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World of Warcraft

Blizzard baut Classic-WoW um - und erfindet ein Jahr Eins, das es nie gab

World of Warcraft: Forever bringt neue Zonen, ein neues spielbares Volk und über 1'000 Quests in das alte Azeroth - die Beta startet schon diese Woche

Republic of Pixels Redaktion13. September 2026 · 01:59 Uhr4 Min. Lesezeit
Blizzard baut Classic-WoW um - und erfindet ein Jahr Eins, das es nie gab
Bild: GameSpot
Kurzfassung
  • Blizzard hat auf der BlizzCon 2026 World of Warcraft: Forever angekündigt - die lange erwartete «Classic Plus»-Variante des MMORPG.
  • Forever spielt zeitlich rund um das erste Jahr von WoW, fügt dem klassischen Azeroth aber komplett neue Inhalte hinzu statt zu den alten Add-ons weiterzuziehen.
  • Geplant sind vier neue Zonen, erweiterte Originalgebiete, neue Dungeons und Raids für 10 oder 20 Spielende, ein neues Volk namens Skyborne und über 1'000 Quests.
  • Die Beta startet am Donnerstag, 17. September, der Release folgt am 4. November. Classic und Vanilla laufen parallel weiter.

Blizzard hat die Eröffnungszeremonie der BlizzCon 2026 für die Ankündigung aufgehoben, auf die ein Teil der Community seit Jahren wartet: World of Warcraft: Forever ist eine eigenständige Fassung des MMORPG, die im klassischen Azeroth spielt - aber neue Zonen, neue Dungeons, neue Raids und sogar ein neues spielbares Volk mitbringt. Executive Producer Holly Longdale stellte das Projekt auf der Bühne vor und nannte es beiläufig schlicht «Classic Plus», damit die Einordnung leichter fällt. Classic und Vanilla laufen daneben unverändert weiter.

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4. Nov.

Release von World of Warcraft: Forever

17. Sept.

Start der Beta - nur wenige Tage nach der Ankündigung

1'000+

Quests, die Blizzard für Forever verspricht

Ein Jahr Eins, das es so nie gegeben hat

Zeitlich ist Forever rund um das erste Jahr von World of Warcraft angesiedelt - jene Phase, die Classic-Spielende bis heute als die prägendste Erfahrung des Spiels beschreiben. Der entscheidende Unterschied liegt darin, was danach passiert. WoW Classic hat den Weg der Originalversion nachgezeichnet und ist Schritt für Schritt in die alten Erweiterungen und deren Gebiete weitergezogen. Forever nimmt diesen Weg nicht. Stattdessen bleibt die Welt bestehen, wie sie war, und wächst mit Inhalten, die es im Original nie gab. Internationale Medien beschrieben das Konzept nach der Präsentation entsprechend als Azeroth aus einer anderen Zeitlinie: vertraut in Aufbau und Spielgefühl, aber mit einer eigenen Entwicklungsrichtung.

Longdale beschrieb das Ziel dahinter mit einer Formel, die auch den Namen erklärt.

Ein neuer Anfang, der niemals endet.
Holly Longdale, Executive Producer, auf der BlizzCon 2026

Ebenso deutlich war ihre Ansage zum Tempo: «Hier gibt es keine Eile. Es zählt die Reise.» Genau dieser Punkt dürfte für viele der Kern der Sache sein - Classic lebte davon, dass Levelaufstieg, Reisezeit und Gruppensuche nicht als Hindernis, sondern als Inhalt verstanden wurden.

Was Blizzard konkret angekündigt hat

Die Liste der Neuerungen ist für eine Classic-Variante ungewöhnlich lang. Blizzard nannte auf der Bühne unter anderem:

  • Vier neue Zonen, darunter der Hyjal-Gipfel und Zephras Isle, das als eine Art Startgebiet gedacht ist
  • Überarbeitete und erweiterte Zonen aus dem Originalspiel
  • Neue Dungeons sowie neue Raids, die auf 10 oder 20 Spielende ausgelegt sind
  • Ein neues spielbares Volk namens Skyborne
  • Neue Fähigkeiten und Talente
  • Über 1'000 Quests
  • Aktualisierte Optik und ein Umschalter zwischen den alten und den hochauflösenden Charaktermodellen

Besonders der Toggle für die Charaktermodelle ist ein bezeichnendes Detail: Blizzard versucht offensichtlich, sowohl Rückkehrende als auch Neueinsteigende abzuholen, ohne eine der beiden Gruppen zu vergraulen. Forever soll laut Studio für beide Lager gleichermassen zugänglich und vertraut sein.

