards.
  • Kuhlmann war über 20 Jahre bei Bethesda und verliess das Studio 2023 im Streit, nachdem er die Lead-Designer-Rolle für TES 6 nicht bekommen hatte.
  • The Elder Scrolls 6 hat acht Jahre nach der Ankündigung noch immer keinen Termin, gilt intern aber als oberste Priorität.

Zwischen Skyrim (2011) und einem sechsten Elder Scrolls liegen inzwischen anderthalb Jahrzehnte. Warum, das erklärt nun jemand, der es aus nächster Nähe erlebt hat: Kurt Kuhlmann, Co-Lead-Designer von Skyrim, schildert im Gespräch mit FRVR, dass nach Fallout 4 grosse Teile von Bethesda Game Studios fest mit The Elder Scrolls 6 gerechnet hätten - bis Todd Howard das Projekt Starfield durchsetzte.

8 Jahre

sind seit der Ankündigung von The Elder Scrolls 6 vergangen - ohne Termin

17 Mio.

Spielerinnen und Spieler hat Starfield laut Bethesda inzwischen erreicht

7 Jahre

dauerte es laut Todd Howard, bis Starfield überhaupt Spass machte

Der Rhythmus, der plötzlich abriss

Bethesda hatte sich laut Kuhlmann eine bequeme Taktung angewöhnt: Fallout, dann Elder Scrolls, dann wieder Fallout. Der Wechsel zwischen Reihen und Genres habe dem Team einen willkommenen Tempowechsel verschafft. Nach dem Release von Fallout 4 im Jahr 2015 sei deshalb klar gewesen, was als Nächstes kommt - eigentlich. Zuerst wuchs Fallout 76, das ursprünglich gar nicht das ganze Studio beschäftigen sollte, zu einem deutlich grösseren Projekt heran und verlängerte die Fallout-Phase. Und dann kam Starfield.

Was wir als Nächstes machen sollten - es war nie so, dass wir plötzlich an TES 6 arbeiten würden, auch wenn das wohl das war, was die meisten wollten. Und dann meinte Todd: «Nein, wir machen Starfield. Ich habe die Freigabe bekommen. Es wird eine neue Marke. Es wird dieses ambitionierte Spiel. Es wird das grösste Weltraum-Rollenspiel, das je gemacht wurde.»
Kurt Kuhlmann, Co-Lead-Designer von Skyrim, gegenüber FRVR

«Ratet mal, Team»

Kuhlmann geht davon aus, dass der kommerzielle Erfolg von Fallout 4 Howard den nötigen Spielraum verschaffte, um ein derart abseitiges Projekt bei Bethesda und beim Zenimax-Board durchzubringen. Als Wunsch des Teams beschreibt er Starfield ausdrücklich nicht.

Es war nicht so, dass Starfield intern dieses grosse «Hey Todd, wir wollen alle dieses Weltraumspiel machen» gewesen wäre. Es war sehr viel eher: «Ratet mal, Team? Wir machen jetzt dieses Weltraumspiel.»
Kurt Kuhlmann, ehemaliger Bethesda-Designer

Er selbst hätte, so betont er, lieber an The Elder Scrolls 6 gearbeitet als an Fallout 76 und Starfield - und das gelte vermutlich für die Mehrheit des Studios. Rückblickend fügt sich das an eine Aussage von Todd Howard aus dem Jahr 2023: Damals räumte der Studiochef ein, er habe gedacht, man würde die Antworten schneller finden. Sieben Jahre habe Starfield gebraucht, um überhaupt einen Zustand zu erreichen, den man als spassig bezeichnen konnte.

Wie einzuordnen ist, wer hier spricht

Kuhlmanns Perspektive hat Gewicht, kommt aber nicht ohne Vorgeschichte. Er war über 20 Jahre bei Bethesda, bevor er das Studio 2023 im Streit verliess - Auslöser war laut Kotaku, dass ihm die Position des Lead Designers bei The Elder Scrolls 6 verwehrt blieb. Neben der Starfield-Entscheidung kritisiert er auch Probleme während dessen Entwicklung sowie eine wachsende Bürokratie im Studio. Seine Schilderung ist also die eines Insiders mit klarer eigener Rechnung; eine Stellungnahme von Bethesda liegt nicht vor.

Was das für die Wartenden heisst

  • The Elder Scrolls 6 ist inzwischen erklärtermassen das nächste grosse Spiel des Studios - Howard nannte es nach dem von Entlassungen geprägten Xbox-Reset im Sommer die oberste Priorität.
  • Ein Releasetermin oder auch nur ein Zeitfenster existiert acht Jahre nach der Ankündigung weiterhin nicht.
  • Die neue Xbox-CEO Asha Sharma soll Bethesda Berichten zufolge zu schnelleren Releases drängen; sie sprach zuletzt von einem Live-Durchlauf, dessen Grössenordnung sie als «unglaublich» bezeichnete.
  • Starfield bekommt derweil ein drittes Jahr Support mit weiteren Starborn-Inhalten, Gameplay-Verbesserungen und zusätzlichen Story-Quests.

Bleibt die Frage nach dem Namen: Ein Fan-Theorie-Klassiker leitet aus einem alten Starfield-Teaser den Untertitel «Sentinel» ab. Bestätigt ist davon nichts - genauso wenig wie der oft zitierte Schauplatz Hammerfell.

Einordnung: Kuhlmanns Darstellung erklärt die Lücke im Elder Scrolls-Kalender nicht mit technischen Hürden, sondern mit einer Prioritätensetzung an der Studiospitze. Ob das nun eine mutige Wette auf eine neue Marke war oder ein Umweg von elf Jahren, hängt davon ab, was am Ende bei The Elder Scrolls 6 herauskommt - und wann. Beides ist weiterhin offen.

Warum das wichtig ist

Wer seit 2011 auf ein neues Elder Scrolls wartet, bekommt hier erstmals eine plausible Erklärung für die lange Lücke - und sie liegt weniger in technischen Problemen als in einer internen Prioritätenentscheidung. Das erklärt auch, warum Starfield sieben Jahre brauchte, um überhaupt Spass zu machen, und wie stark einzelne Personen bei Bethesda den Kurs bestimmen.

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