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StarCraft kehrt zurück - als Open-World-Shooter im Jahr 2030

Blizzard zeigt auf der BlizzCon 2026 das erste neue StarCraft seit über 15 Jahren - und verrät fast nichts darüber

Republic of Pixels Redaktion12. September 2026 · 22:03 Uhr4 Min. Lesezeit
StarCraft kehrt zurück - als Open-World-Shooter im Jahr 2030
Bild: VGC
Kurzfassung
  • Blizzard hat auf der Eröffnungszeremonie der BlizzCon 2026 einen story-getriebenen Open-World-Shooter im StarCraft-Universum angekündigt.
  • Geleitet wird das Projekt von Dan Hay, der bei Ubisoft Montreal die Far-Cry-Reihe von Teil 3 bis Teil 6 mitprägte.
  • Als Zielfenster nennt Blizzard 2030 - deutlich später, als viele nach Jahren voller Berichte erwartet hatten.
  • Zu Plattformen, Gameplay, Hauptfigur, Mehrspielermodus oder Monetarisierung gab es keine Angaben, nicht einmal einen finalen Titel.

Es ist offiziell: StarCraft ist zurück. Zum Auftakt der BlizzCon 2026 hat Blizzard einen story-getriebenen Open-World-Shooter im Universum der Serie angekündigt - das erste neue StarCraft-Spiel seit über anderthalb Jahrzehnten. Auf die Bühne trat dafür Dan Hay, früher Führungsfigur bei Ubisoft Montreal und massgeblich an der Far-Cry-Reihe beteiligt. Die gute Nachricht endet allerdings bei der Enthüllung selbst: Als Zielfenster nennt Blizzard das Jahr 2030.

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2030

anvisiertes Erscheinungsjahr des neuen StarCraft

15+ Jahre

liegt der Release von StarCraft 2 zurück

2

zuvor eingestellte StarCraft-Shooter: Ghost und Ares

Kein StarCraft 3 - sondern Boden, Schlamm und Feuer

Der entscheidende Punkt der Ankündigung ist der Genrewechsel. Seit dem Original von 1998 steht StarCraft für Echtzeitstrategie, für Basisbau, Mikromanagement und eine E-Sport-Historie, die eine ganze Szene geprägt hat. Das neue Projekt bricht damit: Blizzard beschreibt es ausdrücklich als Open-World-Shooter mit erzählerischem Schwerpunkt. Statt der Vogelperspektive geht es in die Ego- beziehungsweise Bodenperspektive - ein Bruch, den Hay auf der Bühne selbst zum Thema machte.

Das ist etwas Neues: ein Open-World-Shooter, in dem jeder Schritt erkämpft werden muss. Nicht von oben, sondern unten am Boden, im Schlamm, im Feuer.
Dan Hay, Blizzard Entertainment, auf der BlizzCon 2026

Sein Team, so Hay, sei mit einem einzigen Ziel aufgebaut worden: in ein Universum zurückzukehren, das im interstellaren Krieg geschmiedet wurde. Das Spiel solle die Vergangenheit von StarCraft ehren, zugleich aber die Chance nutzen, darüber hinauszugehen. Die offizielle Beschreibung verortet das Ganze klar bei den Terranern: «Die Söhne und Töchter des Dominions folgten dem Ruf, als die Menschheit sie am dringendsten brauchte. Ihr Mut hielt die Linie. Ihr Opfer erkaufte uns einen weiteren Tag. Jetzt ergeht der Ruf an euch. Tragt ihre Stärke weiter - ganz gleich, um welchen Preis.»

Der Mann hinter dem Projekt kennt offene Welten

Dan Hay ist bei Blizzard heute als GM und Vice President tätig, bekannt wurde er jedoch bei Ubisoft Montreal. Dort prägte er Far Cry von Teil 3 bis Teil 6 mit, bei Far Cry 5 wirkte er als Creative Director. Damit bringt er genau das Profil mit, das ein Open-World-Shooter verlangt: weitläufige Schauplätze, systemisches Gameplay, inszenierte Missionen und das kalkulierte Chaos, das Spielerinnen und Spieler selbst auslösen.

Persönlich wurde es auf der Bühne trotzdem. Hay erzählte, dass er sich als junger Mann bei Blizzard beworben habe - und abgelehnt wurde. Zwei Jahrzehnte später kam der Anruf, der ihm die Gelegenheit gab, ein Team zusammenzustellen und die lange schlummernde Science-Fiction-Marke des Studios zurückzuholen.

