Xbox
Der nächsten Xbox könnte das Laufwerk fehlen - weil es niemand mehr baut
Ein unbestätigter Bericht spricht von einer kollabierenden Lieferkette für optische Laufwerke - und plötzlich klingt Microsofts Disc-to-Digital-Programm nach Vorbereitung
Gerücht / Leak: unbestätigte Informationen - wir kennzeichnen, was gesichert ist.

- Laut einem unbestätigten Bericht von Windows Central bricht die Lieferkette für Komponenten optischer Laufwerke zunehmend weg
- Fabriken sollen auf Produkte mit höheren Margen umschwenken, etwa Bauteile für Kameraobjektive
- Die Nachfrage nach optischen Laufwerken werde praktisch nur noch von PS5 und Xbox Series X getragen
- Xbox-Chefin Asha Sharma liess offen, ob Project Helix ein Laufwerk erhält - Microsoft hat die Angaben nicht bestätigt
Die Debatte um physische Spiele auf Xbox hat eine neue Wendung genommen - und sie kommt nicht aus einer Konzernstrategie, sondern aus der Fabrik. Laut einem Bericht von Windows Central bricht die Lieferkette für Komponenten optischer Laufwerke zunehmend weg. Sollte das zutreffen, wäre die Frage, ob die nächste Xbox mit dem Codenamen Project Helix noch ein Disc-Laufwerk erhält, womöglich nicht allein eine Frage des Wollens. Bestätigt ist davon bislang nichts: Microsoft hat sich zu den Angaben nicht geäussert.
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31. August
Start des Disc-to-Digital-Programms für Xbox-Insider
Mehrere Tausend
unterstützte Xbox-One- und Series-X-Spiele zum Start
2028
Jahr, ab dem Sony laut Bericht keine physischen Spiele mehr produziert
Das Problem sind nicht die Discs, sondern die Laufwerke
Windows-Central-Redakteur Jez Corden beruft sich auf eigene Quellen aus dem Xbox-Hardwarebereich. Demnach wenden sich Fabriken und Produktionslinien, die bislang Bauteile für optische Laufwerke gefertigt haben, anderen Bereichen zu - solchen, die höhere Margen und grössere Stückzahlen versprechen. Als Beispiel nennt Corden Komponenten für Kameraobjektive. Die Nachfrage nach optischen Laufwerken werde inzwischen praktisch nur noch von PlayStation 5 und Xbox Series X getragen; in Notebooks und anderen Geräten spielt die Technik längst kaum eine Rolle mehr.
Microsoft hat sich in der Debatte bislang nicht wirklich positioniert, aber Quellen sagen mir, es geht weniger um die Discs als um die Laufwerke selbst. Die gesamte Lieferkette für die Komponenten, die man für optische Laufwerke braucht, kollabiert - Produktionslinien wenden sich von der Technik ab, weil Nutzer aktiv zu Digital-only greifen.
Wichtig bleibt die Einordnung: Das sind Angaben anonymer Quellen, keine offizielle Auskunft. Weder Microsoft noch ein Zulieferer haben die Darstellung bestätigt. Sie fügt sich allerdings in ein Bild, das Xbox-Chefin Asha Sharma selbst gezeichnet hat.
Sharma weicht der Laufwerk-Frage aus
Gegenüber der BBC erklärte Sharma, die gesamte Branche müsse sich angesichts steigender Hardware- und Komponentenpreise stärker mit Effizienz und Bezahlbarkeit beschäftigen. Auf die direkte Frage, ob Project Helix ein Disc-Laufwerk erhält, gab sie keine Antwort. Stattdessen betonte sie, Spielerinnen und Spielern weiterhin Optionen bieten zu wollen.
Ich weiss, dass Spieler physische Medien lieben, und ich weiss, dass digitale Medien viele Vorteile haben. Ich möchte sicherstellen, dass die Menschen eine Wahl haben.
Das ist ein Bekenntnis zur Wahlfreiheit - aber kein Bekenntnis zu einem Laufwerk. Und genau diese Lücke macht die Berichte über die Lieferkette so interessant.
Disc-to-Digital wirkt plötzlich wie ein Übergangsplan
Erst kürzlich kündigte Microsoft ein Feature an, das in neuem Licht erscheint: Ab dem 31. August können Mitglieder des Xbox-Insider-Programms unterstützte Disc-Spiele mit einer digitalen Berechtigung verknüpfen. Zum Start soll das mehrere Tausend Xbox-One- und Xbox-Series-X-Titel umfassen. Die Disc bleibt weiterhin nutzbar, und die digitale Berechtigung geht beim Verkauf des physischen Exemplars auf den neuen Besitzer über - ein Prinzip, das an Nintendos Game-Key-Cards erinnert, aber den Weiterverkauf ausdrücklich mitdenkt.
- Start am 31. August zunächst im Xbox-Insider-Programm
- Mehrere Tausend unterstützte Spiele aus der Xbox-One- und Series-Generation
- Disc bleibt nutzbar, digitale Berechtigung wandert beim Verkauf mit
- Microsoft nennt das Programm ausdrücklich Teil seiner Bemühungen um Spieleerhaltung und Abwärtskompatibilität
Damit hätte Microsoft einen Mechanismus, mit dem bestehende Disc-Sammlungen auch auf Hardware ohne eingebautes Laufwerk weiterlebten. Ob das der Plan für Project Helix ist, ist offen - die Verbindung liegt aber auf der Hand.
Was das für die Branche bedeutet
Sony geht einen etwas anderen Weg: Laut den vorliegenden Berichten stellt das Unternehmen die Produktion physischer Spiele 2028 ein, will bestehende Discs aber darüber hinaus weiter unterstützen. Zusammen mit der schrumpfenden Zuliefererbasis ergibt das ein Bild, in dem das optische Laufwerk nicht durch eine Ankündigung stirbt, sondern durch Stückzahlen.
Für die Leserschaft heisst das vorerst: abwarten. Fest steht bislang nur, dass Microsoft ein Laufwerk für die nächste Xbox nicht bestätigt hat - und dass Disc-to-Digital ein Werkzeug wäre, um Sammlungen zu retten, falls es keines gibt. Sollte Cordens Bericht stimmen, hängt die Entscheidung am Ende nicht allein daran, wie sehr Spielerinnen und Spieler an ihren Discs hängen. Es muss auch noch jemand geben, der die Laufwerke baut.
Ob die nächste Xbox noch Discs liest, entscheidet darüber, was mit euren Regalen voller physischer Spiele passiert - und ob Weiterverkauf und Verleih auf der Plattform eine Zukunft haben. Sollte der Bericht zutreffen, wäre das keine Firmenentscheidung mehr, sondern eine Folge der Industrie: Wer keine Laufwerke kaufen kann, baut auch keine ein.
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