12 TB aus Valves Archiv - mit einer Waffe aus Half-Life 2
Episode 3
Ein bislang unbestätigter Leak soll Material aus zehn Jahren Entwicklungsgeschichte enthalten - darunter Spuren des nie erschienenen Kapitels
Gerücht / Leak: unbestätigte Informationen - wir kennzeichnen, was gesichert ist.

- Ein bislang unbestätigter Leak soll rund 12 Terabyte an internem Valve-Material umfassen
- Die Inhalte stammen laut dem X-Account Gabe Follower aus den Jahren 2003 bis 2013
- Darin sollen frühe Versionen von Portal 2, Left 4 Dead und CS:GO stecken - dazu Teile des gestrichenen Portal-Nachfolgers F-Stop
- Besonders diskutiert wird eine Waffe namens «Weaponizer», die für Half-Life 2: Episode 3 geplant war
Nach den wochenlangen Leaks rund um GTA 6 trifft es nun offenbar Valve: Im Netz kursieren Berichte über ein Datenleck, bei dem rund 12 Terabyte an internem Material abgeflossen sein sollen. Die Inhalte betreffen laut den bisherigen Meldungen einige der bekanntesten Marken des Unternehmens - Portal, Left 4 Dead, CS:GO und, für viele am spannendsten, das nie veröffentlichte dritte Kapitel von Half-Life 2. Offiziell bestätigt ist bislang nichts: Valve hat sich zu den Vorgängen nicht geäussert, und die Angaben stammen aus der Community rund um den Datensatz.
EXTERNER INHALT VON REDDIT
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12 TB
Datenmenge, die laut ersten Berichten abgeflossen sein soll
2003-2013
Zeitraum, aus dem die Inhalte stammen sollen
Was in dem Datensatz stecken soll
Der vollständige Umfang ist derzeit unklar - schlicht deshalb, weil sich niemand in wenigen Tagen durch 12 Terabyte arbeiten kann. Erste Einordnungen liefert der X-Account Gabe Follower, der nicht mit Valve-Chef Gabe Newell zu verwechseln ist. Demnach umfasst das Material einen Zeitraum von rund zehn Jahren, von 2003 bis 2013 - also genau jene Phase, in der Valve seine wichtigsten Marken etablierte.
- Frühe Versionen von Portal 2, Left 4 Dead und CS:GO
- Teile von F-Stop, dem nie veröffentlichten Portal-Nachfolger mit anderem Spielprinzip
- Eine Waffe namens «Weaponizer», die für Half-Life 2: Episode 3 vorgesehen war
Vor allem der letzte Punkt lässt die Community aufhorchen. Der «Weaponizer» ist bislang der einzige konkrete Fund mit direktem Bezug zu Episode 3 - weitere belastbare Details zu dem abgebrochenen Kapitel gibt es aktuell nicht. Dass sich das in den kommenden Tagen ändert, gilt jedoch als wahrscheinlich, sobald sich mehr Leute durch die Dateien graben.
Warum ausgerechnet jetzt besonders unangenehm
Der Zeitpunkt ist für Valve denkbar ungünstig. Das Unternehmen bereitet gerade den Marktstart neuer Hardware vor, die Steam Machine wurde erst kürzlich per Trailer vorgestellt. Ein Datenleck dieser Grössenordnung bindet Aufmerksamkeit, die eigentlich der Produktkommunikation gelten sollte. Genau diesen Punkt greift auch die Community auf.
So sehr ich es auch liebe, einen Blick hinter die Kulissen von Valve zu werfen, tut mir das Unternehmen wegen dieses Leaks wirklich leid. Sie versuchen gerade, ihre Hardware in diesem Chaos, in dem wir uns befinden, auf den Markt zu bringen. Wahrscheinlich warten sie auf eine Feier zum 30-jährigen Jubiläum. Und jetzt das.
Andere Stimmen wundern sich weniger über das Timing als über die Wiederholung. «Es ist schon verrückt, dass ein Unternehmen, das über so viel technisches Talent verfügt, erneut von einem riesigen Datenleck betroffen ist», schreibt der Nutzer NicGonFar. Und es gibt auch die entspannte Fraktion: «Ich glaube aber nicht, dass Valve etwas dagegen hat», meint BatFamNerd - eine Anspielung darauf, dass Valve in der Vergangenheit vergleichsweise gelassen mit dem Interesse an seinen Archiven umgegangen ist.
Die Sehnsucht nach den dritten Teilen
Auf Reddit dreht sich die Debatte weniger um Datensicherheit als um Wehmut. Valve ist dafür berüchtigt, keine dritten Teile seiner eigenen Reihen zu veröffentlichen: Portal 3, Left 4 Dead 3, Team Fortress 3 - und natürlich Half-Life 3, das längst zum Meme geworden ist. Genau deshalb wirkt ein Datensatz, der frühe Prototypen und gestrichene Konzepte enthalten soll, für viele wie ein Archiv verpasster Möglichkeiten. F-Stop steht dabei sinnbildlich für Valves Arbeitsweise: ein weit gediehener Portal-Nachfolger, der intern kassiert wurde, weil das Ergebnis nicht überzeugte.
Für Spielerinnen und Spieler ändert der Leak am aktuellen Portfolio nichts. Wer sich für Entwicklungsgeschichte interessiert, dürfte in den kommenden Wochen aber eine Flut an Fundstücken, Vergleichsvideos und Rekonstruktionen erleben - so wie es nach früheren Leaks bei anderen Studios ebenfalls der Fall war.
Einordnung
Alle Angaben zu Umfang und Inhalt sind derzeit unbestätigt und stützen sich auf Beobachtungen einzelner Accounts. Solange Valve schweigt, gilt: Der «Weaponizer» ist ein Indiz, kein Beweis dafür, dass eine spielbare Fassung von Episode 3 im Datensatz liegt. Wir aktualisieren, sobald verlässliche Einordnungen oder eine offizielle Stellungnahme vorliegen.
Valve gehört zu den verschlossensten Studios der Branche - was intern liegen bleibt, erfahren Spielerinnen und Spieler normalerweise nie. Ein Datensatz dieser Grössenordnung würde einen seltenen Blick auf verworfene Ideen zu Portal, Left 4 Dead und Half-Life erlauben. Gleichzeitig zeigt der Fall, wie verwundbar auch technisch versierte Unternehmen sind - und das mitten in Valves Hardware-Offensive.
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