Ghost, Ares, Odyssey: Blizzards Friedhof der gestrichenen Projekte

Dass ausgerechnet ein StarCraft-Shooter angekündigt wird, hat für Serienfans einen bitteren Beigeschmack. Zweimal hat Blizzard es bereits versucht - mit den Projekten Ghost und Ares. Beide wurden eingestellt, Ghost gilt bis heute als eines der prominentesten gestrichenen Spiele der Studiogeschichte. Bloomberg-Journalist Jason Schreier hatte in seinem Buch «Play Nice: The Rise, Fall, and Future of Blizzard Entertainment» offengelegt, dass erneut an einem solchen Shooter gearbeitet wird, und Hay als treibende Kraft genannt.

Ja, sie arbeiten an einem StarCraft-Shooter, StarCraft ist bei Blizzard nicht tot. Blizzard kann von StarCraft-Shootern nicht lassen - sie schaffen es einfach nicht, sich von ihnen zu verabschieden.
Jason Schreier, Bloomberg-Journalist

Hays Weg innerhalb von Blizzard verlief dabei nicht geradlinig. 2022 wurde er öffentlich als Leiter des damals unangekündigten Survival-Spiels des Studios benannt, intern später unter dem Namen Odyssey geführt. Dieses Projekt wurde im Januar 2024 im Zuge der grossen Entlassungswelle bei Microsofts Spielesparte gestrichen. Erst danach brachten Berichte ihn mit dem StarCraft-Shooter in Verbindung. Seine Aussagen auf der BlizzCon deuten nun darauf hin, dass die Marke intern womöglich schon deutlich früher Thema war. Wie die Reihenfolge genau aussah - ob Hay ursprünglich für StarCraft geholt wurde, ob der Shooter erst nach dem Aus von Odyssey entstand oder ob beides parallel lief -, hat Blizzard nicht aufgeklärt.

Was Blizzard alles nicht gesagt hat

Der Trailer war ein Ausrufezeichen, ein Informationspaket war er nicht. Nach der Eröffnungszeremonie blieben mehr Fragen offen als beantwortet:

  • Kein Gameplay-Material und keine Angaben zu Spielsystemen
  • Keine Plattformen bestätigt
  • Kein Schauplatz und keine Hauptfigur vorgestellt
  • Keine Aussage zu Mehrspielermodus oder Monetarisierung
  • Nicht einmal ein finaler Titel - das Projekt läuft schlicht als StarCraft

Die einzige harte Information zum Release war zugleich die überraschendste: 2030. Das ist deutlich weiter weg, als viele nach Berichten erwartet hatten, die bis ins Jahr 2024 zurückreichen. Positiv gewendet bedeutet das Fenster aber auch, dass Hays Team die Zeit bekommt, die ein Projekt dieser Grössenordnung braucht - statt in eine verfrühte Veröffentlichung gedrängt zu werden.

Einordnung

StarCraft lebt wieder - aber in einer Form, die viele Fans der Echtzeitstrategie so nicht bestellt haben, und mit einer Wartezeit, die sich nach der Ankündigung erst einmal wie eine Ernüchterung anfühlt. Bis 2030 kann sich an einem so früh gezeigten Projekt noch vieles ändern; die Geschichte von Ghost und Ares mahnt zur Vorsicht, und auch Hays eigenes Odyssey wurde eingestellt. Dass Blizzard das Spiel dennoch derart früh und prominent präsentiert - flankiert von der Ankündigung von Diablo 5 für Frühjahr 2029 -, liest sich als klares Signal: Das Studio will seine grossen Marken wieder in Bewegung bringen. Ob das ausgerechnet mit einem Shooter gelingt, entscheidet sich frühestens am Ende dieses Jahrzehnts.

Warum das wichtig ist

StarCraft war seit 2010 faktisch auf Eis gelegt - nun bekommt die Serie ein neues Spiel, wechselt aber das Genre und verlässt die Echtzeitstrategie. Wer auf StarCraft 3 gehofft hat, muss umdenken; wer den Shooter will, wartet noch jahrelang. Und die Ankündigung zeigt, wie Blizzard unter Microsoft seine schlafenden Marken wieder aktiviert.

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