The Witcher 4
The Witcher 4 bekommt eine Box - die Disc darin ist unsicher
CD Projekt Red will Sammlerinnen und Sammler weiter bedienen, obwohl Sony ab Januar 2028 keine PlayStation-Discs mehr pressen will

- CD Projekt Red bestätigt: The Witcher 4 erscheint in einer physischen Box - auch wenn keine Disc mehr drin liegen sollte.
- Sony hat im Juli angekündigt, die Produktion physischer PlayStation-Spiele ab Januar 2028 einzustellen.
- The Witcher 4 peilt laut Studio ebenfalls 2028 an, ein konkretes Releasedatum gibt es nicht.
- Joint-CEO Michał Nowakowski verweist darauf, dass die Discs in den Werken der First Parties entstehen - darauf habe das Studio keinen Einfluss.
The Witcher 4 wird es in einer physischen Ausgabe geben - auch dann, wenn zum Verkaufsstart gar keine Disc mehr produziert wird. Das hat Michał Nowakowski, einer der beiden CEOs von CD Projekt Red, in einem Interview mit The Game Business bestätigt. Der Haken: Was am Ende in dieser Schachtel liegt, entscheidet nicht das Studio, sondern Sony.
Jan. 2028
ab dann will Sony keine physischen PlayStation-Spiele mehr produzieren
2028
Zeitraum, den CD Projekt Red für The Witcher 4 anvisiert
Juli
Monat, in dem Sony den Produktionsstopp ankündigte
Der Zeitplan trifft das Spiel mitten ins Herz
Sony hatte im Juli angekündigt, die Herstellung physischer PlayStation-Spiele einzustellen - wirksam ab Januar 2028. Für Sammlerinnen und Sammler, die seit Jahrzehnten Discs ins Regal stellen, war das ein harter Schlag. Besonders bitter wird es bei Titeln, für die eine physische Fassung bislang selbstverständlich schien. The Witcher 4 gehört genau in diese Kategorie: Das Studio hat durchblicken lassen, dass es 2028 als Zielzeitraum anpeilt. Ein offizielles Releasedatum existiert weiterhin nicht.
Nowakowski macht keinen Hehl daraus, dass CD Projekt Red hier am kürzeren Hebel sitzt. Die Datenträger der Plattformhalter entstehen in deren eigenen Fabriken - ein Studio kann sie nicht einfach woanders pressen lassen.
Wir wissen nicht, wie es kommen wird. Wir wissen, was PlayStation angekündigt hat. Und wir haben keinen Einfluss auf die Richtlinien der First Parties. Die Discs für die First Parties, inklusive PlayStation, müssen in deren eigenen Fabriken hergestellt werden. Wenn sie die Produktion also tatsächlich bis 2028 einstellen, dann ja - dann haben wir keine Disc.
«Wir sind selbst Nerds»
Was das Studio dagegen sehr wohl beeinflussen kann, ist alles rund um den Datenträger. Und hier wird Nowakowski deutlich: Eine Box soll es in jedem Fall geben, gefüllt mit Beigaben zum Auspacken.
Aber wir sind grosse Fans davon, dass Leute Zugang zu greifbaren Sammlerstücken haben. Wir sind selbst Nerds und mögen das. Wir haben das immer unterstützt. Also, egal wie es kommt: Wir werden ganz sicher eine Box haben. Eine Box, in der ein paar Feelies stecken. Etwas, das man öffnen und geniessen will. Aber wir haben darauf tatsächlich keinen Einfluss.
Warum ausgerechnet CD Projekt Red hier Erwartungen hat
Die Ansage ist nicht aus der Luft gegriffen. Das Studio hat sich einen Ruf damit aufgebaut, selbst in die günstigste Standardfassung Dinge zu packen, die anderswo teuren Collector's Editions vorbehalten sind. Sowohl bei The Witcher 3: Wild Hunt als auch bei Cyberpunk 2077 lag Material in der Verpackung, das über das blosse Spiel hinausging:
- Sticker
- eine Karte der Spielwelt
- ein Brief der Entwicklerinnen und Entwickler
- Postkarten und weitere Beigaben
Genau dieses Paket-Gefühl will das Studio retten - notfalls eben ohne den Datenträger, der bislang der Kern des Ganzen war. Offen bleibt damit die Frage, die Sammlerinnen und Sammler am meisten umtreibt: Eine Box mit Beigaben und einem Download-Code ist etwas anderes als eine Fassung, die man verleihen, weiterverkaufen oder in zehn Jahren noch offline installieren kann.
Ein Streit, der weit über ein Spiel hinausgeht
Sonys Entscheidung hat weit über die Community hinaus für Ärger gesorgt: Sowohl Händler als auch Teile der Branche haben den Schritt öffentlich kritisiert. Für Verkaufsflächen im Handel bedeutet ein Wegfall physischer Spiele einen direkten Umsatzverlust, für die Spielerschaft den Verlust eines Gebrauchtmarkts.
Währenddessen arbeitet CD Projekt Red weiter an mehreren Fronten am Hexer-Universum: Neben dem von Ciri angeführten Nachfolger stehen ein offizielles Remaster von The Witcher 3 und die Erweiterung Songs of the Past an.
Einordnung
Nowakowskis Zusage ist ehrlich formuliert und deshalb auch begrenzt: Er verspricht eine Box, keine Disc. Wer die physische Ausgabe von The Witcher 4 vor allem als Sammlerstück will, dürfte bedient werden. Wer sie als unabhängigen Zugang zum Spiel versteht, muss auf Sonys nächste Schritte warten - und darauf, wie sich die übrigen Plattformhalter positionieren. Bis dahin bleibt eine Gewissheit: Ein Releasedatum für The Witcher 4 gibt es nach wie vor nicht.
Für viele Spielerinnen und Spieler ist eine physische Ausgabe mehr als ein Datenträger: Sie ist Sammlerstück, Wiederverkaufswert und Beleg dafür, dass man ein Spiel besitzt. Sonys Produktionsstopp trifft ausgerechnet die Jahre, in denen The Witcher 4 erscheinen soll - und CD Projekt Reds Antwort zeigt, wie Studios diese Lücke künftig füllen könnten.
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