Beta in Tagen, Release in Wochen

Ungewöhnlich ist auch der Zeitplan. Statt eines Ausblicks auf ein fernes Jahr nannte Blizzard sofort Termine: Die Beta startet am Donnerstag, 17. September, der Release folgt am 4. November - rund sieben Wochen nach der Ankündigung. Der Zugang zur geschlossenen Beta läuft nach bisherigen Informationen über eine Vorbestellung, die Details dazu hat Blizzard begleitend zur Ankündigung veröffentlicht. Wer also wissen will, ob das Konzept trägt, muss nicht bis zum Launch warten.

Dass der Vorlauf so knapp ist, hat einen einfachen Nebeneffekt: Die Community bekommt kaum Zeit, sich an Erwartungen hochzuschaukeln, die das fertige Spiel dann nicht einlösen kann. Das ist bei Classic-Projekten in der Vergangenheit regelmässig passiert.

Warum die Community seit Jahren darauf gewartet hat

Seit Monaten kursierten Gerüchte, dass mit WoW Classic etwas Grösseres passieren würde. Der Begriff «Classic Plus» geistert sogar noch länger durch Foren und Diskussionsrunden - als Wunschvorstellung einer Spielerschaft, die das alte Azeroth liebt, aber irgendwann alles gesehen hat, was es dort zu sehen gibt. Der wiederkehrende Kritikpunkt an Classic war stets derselbe: Irgendwann ist der Inhalt endlich, und dann bleibt nur der Sprung in die nächste Erweiterung oder der Abschied. Forever beantwortet genau diese Lücke, indem es die Welt nicht verlässt, sondern vergrössert. Ob Blizzard dabei aus den Fehlern der bisherigen Classic-Umsetzungen gelernt hat, ist die Frage, die in den deutschsprachigen Communities bereits jetzt am hitzigsten diskutiert wird.

Forever war nicht die einzige Ankündigung

Die Eröffnungszeremonie war insgesamt dicht gepackt. Für das moderne WoW bestätigte Blizzard, dass The Last Titan 2027 erscheint und als «Höhepunkt von über zwei Jahrzehnten» positioniert wird; bis dahin soll Midnight: Eclipse die Zeit überbrücken. Darüber hinaus kündigte Blizzard Diablo 5 für 2029 an, für Overwatch eine fünfte Season mit Reworks für Roadhog und Sombra sowie dem neuen Vampir-Charakter Doctrine - und eine Rückkehr von StarCraft für 2030, diesmal als Open-World-Shooter und als erster neuer Serienteil seit einem Jahrzehnt.

Einordnung

World of Warcraft: Forever ist der ehrlichste Versuch, den Blizzard bisher unternommen hat, um die Classic-Frage dauerhaft zu beantworten. Statt die Vergangenheit immer wieder abzuspielen, wird sie zum Fundament für Neues - mit allen Risiken, die das birgt: Jede neue Zone, jedes neue Talent und jedes neue Volk kann das empfindliche Gleichgewicht stören, das Classic so beliebt gemacht hat. Der kurze Weg von der Ankündigung bis zum Release macht die Sache zusätzlich spannend, weil die Beta ab dem 17. September sehr schnell zeigen wird, ob Blizzard den Ton trifft. Für alle, die Classic in den vergangenen Jahren irgendwann beiseitegelegt haben, ist es jedenfalls der erste echte Grund seit Langem, wieder hinzuschauen.

Warum das wichtig ist

Seit Jahren fordert ein grosser Teil der WoW-Community ein Classic, das nicht endlos dieselben Add-ons wiederholt, sondern eigene Wege geht. Blizzard liefert dieses Konzept jetzt als eigenständiges Spiel - und zwar in wenigen Wochen statt in ferner Zukunft. Wer Classic bisher mit Wehmut zurückgelassen hat, bekommt damit erstmals eine Version, die weiterwächst, ohne ihren Charakter zu verlieren.

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