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Xbox-Chefin Asha Sharma: „Unser Geschäft ist heute nicht gesund“

Mit einer der offensten Ansagen der jüngeren Xbox-Geschichte leitet CEO Asha Sharma die grösste Restrukturierung in der Geschichte der Marke ein.

Jonas Aydın·01. August 2026·6 Min·Quelle: Fortune
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Xbox-Chefin Asha Sharma: „Unser Geschäft ist heute nicht gesund“

Am 6. Juli 2026 hat Microsoft die grösste Restrukturierung in der Geschichte von Xbox eingeleitet. Im Zentrum steht ein ungewohnt offenes Eingeständnis von Xbox-Chefin Asha Sharma, die seit Februar 2026 als Nachfolgerin von Phil Spencer an der Spitze der Sparte steht: Das Geschäft laufe heute schlicht nicht gesund.

Die Zahlen hinter dem Umbau

Rund 3200 Stellen fallen bei Xbox weg, das entspricht etwa 20 Prozent der Belegschaft. 1600 Kündigungen wurden sofort ausgesprochen, weitere 1600 sollen im Laufe des Geschäftsjahres folgen. Eingebettet ist der Schritt in einen konzernweiten Abbau von rund 4800 Stellen bei Microsoft, was etwa 2 Prozent der weltweit 228 000 Beschäftigten entspricht.

„Unser Geschäft ist heute nicht gesund. Wir arbeiten mit Margen, die drei- bis zehnmal niedriger liegen als bei vergleichbaren Plattform- und Publishing-Geschäften“, schrieb Sharma in einem internen Memo, das inzwischen öffentlich einsehbar ist. Trotz Investitionen von über 20 Milliarden Dollar in Inhalte und Hardware in den vergangenen fünf Jahren sei der Jahresumsatz um fast eine halbe Milliarde Dollar gesunken.

Vier Studios verlassen Xbox

Besonders schwer wiegt die Ausgliederung mehrerer Studios. Compulsion Games („South of Midnight“) und Double Fine Productions kehren als unabhängige Studios zurück und behalten dabei ihre komplette IP und ihren Spielekatalog. Für Ninja Theory und Undead Labs laufen laut Xbox derzeit Gespräche über neue Eigentümer, wobei beide Studios vorerst an ihren laufenden Projekten – der Senua-Reihe respektive „State of Decay 3“ – weiterarbeiten sollen. Bei Arkane hat das Management in Frankreich bereits Konsultationen mit dem Betriebsrat aufgenommen; die Zukunft von „Marvel's Blade“ bleibt damit vorerst offen.

Ein neuer Kurs für die Marke

Sharmas Strategie zielt auf eine Rückbesinnung: Rund 80 Prozent des Geschäfts entfallen demnach auf die klassische Xbox-Konsole, dorthin soll künftig wieder mehr Budget fliessen, ebenso wie in Wachstumsbereiche wie Minecraft. Parallel dazu bekommt Xbox mit Helen Chiang erstmals eine eigene Chief Operating Officer, während Studios wie King und Mojang künftig direkt an Sharma berichten. Seit ihrem Amtsantritt hat Sharma bereits die Game-Pass-Preise gesenkt, das umstrittene KI-Feature „Gaming Copilot“ für Konsolen gestrichen und mit „Gears of War: E-Day“ eine grosse Exklusivmarke reaktiviert.

Für Spielerinnen und Spieler dürfte sich der Umbau erst mittelfristig bemerkbar machen. Kurzfristig bestätigt Sharma aber bereits, dass die Kosten für einzelne Konsolenbauteile weiter steigen werden – ein Umstand, den sie selbst als „historische Hardware-Krise“ bezeichnet, die ein geschwächtes Xbox zusätzlich unter Druck setzt.

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