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Roblox erneut geprüft - Kinderprofile waren für alle sichtbar

Australiens Online-Aufsicht eSafety findet trotz neuer Schutzfunktionen weiterhin Kontaktmöglichkeiten zwischen Erwachsenen und Kindern

Republic of Pixels Redaktion20. August 2026 · 21:08 Uhr3 Min. Lesezeit
Roblox erneut geprüft - Kinderprofile waren für alle sichtbar
Bild: The Verge Games

KURZFASSUNG

  • Australiens Online-Aufsicht eSafety hat Roblox 2026 erneut getestet und sieht Kinder weiterhin gefährdet
  • Erwachsene konnten laut Test Kontaktanfragen an australische Kinder senden, Kinderprofile und Kontaktlisten waren öffentlich sichtbar
  • Roblox hält die Vorgaben des Online Safety Act nach eigener Auffassung ein, kündigt aber weitere Schutzmassnahmen und einen unabhängigen Auditor an
  • Parallel läuft in den USA eine Untersuchung eines Senatsunterausschusses, mehrere Bundesstaaten haben geklagt, einige Verfahren wurden beigelegt

Australiens Online-Aufsichtsbehörde eSafety hat Roblox erneut unter die Lupe genommen - und ist mit dem Ergebnis nicht zufrieden. Nach eigenen Tests im laufenden Jahr kommt die Behörde zum Schluss, dass die Plattform Kinder weiterhin Risiken aussetzt, obwohl Roblox in der Zwischenzeit neue Schutzfunktionen eingeführt hat. Der Konzern reagiert mit der Ankündigung weiterer Massnahmen, hält seine Pflichten nach dem australischen Online Safety Act nach eigener Darstellung aber bereits jetzt für erfüllt.

unter 16

Altersgrenze, ab der Kontakt zwischen Erwachsenen und Kindern laut eSafety hätte verhindert werden müssen

4

konkrete Schwachstellen, die eSafety bei den Tests dokumentiert hat

2

neue Kontotypen für jüngere Nutzer:innen, die Roblox bereits in diesem Jahr eingeführt hat

Was eSafety geprüft hat

Ausgangspunkt der Prüfung war der Verdacht, dass Roblox die Vorgaben des australischen Online Safety Act nicht einhält. Konkret geht es laut Behörde um den Vorwurf, das Unternehmen habe «keine ausreichenden Massnahmen ergriffen, um Kontakt zwischen Erwachsenen und Kindern unter 16 Jahren zu verhindern». Genau dieser Punkt steht im Zentrum der neuen Testreihe - und die fiel aus Sicht der Regulierungsbehörde ernüchternd aus.

Die Plattform setzte Kinder weiterhin Risiken aus, unter anderem indem sie Kontakt zwischen Kindern und fremden Erwachsenen zuliess.
- eSafety, australische Online-Aufsichtsbehörde

Die vier Befunde im Detail

Die Behörde listet vier konkrete Punkte auf, die ihre Tester:innen auf der Plattform vorgefunden haben:

  • Erwachsene konnten jungen australischen Kindern Kontaktanfragen schicken - ohne Zustimmung der Eltern oder Betreuungspersonen
  • Kinder und Erwachsene konnten in Foren ausserhalb der eigentlichen Spielumgebungen gegenseitig Beiträge sehen und darauf antworten, ebenfalls ohne elterliche Zustimmung
  • Die Kontaktlisten von Kindern waren für alle auf der Plattform einsehbar
  • Profile und Biografien von Kindern - Accountname, Anzahl und Namen der Kontakte, Avatarbilder sowie nicht sensible Angaben wie Interessen - waren für jede Person sichtbar, ohne Möglichkeit, diese Sichtbarkeit einzuschränken

Was Roblox jetzt ändern will

Roblox stellt sich auf den Standpunkt, die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen - kündigt laut eSafety trotzdem eine Reihe zusätzlicher Schutzmassnahmen an. Erwachsene sollen unbekannte Kinder ohne elterliche Zustimmung nicht mehr kontaktieren können. Konten von Kindern sollen künftig standardmässig auf privat gestellt sein, statt die Einschränkung den Familien zu überlassen. Dazu kommen zugänglichere Meldewege, bei denen Nutzer:innen auch über das Ergebnis ihrer Beschwerde informiert werden.

Der vielleicht weitreichendste Punkt: Ein unabhängiger externer Auditor soll überprüfen, wie wirksam die Sicherheitsmassnahmen tatsächlich sind - ausdrücklich inklusive der Altersschätzung, mit der Roblox Nutzer:innen in Alterskategorien einsortiert. Damit würde erstmals eine dritte Partei bewerten, ob die Technik hält, was das Unternehmen verspricht. Eine Stellungnahme von Roblox lag zum Zeitpunkt der Berichterstattung nicht vor.

Australien ist nicht der einzige Schauplatz

Die Prüfung fällt in eine Phase, in der Roblox weltweit unter Druck steht. In den USA hat ein Unterausschuss des Senats eine Untersuchung zum Thema Kinderschutz eingeleitet, mehrere Bundesstaaten haben die Plattform wegen mutmasslicher Versäumnisse verklagt - einige dieser Verfahren hat das Unternehmen bereits per Vergleich beigelegt. Schon zuvor hatte Roblox reagiert und in diesem Jahr zwei neue Kontotypen für jüngere Nutzer:innen eingeführt, die bestimmte Erlebnisse und Chatfunktionen einschränken.

Parallel dazu arbeitet die Plattform am Ausbau ihrer Kommunikationsfunktionen: Angekündigt sind unter anderem neue Sprach- und Videochat-Features. Genau diese Doppelbewegung - mehr soziale Funktionen auf der einen, mehr Schutzmechanismen auf der anderen Seite - erklärt, warum die Diskussion um Roblox nicht zur Ruhe kommt.

Einordnung

Die Ankündigungen aus Australien sind mehr als Kosmetik: Private Standardeinstellungen für Kinderkonten und eine unabhängige Prüfung der Altersschätzung greifen an den Stellen an, die eSafety konkret bemängelt hat. Entscheidend wird sein, ob diese Änderungen nur für Australien gelten oder global ausgerollt werden - und wann. Bis dahin bleibt für Eltern der pragmatische Rat, die Kontoeinstellungen ihrer Kinder selbst zu prüfen, statt sich auf Voreinstellungen zu verlassen.

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WARUM DAS WICHTIG IST

Roblox ist für viele Familien die erste Online-Plattform überhaupt - und die Debatte um ihre Sicherheitsfunktionen entscheidet mit, wie streng Gaming-Plattformen künftig reguliert werden. Was in Australien durchgesetzt wird, landet erfahrungsgemäss früher oder später auch in anderen Märkten, inklusive Altersprüfung und strengeren Standardeinstellungen für alle Accounts.

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