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The Long Dark

Blackfrost verschiebt sich - Hinterland kehrt zu The Long Dark zurück

Statt den Nachfolger zu beschleunigen, schickt das Studio Entwickler zurück ins neun Jahre alte Survival-Original - und begründet das mit einer «unsicheren» Branche

Republic of Pixels Redaktion29. August 2026 · 19:42 Uhr3 Min. Lesezeit
Blackfrost verschiebt sich - Hinterland kehrt zu The Long Dark zurück
Bild: PC Gamer
Kurzfassung
  • Ein kleines Team bei Hinterland arbeitet wieder an The Long Dark und produziert neue DLCs für den Survival-Modus
  • Der Early-Access-Start des Nachfolgers Blackfrost wird auf das nächste Jahr verschoben
  • Über zwei Jahre sind Bugfixes, Komfort-Verbesserungen, neue Features und neue Regionen geplant
  • Hinterland bleibt unabhängig, denkt aber über höhere Preise für Survival Mode und DLCs nach

Mit der finalen Story-Episode Anfang dieses Jahres schien The Long Dark erzählt zu sein. Doch das kanadische Studio Hinterland hat seine Pläne korrigiert: Ein kleines Entwicklerteam wurde vom Nachfolger Blackfrost zurück auf das Original geschoben und arbeitet dort an neuen DLCs für den Survival-Modus. Der Early-Access-Start von Blackfrost verschiebt sich im Gegenzug ins kommende Jahr. Als Begründung nennt das Studio eine Branche, die sich seit der Ankündigung des Nachfolgers grundlegend verändert habe.

9 Jahre

so alt ist The Long Dark, zu dem Hinterland jetzt zurückkehrt

2 Jahre

umfasst die neue Update-Roadmap für den Survival-Sandkasten

2 DLCs

sind für den Survival-Modus in Arbeit

Ein Abschied, der keiner war

Blackfrost wurde vor zwei Jahren angekündigt und sollte denselben Weg gehen wie das Original: erst Early Access, dann schrittweiser Ausbau. Genau dieser Fahrplan gerät nun ins Wanken. Hinterland betont zwar, dass am Nachfolger weiterhin gearbeitet wird - aber eben im Hintergrund, während Ressourcen zurück in das Spiel fliessen, das dem Studio überhaupt erst seinen Ruf eingebracht hat. Für ein Survival-Spiel, das 2017 aus dem Early Access kam und seither eine ausgesprochen treue Community hält, ist das eine bemerkenswerte Kehrtwende.

Zwei Jahre Roadmap für den Survival-Sandkasten

Konkret hat Hinterland für die nächsten zwei Jahre angekündigt, den Sandbox-Modus kontinuierlich weiterzuentwickeln. Dazu gehören:

  • Fehlerbehebungen und Verbesserungen der Lebensqualität im Spiel
  • neue Features für den Survival-Modus
  • neue Regionen, die aus der finalen Story-Episode übernommen werden
  • ein erster DLC, der wie der frühere Erweiterungspass Tales From The Far Territory in Etappen erscheint
  • ein zweiter DLC, zu dem das Studio noch keine Details nennt - er stecke in einer frühen Entwicklungsphase

Der zweite DLC werde «anders» ausfallen als der erste, heisst es lediglich. Wer bislang davon ausging, dass The Long Dark nach dem Story-Finale nur noch gepflegt wird, bekommt also deutlich mehr - dafür rückt der Nachfolger in weitere Ferne.

«Ganze Geschäftsmodelle wurden ins Chaos gestürzt»

Ungewöhnlich offen begründet das Studio die Entscheidung mit dem Zustand der Branche. Seit der Ankündigung von Blackfrost habe sich das Umfeld drastisch verschoben - wirtschaftlich, geopolitisch und mit Blick auf die nächste Konsolengeneration.

Als wir Blackfrost, den Nachfolger von The Long Dark, zum ersten Mal angekündigt haben, war die Spielebranche an einem ganz anderen Punkt. In der kurzen Zeit seither wurden ganze Geschäftsmodelle ins Chaos gestürzt, die geopolitische Lage ist äusserst kompliziert geworden, das Bild davon, wie die nächste Konsolengeneration aussehen wird, ist deutlich unklarer geworden, und die Zeit und das Geld, das Spielerinnen und Spieler für neue Spiele aufwenden, sind zurückgegangen, weil sich alle dem Komfort und der Sicherheit von Spielen zuwenden, die sie bereits kennen.
Hinterland

Unabhängig - aber möglicherweise teurer

Publisher hätten sich durchaus gemeldet, um bei Blackfrost einzusteigen. Angenommen hat Hinterland keines dieser Angebote: «Wir sind bislang auf keinen Partner gestossen, bei dem wir das Gefühl haben, dass ihn wirklich das antreibt, was für Hinterland oder für unsere Spielerinnen und Spieler am besten ist - also werden wir das Spiel weiterhin selbst finanzieren und selbst veröffentlichen.» Das Studio bleibt damit unabhängig, trägt das Risiko aber auch allein.

Genau daraus ergibt sich ein Punkt, der Käuferinnen und Käufer direkt betrifft: Hinterland erwägt, den Preis des eigenständigen Survival Mode sowie der neuen DLCs anzuheben, um Einbussen durch Rabattaktionen auszugleichen. Das Studio weiss allerdings, wie heikel das ist: «Uns ist auch bewusst, dass die wirtschaftliche Realität für sehr viele Menschen heute so aussieht, dass die Preise überall steigen und ihr euch wahrscheinlich nicht leisten könnt, dass Spiele ebenfalls teurer werden. Wir versuchen wirklich, hier eine gute Balance zu finden.»

Einordnung

Hinterlands Schritt ist die logische, wenn auch unbequeme Konsequenz aus einem Markt, in dem Entlassungswellen zum Alltag gehören und Hardware immer teurer wird. Ein bekanntes Spiel mit bestehender Community weiterzupflegen, ist schlicht kalkulierbarer, als mit einem Neustart in der Steam-Flut unterzugehen. Für Fans von The Long Dark ist das kurzfristig eine gute Nachricht - zwei weitere Jahre Inhalte für ein Spiel, das eigentlich schon fertig war. Die offene Frage bleibt, ob Blackfrost am Ende davon profitiert, weil das Studio überlebt, oder ob der Nachfolger dauerhaft im Schatten des eigenen Erfolgs stecken bleibt.

Warum das wichtig ist

Wer The Long Dark längst durchgespielt hat, bekommt unerwartet zwei weitere Jahre Inhalte - inklusive neuer Regionen und zweier DLCs. Gleichzeitig zeigt der Fall, wie stark selbst erfolgreiche Indie-Studios inzwischen auf ihre alten Hits angewiesen sind, statt neue Projekte zu wagen. Und für Fans hat das einen doppelten Preis: Blackfrost lässt länger auf sich warten, und die bestehenden Inhalte könnten teurer werden.

COMMUNITY-UMFRAGE

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