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Star Citizen

«Wie ein Geiselvideo» — Star-Citizen-Stream endet im Abbruch

Cloud Imperium wollte mit einem internen Build beweisen, dass die Kritik unberechtigt ist – und lieferte ausgerechnet den Gegenbeweis

Republic of Pixels Redaktion18. August 2026 · 03:03 Uhr3 Min. Lesezeit
«Wie ein Geiselvideo» — Star-Citizen-Stream endet im Abbruch
Bild: IGN

KURZFASSUNG

  • Cloud Imperium Games zeigte in einem Livestream einen internen Build von Star Citizen, um Kritik an neuen Inhalten zu entkräften.
  • Waffenhandling, Waffenwechsel und Inventar funktionierten nicht zuverlässig; das Team wurde hörbar gereizt und brach den Stream ab.
  • Zum Abschied sagte ein Entwickler, man wolle diesen Build ausliefern, damit Spieler dieselbe Erfahrung machen – für viele Fans der Tiefpunkt.
  • Star Citizen ist seit rund 15 Jahren in Entwicklung, hat über eine Milliarde Dollar eingesammelt und hat weiterhin keinen Release-Termin.

Cloud Imperium Games wollte Vertrauen zurückgewinnen und erreichte das Gegenteil. Weil sich Spielerinnen und Spieler über neue Inhalte in Star Citizen beschwert hatten, entschied sich das Studio Anfang des Monats für einen Livestream aus dem aktuellen internen Build. Die Idee: zeigen, wie sich der Content eigentlich anfühlen soll, und damit belegen, dass die Probleme nur eine vorübergehende Unannehmlichkeit sind. Der Stream endete stattdessen in einer Kette von Fehlern, spürbarer Gereiztheit im Team – und einem vorzeitigen Abbruch.

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1 Mrd. $

haben Fans bislang in die Entwicklung von Star Citizen gesteckt

15 Jahre

läuft die Entwicklung des Weltraumspiels inzwischen ungefähr

2017

ist Star Citizen im Early Access – ein Release-Termin fehlt bis heute

Der Beweis, der zum Gegenbeweis wurde

Die Vorführung sollte die «beabsichtigte» Spielerfahrung zeigen. Sichtbar wurde vor allem, dass der Build genau die Probleme hat, die in der Community seit Wochen kritisiert werden. Die Entwickler stolperten reihenweise über Bugs in ihrem eigenen Spiel – und zwar nicht an exotischen Systemrändern, sondern bei den absoluten Grundlagen.

  • Probleme beim Einsatz der eigenen Waffen
  • Fehlschläge beim Wechseln zwischen Waffen
  • Zugriff auf das Inventar funktionierte nicht zuverlässig
  • zahlreiche weitere Aussetzer im laufenden Betrieb

Je länger die Session dauerte, desto deutlicher wurde der Frust im Team. Zuschauer berichten von passiv-aggressiven Wortwechseln zwischen den Beteiligten, bevor die Runde die Übertragung schliesslich ganz abbrach. Auch das Gameplay auf dem lokalen Server – also unter Idealbedingungen ohne die üblichen Server-Ausreden – überzeugte niemanden.

Der Schlusssatz, der alles schlimmer machte

Zum Abschluss betonte einer der Entwickler, er sei stolz auf die Arbeit des Teams, und man wolle diesen Build zu den Spielerinnen und Spielern bringen, damit diese «dieselbe Erfahrung» machen könnten wie im Stream. Für viele Zuschauer war das der Tiefpunkt: ein Satz, der wirkte, als habe im Studio niemand registriert, was gerade live passiert war. Verstärkt wurde der Effekt dadurch, dass das Video im Anschluss online blieb, statt still verschwunden zu sein.

Unglaublich unbeholfen, cringe, aufgesetzt, zeitweise mit einem leicht unheimlichen Beigeschmack – und das Gameplay auf dem lokalen Server war immer noch schrecklich. Hier hatte niemand Spass.
Kommentar unter dem Stream, zitiert von IGN
Fühlte sich an wie ein Geiselvideo.
Kommentar unter dem Stream, zitiert von IGN

Eine Milliarde Dollar und kein Termin

Der Vorfall trifft ein Projekt, das ohnehin unter Dauerbeobachtung steht. Star Citizen befindet sich seit rund 15 Jahren in Entwicklung und hat über eine Milliarde Dollar von Unterstützern eingesammelt. Seit 2017 ist das Weltraumspiel im Early Access spielbar, ein Termin für die 1.0-Version existiert weiterhin nicht. Nach so viel Zeit und Geld erwarten viele ein Spiel, das kurz vor der Ziellinie steht – ein Stream, in dem Waffenwechsel und Inventar streiken, erzählt eine andere Geschichte. Die Stimmung in der Community ist entsprechend gedrückt, Ausschnitte kursieren als Running Gag.

Parallel arbeitet das Studio an Squadron 42, dem eigenständigen Singleplayer-Ableger. CIG-Chef Chris Roberts erklärte im vergangenen Jahr, das Spiel sei von Anfang bis Ende durchspielbar und liege für einen Release 2026 im Plan. Vier Monate vor Jahresende gibt es allerdings auch dafür kein konkretes Datum.

Einordnung

Ein misslungener Stream macht ein Spiel nicht schlechter, als es ohnehin ist – aber er nimmt dem Studio das wichtigste Instrument aus der Hand, mit dem es Kritik bisher begegnet ist: die Behauptung, die sichtbaren Probleme seien nur Momentaufnahmen. Genau diese Behauptung hat sich hier vor laufender Kamera selbst widerlegt. Wer heute überlegt, in Star Citizen Geld zu investieren, sollte den aktuellen Zustand des Early Access als das bewerten, was er ist, und nicht als Vorstufe eines nahen Release. Die entscheidende Frage bleibt offen: Ob und wann Star Citizen jemals eine 1.0 sieht, kann derzeit niemand seriös beantworten.

COMMUNITY-UMFRAGE

Wie bewertet ihr die Entscheidung, den internen Build live zu zeigen?

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WARUM DAS WICHTIG IST

Star Citizen ist das grösste Crowdfunding-Projekt der Spielegeschichte – finanziert von Spielerinnen und Spielern, die teils vierstellige Beträge in Raumschiffe gesteckt haben. Wenn ein offizieller Stream zeigt, dass selbst das Studio den eigenen Build nicht stabil vorführen kann, ist das nicht bloss peinlich, sondern ein Signal über den tatsächlichen Entwicklungsstand. Und es wirft die Frage auf, wie belastbar die Terminversprechen für Squadron 42 sind.

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