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Xbox deckelt Cloud-Gaming - 15 Stunden im Monat für Ultimate

Ab November gilt in jeder Game-Pass-Stufe ein Monatslimit fürs Streaming, zusätzliche Stunden kosten extra

Republic of Pixels Redaktion03. September 2026 · 20:03 Uhr4 Min. Lesezeit
Xbox deckelt Cloud-Gaming - 15 Stunden im Monat für Ultimate
Bild: VGC
Kurzfassung
  • Ab November gelten monatliche Stundenlimits für Xbox Cloud Gaming: 15 Stunden bei Ultimate, 10 bei Premium, 5 bei Essential.
  • Zusätzliche Spielzeit lässt sich über den Xbox Store kaufen - Preise nennt Microsoft erst im November.
  • Cloud-Streaming wird künftig auch ohne Game-Pass-Abo stundenweise buchbar, für Spiele, die man selbst besitzt.
  • Microsoft begründet den Schritt mit steigenden Betriebskosten und erwartet Auswirkungen auf 4 Prozent der Abonnentinnen und Abonnenten.

Xbox Cloud Gaming verliert seinen wichtigsten Vorzug: die Unbegrenztheit. Ab November teilt Microsoft jeder Game-Pass-Stufe ein monatliches Stundenkontingent fürs Streaming zu. Wer es aufbraucht, spielt nicht einfach weiter, sondern kauft zusätzliche Zeit im Xbox Store dazu. Bislang durften berechtigte Mitglieder ohne zeitliche Begrenzung streamen - dieses Modell endet nach rund einem Jahr, in dem Microsoft den Dienst erst auf die Stufen Premium und Essential ausgeweitet hatte.

15 Std.

monatliches Cloud-Kontingent für Game Pass Ultimate

4 %

der Abonnent:innen sind laut Microsoft betroffen

November

Start der neuen Limits und der Zukauf-Option

So viel Streaming gibt es künftig pro Stufe

Die neuen Obergrenzen gelten monatlich und betreffen alle Abostufen, in denen Cloud-Gaming enthalten ist - auch die teuerste.

  • Game Pass Ultimate: 15 Stunden pro Monat
  • Game Pass Premium: 10 Stunden pro Monat
  • Game Pass Essential: 5 Stunden pro Monat

In der Praxis heisst das: Ein einziges umfangreicheres Rollenspiel lässt sich mit fünf oder zehn Stunden im Monat kaum noch sinnvoll durchspielen. Selbst die 15 Stunden im Ultimate-Abo entsprechen bei täglicher Nutzung rund einer halben Stunde pro Tag. Wer die Cloud bisher als vollwertigen Ersatz für Hardware genutzt hat, muss sein Spielverhalten also entweder umstellen oder Geld nachschiessen.

Microsofts Begründung: Die Kosten wachsen mit

Der Konzern erklärt den Schritt in einem Blogbeitrag offensiv mit den Betriebskosten des Dienstes - und räumt gleichzeitig ein, dass es für einen Teil der Kundschaft teurer wird.

Wir führen dieses Modell ein, weil die Kosten für das Bereitstellen von Cloud-Gaming steigen, je mehr Menschen es nutzen und je länger sie spielen. Der Wechsel zu monatlichen Limits erlaubt es uns, den Dienst weiter anzubieten und zugleich in seine Zuverlässigkeit und Leistung zu investieren. Wir verstehen, dass das für manche Spielerinnen und Spieler in der Praxis höhere Kosten bedeutet.
Microsoft im offiziellen Xbox-Blogbeitrag

Dazu liefert Microsoft eine Zahl, die den Eingriff kleiner wirken lassen soll: Man erwarte, dass die Änderung 4 Prozent der Game-Pass-Abonnentinnen und -Abonnenten betreffe. Vielspieler im Cloud-Bereich machen demnach nur einen kleinen Teil der zahlenden Basis aus - was umgekehrt bedeutet, dass die grosse Mehrheit den Dienst ohnehin selten oder gar nicht nutzt.

Streaming ohne Abo - stundenweise gekauft

Parallel zur Deckelung öffnet Microsoft den Dienst nach unten: Cloud-Gaming soll künftig auch ohne laufendes Game-Pass-Abo nutzbar sein, und zwar über dasselbe Stundenmodell. Gestreamt werden dabei Titel, die man bereits besitzt.

Spielerinnen und Spieler werden Cloud-Spielzeit über den Xbox Store kaufen und berechtigte Spiele, die sie besitzen, auf unterstützten Geräten streamen können. Das bietet eine weitere Option für Menschen, die gelegentlich Zugriff auf Cloud-Gaming wollen oder kein wiederkehrendes Game-Pass-Abo wünschen.
Microsoft im offiziellen Xbox-Blogbeitrag

Microsoft hebt zudem einen Anwendungsfall hervor, der vor allem ausserhalb Europas und Nordamerikas zählt: Besitzerinnen und Besitzer einer Xbox One können über die Cloud auf Spiele zugreifen, die eigentlich für Xbox Series X|S entwickelt wurden - ohne sofort neue Hardware zu kaufen. Das sei besonders in Märkten nützlich, in denen Konsolen schwer verfügbar oder schlicht zu teuer seien. Die Unterstützung weiterer Spiele für das Streaming soll im Lauf des Jahres ausgebaut werden.

Der Preis bleibt, die Leistung schrumpft

Genau hier setzt die Kritik an. Das Argument, dass Abonnentinnen ohne Cloud-Nutzung nicht dauerhaft die Vielspieler mitfinanzieren sollten, hat betriebswirtschaftlich Logik - nur kommt die Deckelung eben nicht zusammen mit einem tieferen Preis für alle anderen. Der Leistungsumfang schrumpft, die monatliche Rechnung bleibt gleich. Kotaku spricht deshalb von einer verdeckten Preiserhöhung, GameSpot fasst die Nachricht in der Schlagzeile schlicht so zusammen, dass Game Pass schlechter und teurer werde.

Der Zeitpunkt verschärft den Eindruck: Erst vor knapp einem Jahr hatte Microsoft Cloud-Gaming über Ultimate hinaus auch für Premium- und Essential-Kundschaft geöffnet und das Streaming damit als breites Verkaufsargument der Abo-Familie etabliert. Nun wird dasselbe Feature zum begrenzten Kontingent - und zum eigenständigen Verkaufsartikel.

Diese Fragen sind noch offen

Die wichtigste Information fehlt bislang: Was zusätzliche Stunden kosten, hat Microsoft nicht gesagt. Ohne diesen Preis lässt sich nicht beziffern, wie stark der Umbau die Kundschaft tatsächlich trifft. Details zur Preisgestaltung, zum Kauf weiterer Stunden, zu den berechtigten Spielen, zur Verfügbarkeit in einzelnen Märkten und dazu, wie sich das verbleibende Guthaben überhaupt einsehen lässt, will der Konzern erst im November nachliefern - also zum Start der Umstellung.

In eine ähnliche Richtung zielt ein zweites Vorhaben: Microsoft testet laut Kotaku bereits eine kostenlose, werbefinanzierte Variante des Cloud-Gamings. Zusammen ergibt sich das Bild eines Dienstes, der von der Abo-Beigabe zu einem eigenen Geschäftsmodell mit mehreren Zugangswegen umgebaut wird - gratis mit Werbung, stundenweise bezahlt oder als begrenztes Kontingent im Abo.

Einordnung

Für die grosse Mehrheit der Abonnierten ändert sich im Alltag wenig - Microsoft selbst spricht von 4 Prozent Betroffenen. Symbolisch wiegt der Schritt trotzdem schwer: Cloud-Gaming war jahrelang der Beweis dafür, dass Game Pass mehr ist als ein Spielekatalog. Ab November ist es ein Verbrauchsgut mit Zähler. Ob das fair oder teuer wird, entscheidet sich an einer Zahl, die Microsoft noch schuldig bleibt: dem Preis pro Stunde.

Warum das wichtig ist

Unbegrenztes Cloud-Streaming war eines der grössten Argumente für Game Pass Ultimate - dieser Vorteil fällt weg, ohne dass der Abopreis sinkt. Besonders betroffen sind alle, die per Cloud statt per Konsole spielen, etwa auf einer Xbox One oder auf mobilen Geräten. Wie teuer der neue Alltag wird, hängt an Preisen, die Microsoft bislang nicht genannt hat.

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